Der Hessische Landtag arbeitet bis spät in die Nacht, beschließt Gesetze, debattiert Anfragen und öffnet sich stärker für Besucher und Jugendliche.
Der Hessischer Landtag zieht zum Jahresende Bilanz – und diese liest sich wie ein Protokoll politischer Ausdauer. Sitzungen dehnen sich, Debatten vertiefen sich, Ausschüsse tagen bis spät in die Nacht. Wer Demokratie sucht, findet sie hier nicht im Stillstand, sondern im Dauerbetrieb.
Lange Tage, kurze Pausen
28 Plenarsitzungen in neun Plenarwochen strukturieren das parlamentarische Jahr. 209 Stunden debattieren die 133 Abgeordneten über Gesetze, Anträge und politische Linien. Der längste Sitzungstag endet erst um 21.28 Uhr – ein politischer Marathon, der zeigt: Parlamentarische Arbeit richtet sich nicht nach Uhrzeiten, sondern nach Themen. Auch die Protokolle wachsen mit: 2.255 Seiten dokumentieren das Gesagte, das Gerungene, das Beschlossene.
Gesetze, Fragen, Kontrolle
31 Gesetze passieren das Parlament, 19 Entwürfe scheitern, 13 Vorhaben stehen weiter zur Beratung. Gleichzeitig fragen die Abgeordneten nach: 769 Kleine und 22 Große Anfragen gehen an die Landesregierung, ergänzt um 97 Berichtsanträge. Kontrolle bleibt Kern parlamentarischer Arbeit – leise im Ton, klar im Anspruch.
Ausschüsse als Werkstätten der Politik
18 Wochen lang tagen die Ausschüsse. 239 Sitzungen summieren sich auf 403 Stunden. Besonders fordernd zeigt sich der Untersuchungsausschuss 21/2 mit einer Sitzung von über zehn Stunden. Auch Anhörungen ziehen sich: Sachverständige diskutieren bis in den Abend, Innenausschüsse enden nach 22 Uhr. Politik entsteht hier im Detail, im Nachfragen, im Aushalten.
Bildung öffnet das Haus
Der Landtag bleibt kein geschlossener Raum. Mehr als 24.400 Menschen besuchen das Parlament oder nehmen an Bildungsformaten teil – ein Plus von fast 17 Prozent. Schulklassen füllen die Besuchertribüne, Planspiele verlegen Gesetzgebung in Klassenzimmer. Digitale Formate und hybride Spiele lassen Jugendliche Politik erleben, statt sie nur zu erklären.
Petitionen: Bürger melden sich zu Wort
Der Petitionsausschuss bearbeitet über 2.500 Eingaben. Aufenthaltsrechtliche Anliegen verdoppeln sich. Hochschulfinanzierung, Kultur, Mobilität und Schulwege mobilisieren Tausende Unterstützer. Demokratie zeigt sich hier nicht abstrakt, sondern konkret – als Bitte, Forderung, Widerspruch.
Dank an die stillen Kräfte
Landtagspräsidentin Astrid Wallmann dankt den rund 350 Beschäftigten der Kanzlei. Sie halten Abläufe am Laufen, strukturieren Sitzungen, ermöglichen Debatten. Demokratie, das wird hier deutlich, lebt nicht nur von Reden, sondern von Organisation.
Symbolfoto ©2024 Hessischer Landtag
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