Wer an der Slabystraße in die KVB-Linien 13 oder 18 steigen will und nicht gut zu Fuß ist, hat es schwer – und wer auf Rollator oder gar Rollstuhl angewiesen ist, für den sind die Haltepunkte unerreichbar. Genau 24 Stufen sind es vom Tunneldurchgang zu den Bahnsteigen der Linie 18. Zur Hochbahnlinie 13 sind es gar 47, vom Bahndamm-Tunnel An der Schanz aus. Wer die Abkürzung nimmt, die vom Gelände der Sozial-Betriebe-Köln (SBK) in Richtung des Linie-13-Halts führt, hat nochmal 26 Stufen treppauf zu bewältigen, insgesamt also 73. Ausgerechnet die Haltepunkte neben dem großen Seniorenzentrum gehören damit zu den am schwersten erreichbaren im Stadtgebiet.
Dies soll sich nach Willen der Bezirksvertretung Nippes möglichst zügig ändern: Einstimmig, bei Enthaltung der AfD, beschloss das Stadtbezirks-parlament einen Antrag von Grünen, Linken und Volt. Demnach soll die Doppel-Haltestelle beim barrierefreien Ausbau von Bahnhaltepunkten höher priorisiert werden, „insbesondere im Hinblick auf die räumliche Nähe der Haltestelle zu den Sozial-Betrieben-Köln“.
Niedrige Priorität auf der Aufzugsnachrüstungs-Liste
Die Slabystraße gehört zu den neun Haltestellen der Stadt, die mit Aufzügen nachgerüstet werden sollen – neben Friesenplatz, Reichenspergerplatz, Appellhofplatz / Zeughaus (Linie 5), Lohsestraße, Geldernstraße / Parkgürtel, Escher Straße, TH Deutz und Fuldaer Straße. Die Barrierefreiheit für alle Haltepunkte ist für spätestens 2035 anvisiert. An der Slabystraße gibt es jedoch, wie auch für Appellhofplatz / Zeughaus und Escher Straße, noch keinen konkreten Zeitrahmen. „Die Planung wird aufgenommen, sobald Personalkapazitäten vorhanden sind“, so das Amt für Brücken und Stadtbahnbau.
Dem Antrag des neuen Bezirksbündnisses voraus ging die Bürgereingabe einer Petentin, die auf den Zustand aufmerksam machte. Neben den Barrieren kritisierte sie die mangelnde Beleuchtung der Haltestelle. Die städtische Geschäftsstelle für Anregungen und Beschwerden verwies daraufhin auf die vergleichsweise niedrige Fahrgastzahl am Haltepunkt, weshalb die Slabystraße nachrangig priorisiert sei.
Laut der drei Fraktionen dürfe jedoch nicht nur die Zahl der Fahrgäste, sondern auch deren spezifische Bedürfnisse eine Rolle spielen. Außerdem könnten die tatsächlichen Nutzerzahlen höher liegen, als die Zählung ergab – denn zu jener Zeit war die Mülheimer Brücke gesperrt; sowohl die 13 als auch der linksrheinische Ast der 18 endeten deshalb an der Slabystraße. „Dass eine Haltestelle in unmittelbarer Nähe zur SBK nicht barrierefrei ist, ist für mich ein Armutszeugnis“, unterstützte SPD-Fraktionschef Ulrich Müller den Antrag.
