Kiel. Mit jeder Menge Lebensmut, purer Freude und Dankbarkeit startet Tabea Philipp-Beeck (38) ins Jahr 2026. Hinter der SPD-Ratsfrau liegen schwere Zeiten. Am 18. Oktober 2024 katapultierte sie ein Aneurysma gefolgt von einem Schlaganfall mit Karacho aus dem Leben. Doch Stück für Stück kämpft sich die junge Mutter wieder zurück.

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Gestützt auf einen Gehstock kommt Tabea Philipp-Beeck an diesem regnerischen Vormittag ins Café „Ins Blaue“. Mit dabei: ihr „Co-Gedächtnis“. So nennt sie scherzhaft ihren Ehemann Christoph Beeck (31). „Tabea kann sich an die Zeit, als es passierte, nicht mehr erinnern“, erzählt der angehende Lehrer und holt erst einmal zwei Milchkaffees.

Mut und Liebe: Gemeinsam gegen die Widrigkeiten

Die beiden sind ein eingespieltes Team. Während sie gleich abwechselnd von diesem schicksalhaften Tag und den mühsamen folgenden Wochen und Monaten berichten, spürt man eine unglaubliche Nähe und Liebe.

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Immer wieder tauschen sie vertraute Blicke aus. Ein paar Mal knufft sie ihn liebevoll mit dem Ellenbogen in die Seite, wenn sie von Zukunftsplänen erzählt.

Der Tag, der alles veränderte

Rückblende: Es ist Freitag, der 18. Oktober 2024. Tabea Philipp-Beeck ist auf einer zweitägigen Klausurtagung mit der Kieler SPD-Ratsfraktion in Malente. „Unser Sohn Jacob ist damals gerade mal vier Monate alt“, erzählt sie. „Da ich noch stillte, waren Christoph und er mit dabei.“ Zum Glück.

Als sie gegen 18 Uhr aus einem Seminar kommt, klagt sie über Schwindel und Übelkeit. Ihr Mann bringt sie aufs Zimmer. „Kaum hatte ich sie aufs Bett gelegt, wurde sie bewusstlos“, sagt Christoph Beeck. Der Rettungswagen kommt sofort.

Im Uniklinikum (UKSH) in Kiel stellen die Mediziner ein Aneurysma im Gehirn fest – ein geplatztes Blutgefäß. Sie wird operiert und ins künstliche Koma gelegt. „Nach acht Tagen bekam Tabea dann noch einen Schlaganfall dazu, ihre linke Körperhälfte war anschließend gelähmt“, erzählt ihr Mann.

Familie als Rückhalt in Krisenzeiten

„Zum Glück lebt unsere Familie in der Nähe. Alle haben geholfen, wo es ging.“ Trotzdem tauscht er für die nächste Zeit sein Studentenleben gegen das Leben eines Vollzeit-Papas und umsorgenden Ehemannes ein.

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Vier Wochen liegt seine Frau auf der Intensivstation in Kiel. Ein Hoffen und Bangen beginnt. „Niemand konnte uns sagen, wie die Prognosen sind“, sagt er. Zudem gibt es Komplikationen. Das ausgetretene Blut drückt aufs Hirn. Ein Teil der Schädeldecke muss herausgeschnitten werden.

Ich träume davon, eines Tages wieder Fahrrad fahren zu können.

Tabea Philipp-Beeck

SPD-Ratsfrau

„Als es später wieder eingesetzt wurde, war es in der Kühlkammer wohl etwas geschrumpft“, sagt Tabea Philipp-Beeck mit Galgenhumor. Eine Delle rechts an der Stirn zeugt heute noch davon. „Ende nächster Woche bekomme ich dort eine künstliche Schädelplatte eingesetzt.“ Ein Termin, der ihr bevorsteht. „Vollnarkose und Rasur“, sagt sie nur. „Dabei sind meine Haare gerade erst wieder bis auf Schulterhöhe nachgewachsen.“

Siebeneinhalb Monate verbringt Tabea Philipp-Beeck insgesamt in Rehakliniken. Zunächst in Malente, später Bad Segeberg. Physio-, Logopädie- und Ergo-Termine gehören auch heute noch zu ihrem Alltag. Sie lernt wieder zu essen, zu sprechen und zu laufen.

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Seit Anfang Juni ist sie wieder zu Hause. „Hier habe ich einen richtigen Schub gemacht“, sagt sie. Ihr Sohn sei eine riesige Motivation. „Ich bin froh, dass ich auf keinen Rollator mehr angewiesen bin.“ Den Handstock möchte sie auch noch loswerden. „Und dann träume ich davon, eines Tages wieder Fahrrad fahren zu können.“

„Tabea hat eine starke Entwicklung hinter sich“, sagt auch Christoph Beeck und blickt seine Frau liebevoll an. Im Herbst war die studierte Volkswirtin erstmals wieder in der Ratsversammlung. Es läuft. Tabea Philipp-Beeck lächelt und sagt: „Und irgendwann gibt es noch ein großes Fest. Bisher haben wir nämlich nur standesamtlich geheiratet.“ Dann feiern die beiden nicht nur ihre große Liebe, sondern auch das Leben!

KN