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CIA dementiert Putins Darstellung: Kein Ukraine-Angriff auf Residenz. Trump ändert nach CIA-Briefing seinen Kurs – und positioniert sich gegen Putin.

Update: Russische Behörden behaupten, sie hätten den USA angebliche „Beweise“ übergeben. Diese sollen belegen, dass ukrainische Streitkräfte versucht hätten, die Residenz des Kremlchefs Wladimir Putin in der russischen Oblast Nowgorod mit Drohnen anzugreifen. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass „Materialien mit entschlüsselten Routing-Daten und der Steuerung einer ukrainischen Drohne“ an einen Vertreter des Militärattachés der US-Botschaft in Moskau übergeben wurde. Die Daten sollen Details zu dem Flugobjekt liefern, das „in der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember 2025 über der Oblast Nowgorod während eines Terroranschlags auf die Residenz des russischen Präsidenten von russischen Luftverteidigungssystemen abgeschossen wurde“.

Erstmeldung: Washington/Moskau – In einer überraschenden Kehrtwende hat US-Präsident Donald Trump einen scharf russlandkritischen Artikel auf seiner Plattform Truth Social geteilt – nur wenige Tage, nachdem er die Ukraine wegen eines angeblichen Angriffs auf eine Residenz von Präsident Wladimir Putin verurteilt hatte. Der Kurswechsel erfolgte unmittelbar nach einem Briefing durch CIA-Chef John Ratcliffe, der Trump über neue Geheimdiensterkenntnisse zu den russischen Anschuldigungen informierte. Der von Trump verbreitete Kommentar der New York Post bezeichnet Kremlchef Wladimir Putin als „eigentliche Hürde auf dem Weg zum Frieden“ und argumentiert, dass jeder Angriff auf den russischen Präsidenten „mehr als gerechtfertigt“ sei.

Ist wegen möglichen Fake News zu Angriffen auf eine Putin-Villa sauer: US-Präsident Donald Trump.Ist wegen möglichen Fake News zu Angriffen auf eine Putin-Villa sauer: US-Präsident Donald Trump. © Mark Schiefelbein/dpa

Der US-Geheimdienst CIA hatte zuvor die Erkenntnis erlangt, dass die Ukraine im Krieg gegen Russland weder den russischen Präsidenten Wladimir Putin ins Visier genommen noch eine seiner Residenzen angegriffen hat. Das berichteten das Wall Street Journal sowie die Sender PBS und CNN unter Berufung auf namentlich nicht genannte Vertreter der US-Regierung. Damit widerspricht der US-Auslandsgeheimdienst schweren Vorwürfen aus Moskau, die von einem versuchten ukrainischen Drohnenangriff auf Putins Präsidentenresidenz im Gebiet Nowgorod sprachen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

Angriff auf Putin-Residenz bei Nowgorod? CIA entlarvt Lüge aus Russland – Trump reagiert

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte am Montag von einem versuchten „Terroranschlag“ im Ukraine-Krieg gesprochen und behauptet, Russlands Flugabwehr habe 91 ukrainische Drohnen mit größerer Reichweite über der Residenz von Putin abgeschossen. Russland präsentierte am Mittwoch erstmals mögliche Beweise für den Angriff in der russischen Region Nowgorod, darunter Reste einer mutmaßlich ukrainischen Drohne. Der ukrainische Auslandsgeheimdienst sprach jedoch von gefälschten Karten und Attrappen. Viele Experten bezweifeln ebenfalls, dass der von Russland geschilderte Angriff so stattgefunden hat.

Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf US-Beamte, der umstrittene ukrainische Drohnenangriff habe einem militärischen Ziel in derselben Region wie Putins geheimer Residenz gegolten – allerdings nicht in der Nähe des Anwesens. Wie es weiter hieß, soll Trump dann am Mittwoch von CIA-Chef John Ratcliffe über die Erkenntnisse des Geheimdienstes unterrichtet worden sein. Am selben Tag teilte der US-Präsident dann überraschend einen sehr russlandkritischen Artikel auf seiner Plattform Truth Social.

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Das Boulevardblatt New York Post stellt in dem von Trump geteilten Artikel Kremlchef Putin als eigentliche Hürde auf dem Weg zum Frieden dar. Unter anderem heißt es dort, jeder Angriff auf Putin sei „mehr als gerechtfertigt“. „Wir brauchen seine Krokodilstränen nicht, stattdessen sollte der Druck erhöht werden“, wird in dem Kommentar argumentiert. Es wird dafür plädiert, dass Russland keine weiteren Zugeständnisse gemacht werden sollten, sondern ein härteres Vorgehen nötig sei. Wenige Tage zuvor hatte Trump sich noch wütend über den Ukraine-Angriff gezeigt.

Putin zeigte sich von den Vorwürfen unbeeindruckt und gab sich in seiner Neujahrsansprache im Ukraine-Krieg weiterhin siegessicher. „Ich gratuliere unseren Kämpfern und Kommandeuren zum beginnenden neuen Jahr! Wir glauben an sie und an unseren Sieg“, sagte Putin laut einem von Staatsmedien veröffentlichten Text der aufgezeichneten Videoansprache. Die russischen Soldaten, denen die Ukraine Kriegsverbrechen vorwirft, bezeichnete Putin erneut als „Helden“. Von den Verhandlungen mit den USA über eine Beendigung des Krieges war keine Rede in der Botschaft, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hob unterdessen in seiner Neujahrsbotschaft seinen Glauben an den Frieden hervor. Das auslaufende Jahr sei geprägt gewesen „von der Treue und Standhaftigkeit, den Prinzipien und der täglichen Arbeit der Ukrainer“, teilte er auf Facebook und der Plattform X mit. „Wir glauben an den Frieden, kämpfen dafür und arbeiten dafür“, erklärte er laut der Nachrichtenagentur AFP.

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Sowohl Russland als auch die Ukraine überzogen das jeweilige Nachbarland in der Neujahrsnacht mit Drohnenangriffen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtete, eine Kampfdrohne sei kurz vor Mitternacht im Anflug auf die Hauptstadt abgeschossen worden. In Kiew wurde kurz vor dem Jahreswechsel Luftalarm wegen anfliegender Drohnenschwärme ausgelöst. Im südlichen Odessa wurden Medienberichten zufolge erneut Energieanlagen getroffen.

Ungeachtet dessen gehen aber die Bemühungen um einen Frieden weiter. Nächste Schritte auf dem Weg zu einem Ende des Ukraine-Krieges besprach der US-Sondergesandte Steve Witkoff mit dem außenpolitischen Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Günter Sautter, und anderen Vertretern Europas am Silvestertag. Dabei sei es unter anderem um eine Stärkung von Sicherheitsgarantien und die Entwicklung „effektiver Deeskalationsmechanismen“ gegangen, schrieb Witkoff auf X.

Dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj zufolge sollen die Gespräche nun bei einem Treffen der nationalen Sicherheitsberater aus der „Koalition der Willigen“ am 3. Januar in der Ukraine vertieft werden. Am 6. Januar soll dann ein Treffen auf der Ebene der Staatschefs folgen. Inwieweit Putin mitspielt, bleibt aber unklar. Erst recht, nachdem er die Kritik von Trump einstecken musste. (Quellen: Wall-Street Journal, PBS, CNN, AFP, dpa, New York Post) (jek)