Inhalt / Kritik

Viele Jahre ist Millie Calloway (Sydney Sweeney) im Gefängnis gewesen. Jetzt hofft sie darauf, dieses Leben endlich hinter sich lassen zu können. Als sie wider Erwarten eine Stelle als Hausmädchen bei dem Ehepaar Nina (Amanda Seyfried) und Andrew Winchester (Brandon Sklenar) erhält, scheint diese Chance zum Greifen nahe zu sein. Zwar ist Tochter Cece (Indiana Elle), um die sie sich kümmern soll, recht abweisend. Ansonsten scheint Millie aber einen echten Traumjob an Land gezogen zu haben. Doch dann hat Nina immer wieder seltsame Aussetzer, wird wütend und willkürlich. Zu ihrem Glück ist Andrew dafür sehr nett, steht ihr immer wieder zur Seite – und kommt ihr dabei näher …

Demontage nach einem Bestseller

Als der Roman The Housemaid von Freida McFadden 2022 veröffentlicht wurde, erfreute er sich schnell großer Beliebtheit. Tatsächlich war die Geschichte um ein Hausmädchen, das bei einem wohlhabenden Paar unheimliche Erfahrungen macht, ein so großer Erfolg, dass inzwischen zwei Folgeromane erschienen sind. Insofern verwundert es dann auch nicht wirklich, dass man mit einem Film versucht, irgendwie von diesem Erfolg zu profitieren. Vorab war die Skepsis zwar etwas größer. So fiel Hauptdarstellerin Sydney Sweeney zuletzt primär durch kontroverse Werbungen auf, an den Kinokassen glückte ihr hingegen praktisch gar nichts mehr. Und auch bei Regisseur Paul Feig, der in den letzten Jahren ausschließlich für Streamingdienste tätig war, durfte man einen Kinoerfolg anzweifeln.

Tatsächlich läuft der Film aber überraschend gut. Ob er diese Einnahmen verdient hat, darüber lässt sich streiten. Der Einstieg ist dabei ganz passabel. Zwar ist es reichlich albern, wenn die Protagonistin sich als seriöser zu verkaufen versucht, indem sie eine falsche Brille aufsetzt. Und doch ist man gespannt, was wohl passieren wird und was genau denn das düstere Geheimnis hinter dieser makellosen Fassade ist. Denn dass da etwas nicht stimmt, daran lässt The Housemaid – Wenn sie wüsste keinen Zweifel. Das hier ist einer dieser Thriller, bei denen genüsslich das Bilderbuchleben eines Traumpaares demontiert wird. Dennoch überrascht es zunächst, mit welcher Wucht das am Anfang alles eingerissen wird. Das funktioniert vor allem wegen Amanda Seyfried, die hier ihre Wandelbarkeit unter Beweis stellt.

Mal zäh, mal unterhaltsam übertrieben

Doch weder sie noch der Rest des prominent besetzten Ensembles kann verhindern, dass der Mittelteil sehr zäh wird. The Housemaid – Wenn sie wüsste folgt in dieser Zeit einfach zu vielen Klischees, die auch noch so genüsslich übertrieben werden, dass man sich zuweilen fragt, ob das hier eine Parodie à la The Woman in the House Across the Street From the Girl in the Window sein soll. Das Publikum darf sich während dieser Passage über viel nackte Haut freuen. Spannend ist das aber nicht, wenn der Film zu einem dieser übertriebenen Hochglanzdramen wird. Allein die Aussicht, dass an der Geschichte noch mehr dran sein muss, wenn Feig hier Regie führt, lässt einen weiter dranbleiben. Das kann und darf nicht schon alles sein.

Tatsächlich bewahrheitet sich diese Prognose auch, zum Ende hin warten eine Reihe von Wendungen auf das Publikum. Teilweise lassen diese sich vorhersagen. Wer genauer aufpasst, findet zuvor diverse Hinweise, worauf das alles hinauslaufen wird. Überraschend ist aber erneut, welche Ausmaße das annimmt. Die Handlung eskaliert auf eine unterhaltsam-übertriebene Weise, wenn jede Form von Glaubwürdigkeit in den Tod gestoßen wird. Wer ein Problem mit übertriebenen Geschichten hat oder auch glücklichen „Zufällen“, braucht es hiermit erst gar nicht zu versuchen. Aber es ist schon unterhaltsam, welchen Blödsinn The Housemaid – Wenn sie wüsste da zu erzählen hat, zumal das Ensemble mit viel Ernst zur Sache geht und so tut, als wäre das hier tatsächlich real. Als Over-the-top-Thriller macht das hier zumindest phasenweise tatsächlich Spaß.

Credits

OT: „The Housemaid“
Land: USA
Jahr: 2025
Regie: Paul Feig
Drehbuch: Rebecca Sonnenshine
Vorlage: Freida McFadden
Musik: Theodore Shapiro
Kamera: John Schwartzman
Besetzung: Sydney Sweeney, Amanda Seyfried, Brandon Sklenar, Michele Morrone, Elizabeth Perkins, Indiana Elle

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