
Fünf Siege im Slalom hatte Mikaela Shiffrin nacheinander gefeiert. Beim sechsten stand erstmals eine andere Fahrerin ganz oben. In einem packenden Finale beendete Camille Rast die Siegesserie von Shiffrin. Die Schweizerin verwies im slowenischen Kranjska Gora die US-Amerikanerin mit einem Vorsprung von 0,14 Sekunden auf Platz zwei. Dritte wurde Wendy Holdener. Emma Aicher und Lena Dürr landeten auf den Plätzen acht und elf.
Shiffrin lieferte wieder einmal perfekt. „Ein super schneller Tanz“, sei es gewesen, so die 30-Jährige zum enggesetzten ersten Lauf. Noch schneller war allerdings Camille Rast, die Shiffrin eine knappe Zehntelsekunde abnahm. „Es war sehr cool zu fahren,“ strahlte die Vortagessiegerin im Riesenslalom.
Ein Sieg sollte auch so etwas wie die Revanche für die knappe Niederlage im letzten Rennen 2025 in Semmering sein, als sich Rast mit 0,09 Sekunden geschlagen geben musste.
Shiffrin stark, Rast noch stärker
Shiffrin machte es im zweiten Lauf aber richtig spannend und konnte wie so oft im Finale noch eine Schippe drauflegen. Die US-Amerikanerin jagte aggressiv durch den Kurs und brannte die zu knackende Richtzeit für Rast in den Schnee.
Die blieb unbeeindruckt, zeigte wenig Respekt vor der Topzeit der Rivalin und schnappte sich eindrucksvoll den Sieg. Revanche gelungen!
Aicher nach Fehler im Angriffsmodus
Ein schwerer Fehler zu Beginn des Steilhangs vermasselte indes Emma Aicher eine bessere Ausgangslage für den zweiten Lauf. „Eisig hart, aber schon ganz griffig“, so Aicher zum Schnee, auf dem sie als Sechste 1,20 Sekunden Rückstand auf Rast hatte und für das Finale vollen Angriff ankündigte.
Aicher zeigte dann zwar einen fast fehlerfreien zweiten Lauf, doch für die Top drei fehlte der Allrounderin am Ende die Präzision. Rang acht war dennoch wieder ein starkes Ergebnis.
Dürr holt die Leichtigkeit zurück
Lena Dürr, Sechzehnte zur Halbzeit, musste dagegen schon 1,5 Sekunden aufs Treppchen aufholen. „Ich komm gerade nicht so gut zurecht. Die Leichtigkeit fehlt“, so die 34-Jährige nach dem ersten Durchgang im ZDF-Interview.
Im engagierten zweiten Lauf ließ Dürr dann ihre Klasse aufblitzen und schob sich um fünf Plätze nach vorne. „Es war schon deutlich aktiver“, strahlte sie im Ziel-Interview. „Es ist noch nicht alles perfekt, aber es war der Schritt in die richtige Richtung.“
Nur für Teamkollegin Jessica Hilzinger gab es kein Happy-End. Die 28-Jährige war schon in Durchgang eins eingefädelt und kam erst gar nicht bis ins Ziel.
Erstmals Weltcup-Punkte für Athletin aus Israel
Für die Überraschung des Tages sorgte die Israelin Noa Szollos, die mit Startnummer 70 als 22. jubelnd durchs Ziel und ins Finale rauschte. Die 22-jährige gebürtige Ungarin schrieb im zweiten Lauf Skigeschichte, denn es waren die überhaupt ersten Weltcuppunkte für Israel im alpinen Skirennsport. „Ich bin unglaublich stolz“, so Szollos.