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Ihre Pläne für ein professionelles Longevity-Center stellte die Gesundheitswelt Chiemgau am ersten Longevity-Day in Bad Endorf vor.Ihre Pläne für ein professionelles Longevity-Center stellte die Gesundheitswelt Chiemgau am ersten Longevity-Day in Bad Endorf vor. © Kathrin Gerlach

Altern neu denken: Die Gesundheitswelt Chiemgau bündelt Medizin, Forschung und innovative Therapien, um Menschen zu einem längeren, vitaleren Leben zu verhelfen. Von Diagnostik über Ernährung bis Kryotherapie – in Bad Endorf entsteht 2026 das erste Longevity-Center im Landkreis Rosenheim.

Bad Endorf – Die Gesundheitswelt Chiemgau (GWC) stellt sich im neuen Jahr neuen Herausforderungen: Sie greift einen Megatrend auf und will ihn in Bad Endorf wissenschaftlich fundiert zu einem neuen Gesundheitsmodell entwickeln. Longevity heißt das Zauberwort, das weit mehr als Langlebigkeit bedeutet. Denn es geht um die Frage, wie eine Gesellschaft, die immer älter wird, möglichst lange gesund bleiben kann. Es geht darum, die Phase der Krankheit am Ende eines Lebens zu verkürzen und die persönliche Lebensspanne zu einer möglichst langen Gesundheitsspanne zu machen.

Longevity ist weitaus mehr als Prävention

Mit einem gesunden Lebensstil lässt sich das Leben verlängern. Allgegenwärtig sind wichtige Regeln wie eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung, die gesunde Dosis Stress, guter Schlaf und das Vermeiden von Risikofaktoren wie Alkohol, Nikotin oder Übergewicht. „Prävention kennt jeder, doch professionelle Longevity hat andere Ansätze“, erklärt Dietolf Hämel, Vorstandsvorsitzender der Gesundheitswelt Chiemgau AG. Deshalb soll in Bad Endorf das erste Longevity-Center im Landkreis Rosenheim entstehen.

Beste Voraussetzungen, große Expertise

Der Gesundheitskonzern hat dafür beste Voraussetzungen und eine hohe medizinische Expertise. „In der Gesundheitswelt Chiemgau steht die Gesundheit im Fokus“, betont Bürgermeister Alois Loferer, zugleich Stellvertretender Vorsitzender des GWC-Aufsichtsrates. „In unseren Kliniken werden die Menschen gesund gemacht, im Hotel Ströbinger Hof finden sie Entspannung und guten Schlaf, in unseren Thermen Heilwasser und im medizinischen Fitnesszentrum Promoveo Anleitung zu gesunder Bewegung.“ On top soll nun ein professionelles Longevity-Center entstehen.

Das Altern positiv beeinflussen

„Altern ist ein Komplex aus vielen Aspekten“, betont Professor Dr. Matthias Spörrle. Der Wissenschaftler ist in Forschung, Lehre und Weiterbildung an verschiedenen Hochschulen tätig. Seine Arbeit fokussiert sich auf Gesundheitsverhalten und Langlebigkeit – immer mit dem Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse in praxisrelevante Konzepte zu übertragen. Er gilt als der Longevity-Experte schlechthin und berät das GWC-Team beim Aufbau eines professionellen Longevity-Centers. „Altern liegt in der Natur des Lebens“, sagt Spörrle. Inzwischen sind zwölf zelluläre und molekulare Merkmale des Alterns erforscht. Dazu gehören Schäden an Erbsubstanz, Zellen und Gewebe, die sich mit zunehmendem Alter häufen und vom Körper nicht mehr repariert werden können. „Das heißt aber nicht, dass wir keine Möglichkeiten haben, das Altern positiv zu beeinflussen“, so Spörrle.

Für ein langes gesundes Leben engagieren sich Dietolf Hämel, Vorstand der Gesundheitswelt Chiemgau AG (rechts), und Professor Dr. Matthias Spörrle.Mit neuen Konzepten wollen Dietolf Hämel, Vorstand der Gesundheitswelt Chiemgau AG (rechts), und Professor Dr. Matthias Spörrle das Altern positiv beeinflussen. © Kathrin GerlachGesunde Ernährung ist das A und O

Doch wie lässt sich die Natur austricksen, wie das Recyclingprogramm der Zellen neu auflegen? Eine Pille gegen das Altern wurde noch nicht erfunden. Doch es gibt innovative Wege zu mehr Gesundheit im Alter. Einer davon: „Gesunde Ernährung, denn sie liefert den Zellen Energie, steuert die Genaktivität und stärkt das Mikrobiom als Schlüssel zur Gesundheit“, betont Dr. Alexander Esmaty. Er ist der Chefarzt der Fachklinik für hämatologisch-onkologische Rehabilitation an der Klinik St. Irmingard.

Individuelle Nahrungsergänzungsmittel

Als Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie sowie Ernährungsmediziner sind seine Ansätze eng mit den Konzepten der Longevity und dem Ziel verbunden, die Lebenserwartung und Vitalität nachhaltig zu fördern. „Gesundes Altern ist das Ergebnis präziser Medizin“, sagt Esmaty. Und die beginnt bei der Diagnostik, um auf die individuelle DNA eines Menschen abgestimmte Nahrungsergänzungsmittel auszuwählen. Die sogenannten „Longevity-Supplements“ enthalten eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, die auf verschiedene Aspekte der Gesundheit abzielen, die beispielsweise antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen besitzen und den Alterungsprozess auf zellulärer Ebene verlangsamen sollen.

