3. Januar 2026
Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e. V. (AHA) sieht in der Gemeinde Teutschenthal einen erheblichen Handlungsbedarf beim Schutz von Umwelt, Natur und Landschaft. Nach Auffassung des Vereins ist die Gemeinde aufgrund ihrer Lage zwischen den Fluss- und Auenlandschaften von Saale, Salza und Würdebach sowie in Nähe der Mansfelder Seenlandschaft, des Lintbuschs und der Dölauer Heide von besonderer ökologischer Bedeutung.
Der AHA betont, dass Gemeinderat und Gemeindeverwaltung eine besondere Verantwortung tragen, dieses ökologische Potenzial zu erhalten und weiterzuentwickeln. Entwicklungs- und Bauplanungen müssten stärker auf den Erhalt von Grün- und Biotopverbünden ausgerichtet werden. Auch Überlegungen des Landkreises Saalekreis, Biotopverbundräume zwischen den Gewässern und angrenzenden Landschaftsräumen auszubauen, sollten aus Sicht des Vereins aktiv unterstützt werden.
Große Sorge äußert der AHA mit Blick auf die Grube Teutschenthal. Hintergrund ist der Pfeilerbruch von 1996, der zu großflächigen Einbrüchen und Absenkungen führte. Die derzeitige Verfüllpraxis der Grube Teutschenthal Sicherungsgesellschaft (GTS) wird vom Verein kritisch gesehen. Insbesondere die Einlagerung von Sonder- oder Giftmüll lehnt der AHA ab. Er warnt vor möglichen chemischen Reaktionen in den wasserbeeinflussten Schächten sowie vor Belastungen von Boden, Wasser und Luft, die nicht nur Teutschenthal, sondern auch angrenzende Orte bis hin zur Stadt Halle (Saale) betreffen könnten.
Vor diesem Hintergrund hat der AHA seine Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative „Gegen eine Giftmüll- und Deponieregion Halle-Saalekreis“ intensiviert. Beide Organisationen sprechen sich gegen neue Deponie- oder Recyclingvorhaben aus, etwa im Bereich des Kiessandabbaus Köchstedt. Stattdessen plädiert der AHA für eine naturnahe Nachnutzung ehemaliger Abbauflächen. Diese könnten sich nach Einschätzung des Vereins zu wertvollen Lebensräumen für bedrohte Vogelarten wie den Bienenfresser oder die Uferschwalbe sowie für Insekten und Amphibien entwickeln.
Darüber hinaus verweist der AHA auf bundesweite Zahlen zum Flächenverbrauch und fordert, neue Versiegelungen möglichst zu vermeiden. Innenentwicklung, Rückbau und Entsiegelung müssten Vorrang vor neuen Bau- und Verkehrsflächen haben. Für Teutschenthal regt der Verein die Erarbeitung einer wissenschaftlichen Schutz- und Entwicklungskonzeption an, die auch landwirtschaftliche Nutzungsformen einbezieht.
Um die Öffentlichkeit einzubeziehen, planen AHA und Bürgerinitiative eine gemeinsame Neujahresrundwanderung am 10. Januar 2026 in Teutschenthal. Dabei sollen konkrete Schutz- und Entwicklungsansätze vor Ort vorgestellt und diskutiert werden.