Blaichach/Gunzesried – Nach einem verheerenden Brand in der Silvesternacht galt Schäferhündin Pauli (1) schon als tot. Doch nach 32 Stunden in einer ausgebrannten, akut einsturzgefährdeten Brandruine, plötzlich ein Bellen. Unglaubliche Tierrettung in Bayern!

Feuerinferno in der Silvesternacht

Gegen 3 Uhr morgens bricht in der Silvesternacht in einem Wohnhaus in Gunzesried (Bayern) ein Brand aus. Das Feuer breitet sich rasend schnell aus. Flammen und dichter Rauch erfassen das gesamte Gebäude.

Gegen 3 Uhr in der Silvesternacht brach das Feuer aus

Gegen 3 Uhr in der Silvesternacht brach das Feuer aus

Foto: Andrea Liss – Blaulichtreport SüdschwabenAllgäu

Der erste  Rettungsversuch am Donnerstagabend scheiterte. Dabei verletzte sich auch ein Feuerwehrmann

Pauli schaut verängstigt durch einen Spalt. Der erste Rettungsversuch am Donnerstagabend scheiterte, dabei verletzte sich auch ein Feuerwehrmann

Foto: Jasmin Rödiger

Das Wohnhaus wird komplett zerstört. Neun Menschen können von der Feuerwehr gerettet werden, sieben Personen werden leicht verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Der entstandene Schaden geht nach ersten Schätzungen in die Millionen. Mehr als 150 Einsatzkräfte der Feuerwehren, des BRK, der Johanniter und des THW sind stundenlang im Einsatz.

Alle Bewohner werden rechtzeitig in Sicherheit gebracht – nur Hund Pauli bleibt zurück. Ein zweiter Hund der Familie kann noch in der Brand-Nacht gerettet werden. Pauli jedoch verschwindet in der Ruine.

Bellen aus den Brand-Trümmern

Am Donnerstagabend dann das Unerwartete: Augenzeugen berichten plötzlich von Bellen aus dem zerstörten Haus. Kurz darauf taucht ein Video auf Facebook auf – darauf ist Pauli tatsächlich in der Brandruine zu sehen.

Nach Stunden des Hoffens und Bangens konnte die Hündin schließlich aus dem einsturzgefährdeten Haus am Donnerstag vormittag gerettet werden

Nach Stunden des Hoffens und Bangens konnte die Hündin schließlich aus dem einsturzgefährdeten Haus am Donnerstag vormittag gerettet werden

Foto: Freiwillige Feuerwehr Gunzesried

Bekannte der Familie alarmieren daraufhin die Polizei. Doch eine Rettung ist zunächst unmöglich. Feuerwehrkommandant Uli Sonnenberg (50) erklärt: „Wir konnten am ersten Abend keine Rettung starten – die Gefahr war einfach zu groß. Das Haus war akut einsturzgefährdet und es war bereits dunkel.“

Rettung nach 32 Stunden

Am Freitagvormittag, kurz vor 11 Uhr, dann die Entscheidung: Die Feuerwehr Gunzesried rückt mit einer Drehleiter an. Gemeinsam mit der Besitzerin fahren die Einsatzkräfte vorsichtig an die Ruine heran.

Pauli nach der Rettung - angekuschelt an seinem Frauchen. Was viele schon für unmöglich hielten, endet mit einem kleinen Wunder nach einer Nacht des Grauens.

Pauli kuschelt nach seiner Rettung mit seinem Frauchen. Was viele schon für unmöglich hielten, endet mit einem kleinen Wunder nach einer Nacht des Grauens.

Foto: Jasmin Rödiger

Sonnenberg schildert die dramatischen Minuten vor der Rettung: „Wir sind mit der Drehleiter samt Besitzerin an das Haus rangefahren. Als Pauli uns gesehen hat, war sie völlig verängstigt – aber sie ließ sich retten.“

Rund 30 Minuten dauert der Einsatz. Schließlich wird Pauli mithilfe eines Rettungskorbs aus der Brandruine gehoben. Unten angekommen, schließt der Besitzer seine Hündin sofort in die Arme und bringt sie vorsorglich in eine Tierklinik. Die unglaubliche Nachricht: Pauli ist wohlauf – keine Brandverletzungen!