Ein paar Flocken kamen schon – ob es am Wochenende noch mehr wird? Wettermodelle prognostizieren möglichen Schnee und Eis im Rhein-Sieg-Kreis. Wenn wir schon keine weißen Weihnachten hatten, lässt sich ja vielleicht das neue Jahr in gezuckerten Landschaften beginnen – und mit einem Schneespaziergang, einer Rodelfahrt oder sogar auf Skiern?

Für Schneefans haben wir einige Tipps gesammelt, um das weiße Vergnügen voll auskosten zu können.  

Schneewanderungen im Siebengebirge und rund um Siegburg

Vielleicht ein naheliegender Tipp, aber doch immer wieder einen Ausflug wert: das Siebengebirge. Winterwandern lässt es sich am sagenumwobenen Drachenfels mit schönen Ausblicken und Möglichkeiten zur Einkehr, zum Beispiel direkt in der Gastronomie am Drachenfels (täglich geöffnet seit dem 1. Januar zwischen 11 und 17 Uhr).

Auch die Ruine der Löwenburg zwischen Bad Honnef und Königswinter lässt sich bei pudrigem Schnee wunderbar erwandern. Die Ruine ist von der Gastronomie Löwenburger Hof aus auf breiten und gut befestigten Forstwegen einfach zu erreichen, heißt es auf deren Webseite. Es geht in den Wald hinein und dann nach Süden bis zur großen Wegkreuzung, ab der Wegweiser den Pfad zur Ruine ausweisen. Die Steigung beläuft sich auf etwa 100 Meter auf rund einen Kilometer und ist damit auch für Familien gut geeignet.

Für Abenteuerlustige gibt es einen weiteren Weg, der im mittleren Teil über einen schmalen Steig führt. Die Hänge sind übrigens auch ein Rodel-Hotspot.

Beliebt bei Rodlern ist der Hang unterhalb des Löwenburger Hofs im siebengebirge bei Königswinter - auch wandern kann man hier hervorragend.

Beliebt bei Rodlern ist der Hang unterhalb des Löwenburger Hofs im siebengebirge bei Königswinter – auch wandern kann man hier hervorragend. (Archivfoto)

Beliebte Wanderwege finden sich auch in der Naturregion Sieg und im Bergischen. Der Erlebnisweg Mönchweg in Siegburg ist beispielsweise ein angenehmer, längerer Rundweg und Waldspaziergang, der im Winter durchaus mystisch anmuten kann. Der startet am Siegelsknippen und führt durch den Kaldauer Wald zur Klosteranlage, die heute als Eventhotel genutzt wird und führt weiter auf schmaleren Waldwegen Richtung Talsperre.

Nach einem kleinen Aufstieg zu einem Höhenkamm wird man mit einem Ausblick von der Stadtmauer auf die Talsperre belohnt. Über Gut Umschoß und einen Pfad durch das Ummigsbachtal geht es schließlich zurück zum Ausgangspunkt. Die Wanderung ist acht Kilometer lang und dauert etwa drei Stunden. Es müssen 150 Höhenmeter überwunden werden. 

Rodeln

Eine hervorragende Rodelpiste für die ganze Familie gibt es auf der Rückseite des Michaelsbergs in Siegburg. An dem breiten, sanft geneigten Hand hinter der Abtei lässt es sich gut auf dem Schlitten oder Rodel-Ufos herunterrutschen.

Am Michaelsberg in Siegburg gibt es eine große Rodelpiste.

Am Michaelsberg in Siegburg gibt es eine große Rodelpiste. (Archivfoto)

Auch an der Löwenburg beziehungsweise dem Löwenburger Hof im Siebengebirge lässt es sich gut rodeln. Es ist allerdings zu beachten, dass die Hänge teilweise steil sind und mitunter gefährlich sein können. Im Löwenburger Hof gibt es Möglichkeiten zur Einkehr. Aber aufgepasst: grundsätzlich ist im Naturschutzgebiet Siebengebirge das Rodeln verboten, da offiziell die ausgewiesenen Wege im Naturschutzgebiet nicht verlassen werden dürfen. Das Rodeln wird aber seit Jahrzehnten „geduldet“.

