Die heutige Brücke – offiziell „Neue Alte Brücke“ genannt – wurde am 15. August 1926 eingeweiht, unter dem damaligen Frankfurter Oberbürgermeister Ludwig Landmann. Auch sie blieb nicht unversehrt: 1945, am Ende des Zweiten Weltkriegs, sprengten deutsche Soldaten zwei ihrer ursprünglich acht mit rotem Mainsandstein verkleideten Gewölbebögen.

Eine Besonderheit der Alten Brücke liegt direkt unter ihr: die Maininsel. Sie erstreckt sich auf beiden Seiten der Brücke, ist rund 300 Meter lang und etwa 30 Meter breit – ihre Form hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert. Mittig, zwischen zwei Brückenpfeilern, liegt das Bootshaus des Frankfurter Rudervereins von 1865 – dem ältesten seiner Art in der Stadt. Seit 2006 befindet sich auf der Maininsel außerdem der Portikus, eine Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst.

Die Alte Brücke birgt ein weiteres Geheimnis. Zwar stammt das aktuelle Bauwerk in weiten Teilen aus dem Jahr 1926, doch in den Uferzonen blieben ältere Strukturen erhalten – darunter das sogenannte Fischergewölbe, ein früherer, heute trockengelegter Anlegeplatz der Mainfischer. Diese Gewölbe und ein stillgelegtes Treppenhaus vom Tiefkai hinauf zur Brücke können tatsächlich noch besichtigt werden, allerdings nur bei geführten Touren, die von der Stadt Frankfurt angeboten werden.