Mit Zement, Papier und Bitumen gestaltet Roland Haag seine Werke. Nun zeigt er 60 davon im Rathaus Remchingen unter dem Titel „Struktur und Emotion“.

Ein Mann steht lächelnd in einem Atelier hinter einem Tisch mit Farben, Pinseln und Malutensilien.

Der frühere Remchinger Kulturhallenleiter Roland Haag nutzt die neu gewonnene Zeit leidenschaftlich gerne für strukturreiche Malerei.

Foto: Julian Zachmann

02. Jan 2026  |  09:32 Uhr

2 Minuten

Neue Farbe in den Remchinger Rathausneubau bringt Roland Haag zum neuen Jahr. „Struktur und Emotion“ heißt die Ausstellung, zu deren Eröffnung der frühere Kulturhallenleiter und die Gemeinde Remchingen am Donnerstag, 8. Januar, einladen. Jahrzehntelang, seit den Anfängen der Kulturhalle 1989, hatte Haag unzählige Kulturkünstler in die Gemeinde geholt – seit seinem Ruhestand 2017 setzt er selbst ganz praktisch farbkräftige Akzente.

Strukturen aus Zement und Bitumen prägen die Werke

Dabei bringt er nicht nur Farbe auf die Leinwände, sondern insbesondere Strukturen, die das Markenzeichen seiner meist großformatigen Werke sind. Dazu benutzt der Unruheständler unterschiedliche Materialien wie Zement, Sand, gefaltete Papiere, aber auch Marmormehl oder Bitumen. Einzeln oder in Kombination ergeben sie auf der Leinwand beabsichtigte ebenso wie zufällige Strukturen. „Mir gefallen Strukturen, egal ob auf der Straße, auf einer Baustelle, an einem abgebrochenen Haus oder in der Natur“, verdeutlicht der passionierte Künstler. „Manche Strukturen ergeben sich ganz bewusst auf den Bildern, andere kommen mit der Zeit dazu.“

Haag übermalt Werke auch Jahre später erneut

Mit knalligen Farben, Zeichnungen, Handschrift und hin und wieder Fotocollagen weckt er in den Strukturen Emotionen. „Für jedes Bild habe ich einen Plan im Kopf, aber weiß nie, was am Ende wirklich rauskommt – da gibt es viele Umwege“, erklärt Haag. So könne es vorkommen, dass er ein Bild Jahre später noch einmal auf den Tisch lege. Oder dass er einen nächtlichen Einfall am nächsten Tag auf die Leinwand bringe: „Oft wird ein Bild am Ende ganz anders als zunächst gedacht.“

Dem Mitsiebziger, der neben Germanistik und Sportwissenschaften auch Kunsttherapie studierte, blieb während seiner beruflichen Tätigkeit bis auf die Gestaltung von Plakaten und Programmheften kaum Zeit für die Kunst. In der neu gewonnenen Zeit, die er gerne auch fürs Mountainbiken und Skifahren, für Kulturbesuche und Reisen mit seiner Frau nutzt, hat er sich von Neuem Inspiration bei Kursen an Kunstakademien geholt.

Rund 60 ausgewählte Werke präsentiert Haag in seiner bereits zweiten Ausstellung im Rathausneubau: „Mit seiner architektonischen Zurückhaltung und klaren Beschränkung auf Beton, Holz und Glas ohne Firlefanz ist das Rathaus geradezu gemacht für Ausstellungen“, freut er sich. Jedes seiner Bilder trägt einen Namen, den Haag aber bewusst offenhält, um Spielraum für die Interpretation zu lassen – etwa „Was bleibt“ oder „Wenn man das so betrachtet“.

Service

Die Vernissage findet am Donnerstag, 8. Januar, ab 18.30 Uhr statt. Neben Grußworten von Bürgermeisterin Julia Wieland (parteilos) bereichert der Straubenhardter Gitarrist Matthias Hautsch den Abend, bevor Roland Haag zu seinen Werken begleitet. Die Ausstellung „Struktur und Emotion“ ist bis Mitte April zu den Rathausöffnungszeiten zu sehen. Anfragen für Führungen nimmt Haag unter haag-dautel@web.de entgegen.

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