Die Deutschlandfahne auf dem Dach des Reichstages bei Nacht.

Aus der deutsche Politik kommen unterschiedliche Reaktionen auf den US-Militäreinsatz in Venezuela. (picture alliance / Mimmo Carriero)

Die EU-Außenbeauftragte Kallas rief zur Zurückhaltung und Achtung des Völkerrechts auf. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen erklärte, die EU stehe an der Seite der Menschen in Venezuela und unterstütze einen friedlichen, demokratischen Übergang. Frankreichs Regierung kritisierte den US-Militäreinsatz in Venezuela als völkerrechtswidrig. Keine dauerhafte politische Lösung könne von außen aufgezwungen werden. Nur das souveräne Volk einer Nation könne über deren Zukunft bestimmen.

Unterschiedliche Reaktionen der deutschen Parteien

In der deutschen Politik hat der Militärschlag der USA unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hardt, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), das Ende der Herrschaft von Staatschef Maduro sei ein Signal der Hoffnung für Venezuela. Die stellvertretende Fraktionschefin der SPD im Bundestag, Möller, verurteilte dagegen den US-Einsatz. Dieser stelle einen gravierenden Bruch des Völkerrechts dar, betonte Möller im Gespräch mit dem Deutschlandfunk.

Ebenfalls auf Anfrage dieses Senders sprach Grünen-Chefin Brantner von einem Bruch des Völkerrechts, den die Bundesregierung unmissverständlich als solche benennen müsse. Linke-Chef van Aken warf US-Präsident Trump Staatsterrorismus vor.

Der außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Frohnmaier, sagte dem Deutschlandfunk, grundsätzlich halte seine Partei am Prinzip der Nichteinmischung fest, man wolle für eine abschließende Bewertung aber die Begründung der USA für den Einsatz abwarten.

Das Auswärtige Amt gab eine Reisewarnung für Venezuela heraus.

Scharfe Kritik aus Russland, China und Lateinamerika

Vertreter der venezolanischen Regierung verurteilten den Militäreinsatz der USA ebenso wie Brasilien, Kolumbien, Kuba, der Iran, Russland und China. Die Regierung in Caracas hat eine Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats beantragt.

Der kubanische Präsident Díaz-Canel sprach mit Blick auf die Ereignisse von einem „kriminellen US-Angriff“ und forderte die internationale Gemeinschaft auf, dringend darauf zu reagieren. Es handele sich um „Staatsterror gegen das mutige venezolanische Volk und gegen unser Amerika“. Der kolumbianische Präsident Petro erklärte, er alarmiere die ganze Welt, dass Venezuela angegriffen wurde.

Russland und der Iran verurteilten das Vorgehen der USA als „bewaffnete Aggression“. Das chinesische Außenministerium in Peking erklärte, man sei „zutiefst erschüttert und lehnt ein solches hegemoniales Verhalten der USA entschieden ab, das in schwerwiegender Weise gegen das Völkerrecht verstößt, die Souveränität Venezuelas verletzt und den Frieden und die Sicherheit in Lateinamerika und der Karibik bedroht.“

Oppositionelle begrüßen Entmachtung von Maduro

Zustimmung kam dagegen vom argentinischen Präsidenten Milei und von Venezolanern im Exil. Unter anderem in Spanien, Chile, Ecuador. Kolumbien und Argentinien feierten Tausende auf den Straßen.

Die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado rief ihre Landsleute zur Mobilisierung auf. In einer Erklärung der Friedensnobelpreisträgerin heißt es, die Stunde der Freiheit sei gekommen: Venezuela wird frei sein!“ Machado schlug Edmundo Gonzalez als neuen Präsidenten des Landes vor. Sie beansprucht mit ihrer Opposition den Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2024. Der Diplomat Gonzalez war dabei Spitzenkandidat des Oppositionsbündnisses, nachdem Machado das passive Wahlrecht entzogen worden war.

Weiterführende Informationen
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Diese Nachricht wurde am 03.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.