
Vom Erfolg seiner Idee, ein etwas anderes Radrennen in Münster auf die Beine zu stellen, ist Richard Vienenkötter noch immer überwältigt: „Von insgesamt 150 möglichen Anmeldungen sind bereits mehr als die Hälfte vergeben und das ohne große Werbung!“ Vielleicht liegt es daran, dass es bei diesem Rennen mit dem Namen „Point of Return“ nicht um Schnelligkeit, sondern um Ausdauer geht. Innerhalb von vier Tagen müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen möglichst großen Abstand vom Startpunkt erreichen und wieder rechtzeitig zurückkehren.

Münster betritt hier offenbar Neuland im Bereich der Radrennen: „Ich kenne das nur vom Gleitschirmfliegen, Bordairrace nennt sich das dort. Von einem entsprechenden Wettbewerb per Fahrrad habe ich bislang noch nichts gehört“, wie der 36-Jährige berichtet. Die Regeln sind relativ einfach. Wenn am 14. Mai um 10 Uhr bei der B-Side der Startschuss fällt, geht es für die Teilnehmenden auf eine selber erarbeitete Reise, mit dabei ein GPS-Tracker, der anzeigt, wo sich die Fahrerinnen und Fahrer gerade befinden. Am entferntesten Punkt der Reise wird eine GPS-Markierung gesetzt, ein Foto soll außerdem beweisen, dass man tatsächlich mit seiner Leeze vor Ort war. Gewonnen hat, wer vom Startort, der B-Side an Münsters Hafen, den entferntesten Punkt in Luftlinie erreicht hat und spätestens am 17. Mai um 16 Uhr wieder zurück ist.
„Manche Teilnehmer wollen einfach nur entspannt Radfahren, andere wollen alles rausholen. Das Teilnehmerfeld ist wirklich querbeet breit aufgestellt“, wie Vienenkötter, der selber begeisterter Radwanderer ist, berichtet. Mit 18 hat er seine ersten größeren Radtouren unternommen, inzwischen war er mit dem Rad in halb Europa unterwegs, „Das ist einfach eine coole Art des Reisens“. Bei der Ausarbeitung der Route ist durchaus Fingerspitzengefühl gefragt, so dürfen beispielsweise keine Fähren zum Überqueren von Flüssen genutzt werden. Überhaupt steht die ganze Veranstaltung unter dem Stichwort „unsupported“, also ohne Unterstützung. Freunde und Familienmitglieder dürfen während des Rennens nicht helfen, jede Form von Support muss potenziell jedem Teilnehmenden zur Verfügung stehen. Beim Stichwort Pedelec kommt von Richard Vienenkötter sofort ein klares „Nein“, es dürfen lediglich Fahrräder an den Start gehen, „Das ‚Point of Return‘-Rennen wird immer motorfrei bleiben!“

Vienenkötter wirkt mit Blick auf das Rennen Mitte Mai aktuell noch entspannt: „Ich habe großen Respekt vor der Aktion, aber auch große Lust darauf!“ 69 Euro kostet die Teilnahme – klingt zunächst üppig, wird aber schnell nachvollziehbar, wenn man die Auflistung der Kosten betrachtet: Die Miete für einen GPS-Tracker beträgt schon 27,50 Euro, das Ticketsystem muss bezahlt werden, die Internetseite kostet, Versicherungen, Genehmigungen, Raummieten für die Abschlussveranstaltung und dann gehen noch 13,80 Euro pro Teilnehmenden als Spende an soziokulturelle Projekte, „Ich sehe jetzt anders auf die Kosten von Radrennen, da kommt echt so einiges zusammen!“ Wer vor der Tour etwas üben möchte, kann dies zum Beispiel mit unseren Radtouren der Rubrik „Ab auf die Leeze“ machen. ALLES MÜNSTER ist Medienpartner des „Point of Return“-Rennens.
Als Anhaltspunkt hier ein paar ungefähre Entfernungen in Luftlinie von Münster: Düsseldorf (100 km), Hamburg (250 km), Berlin (400 km), Paris (500 km) oder Salzburg (600 km). Klingt machbar? Dann meldet euch an!
Zu gewinnen gibt es auch etwas und zwar zwei Übernachtungen auf dem Hausboot „Irene“ in Hamburg für vier Personen. Die detaillierten Teilnahmebedingungen und die Tickets für die Teilnahme gibt es unter www.pointofreturn.de
Michael wurde im niedersächsischen Celle geboren und kam 1990 zum Studieren nach Münster. Er ist Geograf und arbeitet heute in der Unternehmskommunikation. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Umwelt, Gesundheit und Soziales aber auch in den Naturwissenschaften. Michael ist leidenschaftlicher Radfahrer, Wanderer und Amateurfotograf.