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DI Mervin Wilson (Don Gilet) und DS Naomi Thomas (Shantol Jackson) beim Weihnachtsessen © BBC/Red Planet Pictures
Die Weihnachtsfolge überzeugt mit cleverem Plot und emotionalen Momenten. Nur der Täter lässt sich etwas zu früh erahnen.
Die Fans von Death in Paradise kennen das Spiel. Jedes Jahr zu Weihnachten gibt es eine Sonderfolge, die zwischen den Staffeln ausgestrahlt wird. Mal sind diese Specials gelungen, mal weniger. Die vergangene Ausgabe, die am 28. Dezember auf BBC One lief, gehört definitiv zu den besseren Exemplaren der letzten Jahre.
Ein klassisches Locked-Room-Mysterium mit Twist
Die Ausgangslage klingt nach purem Whodunit-Vergnügen. Vier Kollegen wachen nach einer ausufernden Büro-Weihnachtsparty in ihrer karibischen Villa auf. Der Kater ist heftig, doch das eigentliche Problem liegt im Pool. Dort treibt ein Fremder. Tot. Erschossen.
DI Mervin Wilson und sein Team identifizieren schnell die Tatwaffe. Nur war diese zum Tatzeitpunkt in einem verschlossenen Schubfach eingesperrt. In Swindon, dass tausende Kilometer entfernt im kalten England liegt. Wer solche Rätsel mag, bekommt hier endlich wieder etwas Handfestes geboten.
Commissioner Patterson auf Abwegen
Dass der Fall Hilfe aus England erfordert, bringt einen der interessantesten Handlungsstränge der Folge mit sich. Commissioner Selwyn Patterson, gespielt von Don Warrington, der am Ende der 14. Staffel seinen Posten aufgegeben hatte, bekommt einen überraschenden Auftritt auf der anderen Seite des Atlantiks. Sein Intermezzo in der alten Heimat funktioniert erstaunlich gut und zeigt, dass die Figur auch abseits von St. Marie ihren Charme behalten hat. Ob das ein Hinweis auf künftige Entwicklungen ist, bleibt abzuwarten.
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Mervin Wilson findet zu sich selbst
Don Gilet als DI Mervin Wilson hat nach einer ganzen Staffel mittlerweile seinen Platz im Team gefunden. Die Weihnachtsfolge gibt seiner Figur endlich den emotionalen Abschluss, der seit dem Staffelfinale in der Luft lag. Mervin hatte dort erfahren, dass er einen Bruder namens Solomon hat. In dieser Episode findet er den Mut, den Kontakt herzustellen. Diese persönliche Note verleiht der Folge eine zusätzliche Tiefe, ohne jedoch den aktuellen Fall zu überschatten.
Sebastian Rose überrascht positiv
Officer Sebastian Rose gespielt von Shaquille Ali-Yebuah, hat sich in dieser Folge von seiner besten Seite gezeigt. Immerhin trägt er diesmal aktiv zur Lösung des Falls bei. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten in der Serie entwickelt sich die Figur langsam zu einem vollwertigen Teammitglied. Man darf gespannt sein, wohin diese Entwicklung in der kommenden 15. Staffel führt.
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Ein Rätsel mit kleinem Makel
Bei aller Begeisterung für das Setting und die Nebenhandlungen bleibt ein kleiner Wermutstropfen. Das zentrale Rätsel ist zwar clever konstruiert, doch aufmerksame Zuschauer dürften relativ früh ahnen, wer hinter der Tat steckt. Die Auflösung überrascht nicht wirklich. Das mindert das Vergnügen ein wenig, macht die Folge aber nicht weniger sehenswert. Denn am Ende geht es bei Death in Paradise eben nicht nur um den Mord. Sondern um die Menschen, die ihn aufklären.
Der Cast von „Death in Paradise“ zu Weihnachten 2025 © BBC/Red Planet PicturesFazit
Das Weihnachtsspecial 2025 liefert genau das, was Fans der Serie erwarten. Ein solides Rätsel mit karibischem Flair, emotionale Momente für die Hauptfiguren und ein paar überraschende Wendungen. Die Gastauftritte von Pearl Mackie, Kate Ashfield und Josie Lawrence fügen sich gut ins Gesamtbild ein. Wer die Serie mag, wird auch diese Folge mögen. Und wer nach dem Staffelfinale besorgt war, ob Selwyn wirklich weg ist, bekommt zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer, wenn auch mit Cliffhanger. Von mir gibt es fast 5 Weihnachtspunsch.