Während die Welt künstliche Intelligenz begeistert aufnimmt, zeigt sich Deutschland als eine der skeptischsten Nationen – viele wünschen sich sogar eine Pausentaste für den Fortschritt. Das ist das zentrale Ergebnis des Bosch Tech Compass 2026, der pünktlich zur Technikmesse CES in Las Vegas veröffentlicht wurde.

Die Studie offenbart eine tiefe emotionale Kluft. Nur 59 Prozent der Deutschen glauben, dass technologischer Fortschritt die Welt verbessert. Global sind es im Schnitt 71 Prozent, in China sogar 87 Prozent. Unter den sieben befragten Ländern ist nur Frankreich mit 53 Prozent noch skeptischer.

Diese Haltung geht über Stimmungen hinaus. Eine Mehrheit der Deutschen fühlt sich vom Tempo der Innovation überfordert. Der Wunsch nach einer „Pausentaste“ ist hierzulande besonders ausgeprägt. Nur 40 Prozent fühlen sich auf das kommende „KI-Zeitalter“ vorbereitet – der niedrigste Wert im internationalen Vergleich.

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Die Ambivalenz gegenüber künstlicher Intelligenz

Trotz der Skepsis sind sich die Deutschen der Bedeutung von KI bewusst. 77 Prozent halten sie für die einflussreichste Technologie des kommenden Jahrzehnts. Doch diese Erkenntnis schafft ein paradoxes Bild: Die Bevölkerung erkennt die Transformation, fühlt sich aber nicht gerüstet, sie zu gestalten.

KI wird hierzulande extrem ambivalent betrachtet. Sie wird sowohl als Technologie mit dem größten positiven Potenzial als auch mit den größten negativen gesellschaftlichen Folgen eingeschätzt. Diese Zwiespältigkeit ist ein globaler Trend, doch in Deutschland scheint die Angst vor den Risiken die Aufbruchsstimmung zu dominieren, die Märkte wie Indien oder die USA antreibt.

Strukturelle Bremsklötze im Innovationssystem

Die Studie deckt tiefsitzende strukturelle Probleme auf. Nur 30 Prozent der Befragten finden, dass das deutsche Bildungssystem innovatives Denken fördert. Und lediglich 23 Prozent glauben, dass die hiesigen Vorschriften Innovationen voranbringen – auch hier der letzte Platz im Ländervergleich.

Stefan Hartung, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, sieht dringenden Handlungsbedarf. „Damit Innovationen aus dem Forschungslabor auf die Straße kommen, muss sich der politische Rahmen ändern“, so Hartung. Er fordert steuerliche Entlastungen für Investitionen in Zukunftstechnologien und weniger Bürokratie, um die Lücke zwischen deutscher Ingenieurskunst und Marktreife zu schließen.

Skepsis als Wettbewerbsnachteil für die Wirtschaft?

Die Ergebnisse kommen zu einem kritischen Zeitpunkt. Die deutsche Wirtschaft kämpft darum, ihre industrielle Führungsposition im Übergang zur softwaredefinierten Produktion und Mobilität zu behaupten. Branchenbeobachter warnen: Während die USA und China KI rasant integrieren, könnte der deutsche „Safety-First“-Ansatz die Einführung wichtiger Wachstumstechnologien ausbremsen.

Doch es gibt auch eine andere Lesart: Die Skepsis könnte als Ruf nach „verantwortungsvoller Innovation“ verstanden werden. Der Wunsch nach einer Pausentaste passt zum regulatorischen Ansatz der EU, der Sicherheit, Ethik und Datenschutz priorisiert – Werte, die auch Bosch mit seinem Leitmotiv „Invented for life“ vertritt. Die Herausforderung für die deutsche Industrie wird sein, diese berechtigten Sorgen ernst zu nehmen, ohne den Fortschritt zu blockieren.

Bosch setzt auf demonstrierte KI-Vorteile

Bosch will der Skepsis mit konkreten Anwendungen begegnen. Auf der CES 2026 stellt der Konzern neue KI-gesteuerte Cockpit-Lösungen vor. Sie sollen als proaktive, einfühlsame Begleiter für Fahrer fungieren und so zeigen, wie „menschenzentrierte“ Technologie den Alltag verbessern kann.

Für Deutschland zeichnet sich ein zweigleisiger Weg ab: aggressive politische Reformen, um Risikobereitschaft und Investitionen zu fördern, und eine konzertierte Anstrengung, die digitale Kompetenz in der Bevölkerung zu stärken. Ohne einen Wandel in Denkweise und Politik droht die Kluft zwischen dem technologischen Potenzial und der gesellschaftlichen Bereitschaft weiter zu wachsen – genau dann, wenn die KI-Revolution Fahrt aufnimmt.

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