In Bonn sind die Rheinauen ein beliebter Treffpunkt für Rodel-Fans. Es gibt hubbelige größere Hügel, aber auch flachere, die für kleinere Kinder gut geeignet sind

Auf Skiern über Feldwege in Lohmar und Siegburg

Keine Loipe? Kein Problem. Über verschneite Feldwege, ob asphaltiert oder nicht, kann man sehr gut mit Langlaufskiern gleiten. Das funktioniert besonders gut, wenn es festgefahrene Autospuren gibt. Solche Wege gibt es vielerorts, zwei mit Ausblick und zum Durchatmen habe ich in Lohmar-Heide und in Siegburg-Heide ausprobiert.

Der erste führt von der Franzhäuschenstraße in Richtung Krölenbroich, Parkmöglichkeiten gibt es an der Lohmarer Straße. Rechts und links sind Bäume, Wiesen und Weiden. Von der Ruhebank rechts kann man den Kölner Dom sehen. Am Ende geht’s leicht bergab zum Einstieg Ho-Chi-Minh-Pfad. Wenn der Wald beginnt, reicht oft die Schneedecke nicht mehr aus. Hin und zurück sind es etwa drei Kilometer, das genügt, um ins Schwitzen zu kommen.  

Von der B56 bis Gut Umschoß führt die zweite Strecke. An der Bushaltestelle Derenbachstraße muss man in den Buchenweg abbiegen, dort ist auch ein Platz für einige Pkw. Dann geht es zwischen Feldern Richtung Wald, an der Kreuzung rechts abbiegen und dem kurvigen Weg folgen. Den Wahnbachtalsperrenverband rechts liegen lassen und weitergleiten, bis die Talsperre in Sicht kommt. Dann am besten umdrehen. Der Weg führt steil bergab nach Seligenthal. Hin und zurück sind es vier Kilometer.        

Am Blockhaus in Reichshof liegt schon viel Schnee

Nach ergiebigen Schneefällen tummelten sich am Freitag (2. Januar) bereits etwa 80 Rodler auf den Hängen am Blockhaus bei Reichshof-Eckenhagen. Auf den Parkplätzen waren vorwiegend Oberberger, aber auch Gäste aus dem Bergischen und dem Düsseldorfer sowie Neusser Raum zu sehen.

Die Gemeinde Reichshof hat sich auf einen Ansturm am Wochenende vorbereitet. „Alle stehen in den Startlöchern“, freut sich Katja Wonneberger-Kühr, Leiterin der Kur- und Touristinfo. Der Schlepplift auf dem Blockhaus ist startklar und hat seinen Probelauf an Silvester problemlos bestanden. Allerdings reiche die Schneehöhe von acht bis zehn Zentimetern noch nicht für einen Betrieb. Gleiches gelte für das Spuren der Langlaufloipen. Unabhängig von Neuschnee wird das Spurteam die Hänge walzen. Die Feuerwehr wird wie gewohnt die Parkregelung übernehmen, jedoch nur, wenn der Lift läuft.

Bei Betrieb gibt es Bewirtung an der Talstation. Die Panoramahütte ist geöffnet, erstmals wird Bernhard Junge, ehemaliger Betreiber der Panoramahütte, auf dem Parkplatz am Lift mit einem Imbisswagen vor Ort sein. Auch der Lift in Hahn ist startklar, ebenfalls mit Bewirtung. Gespannt warten die Organisatoren ab, wie viel Schnee noch fällt. Katja Wonneberger-Kühr erklärt: „Morgen früh wird entschieden.“ Aktuelle Infos gibt’s hier und am Schneetelefon unter 02265/345.