Experten für eine ausgewogene Ernährung, guten Schlaf und eine gesunde Psyche sind Dr. med. Alexander Esmaty (links) und Dr. med. Christian Ehrig.Experten für eine ausgewogene Ernährung, guten Schlaf und eine gesunde Psyche sind Dr. med. Alexander Esmaty (links) und Dr. med. Christian Ehrig. © Kathrin GerlachKälte gegen Schmerzen und Entzündungen

Auch die Kryotherapie soll das Altern gesünder machen. So erwägt die Gesundheitswelt Chiemgau beispielsweise, ihr künftiges Longevity-Center mit einer Kältekammer auszustatten. Dabei wird der Körper für kurze Zeit einer Temperatur von minus 110 Grad Celsius ausgesetzt. Dadurch werden natürlichen Reaktionsmechanismen des Körpers auf extreme Kälte aktiviert, Stoffwechsel und Durchblutung angeregt, Immunsystem und Regeneration verbessert. Die Behandlung soll unter anderem dabei helfen, Schmerzen und Entzündungen zu lindern, depressive Symptome zu reduzieren sowie das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.

Ein Mensch in der KältekammerWarm eingehüllt können ein paar Minuten in der Kältekammer Stoffwechsel und Durchblutung anregen. © Kathrin GerlachSauerstofftherapie für die Zellgeneration

Ein weiterer Baustein im Longevity-Plan der GWC: die hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT). Dabei wird in speziellen Druckkammern reiner Sauerstoff unter erhöhtem Druck eingeatmet. Das soll die Sauerstoffkonzentration im Blut erhöhen und so unter anderem Zellregeneration und Wundheilung fördern sowie Entzündungen hemmen. In der Medizin wird diese Methode bereits bei Erschöpfung nach Long-Covid, bei Knochen- und Gelenkerkrankungen oder nach Schlaganfall angewendet. Aber auch im Anti-Aging-Bereich ist sie verbreitet.

Bei der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBOT) atmet man in speziellen Druckkammern reinen Sauerstoff ein. Bei der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBOT) atmet man in speziellen Druckkammern reinen Sauerstoff ein. Das soll die Sauerstoffkonzentration im Blut. © Kathrin GerlachSchlaf als Langlebigkeitsfaktor

„Ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch im Schlaf, deshalb ist auch guter und erholsamer Schlaf ein aktiver Gesundheits- und Langlebigkeitsfaktor“, sagt Dr. Christian Ehrig. Er ist Facharzt für Innere Medizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und war vor seiner Pensionierung viele Jahre Chefarzt der Klinik St. Irmingard in Prien. Ehrig macht auf einen weiteren wichtigen Faktor für gesundes Altern aufmerksam: „Die Pflege von sozialen Beziehungen für das psychische Wohlbefinden, denn Isolation und Einsamkeit erhöhen das Risiko für schwere Erkrankungen.“

Longevity-Center wird Schritt für Schritt aufgebaut

Für ein Longevity-Center sind in der Gesundheitswelt Chiemgau alle Mosaiksteine vorhanden: Erfahrene Mediziner und Therapeuten, ein medizinisches Fitnesstudio, eine Therme, eigene und externe Longevity-Experten. „Die Forschungen zur Longevity sind eine kontinuierliche Reise, die nicht endet“, betont Dr. Matthias Spörrle. „Und wir sind auf dieser Reise“, sagt GWC-Chef Dietolf Hämel. Im Jahr 2026 soll der Plan Schritt für Schritt umgesetzt werden. Ziel ist es, die Gesundheit der Menschen zu verbessern, um ihnen mehr gesunde Lebenszeit zu schenken.

Beim ersten Longevity-Day der Gesundheitswelt Chiemgau konnten sich die Besucher auch über Nahrungsergänzungsmittel (links) und die Bioelektrische Impedanzanalyse im medizinischen Fitnessstudio Promoveo (rechts) informieren.Beim ersten Longevity-Day der Gesundheitswelt Chiemgau konnten sich die Besucher auch über Nährungsergänzungsmittel und die Bioelektrische Impedanzanalyse im medizinischen Fitnessstudio Promoveo informieren. © Kathrin Gerlach

Jede persönliche Longevity-Reise soll mit einer ausführlichen Anamnese beginnen – beispielsweise mit Laboranalysen, medizinischen Untersuchungen und persönlichen Gesprächen über Gewohnheiten, Lebensumstände, Gesundheit und Zukunftswünsche. Daraus lassen sich dann individuelle Therapie- und Trainingspläne für ein langes, gesundes Leben ableiten.

Ein Gesundheitsplan für alle Generationen

Das neue Longevity-Center ist nicht nur für die Generation 60plus gedacht, sondern für alle Altersgruppen, denn das Altern beginnt schon in jungen Jahren. „Unser künftiges Angebot ist wissenschaftlich fundiert, multidimensional, dynamisch und individuell“, macht Dietolf Hämel klar. An den Start geht es aufklärend: mit Informationen rund um den Alterungsprozess, mit praxisnahen Tipps zu Ernährung, Bewegung und Schlafhygiene sowie mit aktuellen Erkenntnissen zu Substanzen mit nachgewiesenem Langlebigkeitseffekt. Der nächsten Longevity-Day der Chiemgau Gesundheitswelt findet am 23. April im Kursaal Bad Endorf statt.

Mehr zum ThemaDietolf Hämel, Vorstandsvorsitzender der GWC AG, kann entspannt sein. Der Konzern befindet sich auch in einem anspruchsvollen Umfeld in einer soliden Lage.Gesundheitswelt Chiemgau trotzt der Krise