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Ist ein Frieden im Ukraine-Krieg möglich? Selenskyj präsentiert Trump und Putin einen Vorschlag. Nun äußert sich der ukrainische Oberbefehlshaber dazu.

Kiew – Die wenigsten Experten hatten erwartet, dass die Ukraine der Atommacht Russland und Kreml-Autokrat Wladimir Putin so lange und so beharrlich die Stirn bieten würde. Doch: Auch nach bald vier Jahren Ukraine-Krieg ist die Front über hunderte Kilometer festgefahren und das einst von Putin anvisierte Kiew für die Russen weit. Sein Widersacher Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt einen möglichen Friedensplan vorgestellt. Nun hat auch sein oberster General dazu Stellung bezogen.

Rivalen im Ukraine-Krieg: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (li.) und der russische Machthaber Wladimir Putin.Rivalen im Ukraine-Krieg: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (li.) und der russische Machthaber Wladimir Putin. © Montage IPPEN.MEDIA / IMAGO / ZUMA Press / STEINSIEK.CH

20 Punkte umfasst Selenskyjs Friedensplan. Unter anderem soll die Personalstärke der ukrainischen Armee im Falle eines dauerhaften Waffenstillstandes auf 800.000 Soldatinnen und Soldaten begrenzt werden. Genau dazu äußerte sich Oleksandr Syrskyj, der Oberkommandierende der Streitkräfte der Ukraine. Syrskyj galt in der Vergangenheit stets als Hardliner, wenn es um mögliche Zugeständnisse an Moskau und den Kreml ging.

Frieden mit Wladimir Putin? Ukraine-General stimmt Vorschlag von Wolodymyr Selenskyj zu

Syrskyi erklärte laut Ukrainska Prawda in einem Interview mit dem Sender Kanal 24: „Diese Zahl garantiert unsere Fähigkeit, bewaffnete Aggressionen, im Falle ihrer Wiederaufnahme, abzuwehren. Sie gewährleistet zudem einen geplanten und nachhaltigen Mobilisierungsprozess. Anders ausgedrückt: Sie schränkt die Mobilisierung in keiner Weise ein. Alle unsere Mobilisierungsindikatoren und -kapazitäten bleiben erhalten.“

Vereinfacht ausgedrückt, glaubt Syrskyi, dass eine ukrainische Armee von dieser Größe einem neuerlichen russischen Überfall standhalten würde. In dem Interview schilderte der 60-jährige General laut Ukrainska Prawda weiter, dass er davon ausgegangen sei, dass die Zahl der Soldaten auf 600.000 beschränkt werden könnte. Insofern es auf Vermittlung von US-Präsident Donald Trump überhaupt zu einer Einigung mit dem Kreml-Regime aus Moskau kommt. Es gibt etliche Bedenken.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit RusslandProteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014Fotostrecke ansehen

Laut Selenskyj hat das Weiße Haus seinen Punkten angeblich weitgehend zugestimmt, die demnach auch einen künftigen Nichtangriffspakt mit Russland vorsehen. Wie jedoch die Washington Post (WP) berichtet, ist Moskau nicht bereit dazu, eine ukrainische Armee mit 800.0000 Soldaten zu akzeptieren. Putin wolle dagegen, dass die Ukraine den gesamten Donbass abtritt. Selenskyj hatte wiederum bei einem Besuch bei Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekräftigt, dass die Ukraine kein Territorium abgeben werde.

Frieden im Ukraine-Krieg? Moskau erhebt schwere Vorwürfe gegen Kiew

Während Russlands Verluste im Ukraine-Krieg weiter steigen, werten die Militär-Experten des viel zitierten Institute for the Study of War (ISW) zudem Berichte aus Moskau als Fake-News, die Ukrainer hätten Putins Residenz Waldai mit Drohnen angegriffen. Entsprechende Behauptungen kamen kurz nach dem Vorschlag Kiews für eine Waffenruhe aus dem Kreml. Selenskyj kritisierte „eine weitere Runde von Lügen“. Bleiben die Verhandlungen somit festgefahren? (Quellen: Ukrainska Prawda, Washington Post, ISW) (pm)