Den Dorffest-Erlös investierten die Mitglieder der IG Bergrather Ortsvereine in einen Defibrillator. Foto: Irmi Röhseler -

Eschweiler. Bergrath ist ein Stück sicherer geworden: Dank des engagierten Einsatzes der Interessengemeinschaft (IG) Bergrather Ortsvereine können Bürger bei Notfällen mit Herz- und Kreislaufstillstand nun auf einen externen Defibrillator zugreifen.

Die IG investierte den Erlös ihres ersten Dorffestes in das lebensrettende medizinische Gerät. Kurz vor Weihnachten installierte Elektriker Guido Streußer den automatisierten externen Defibrillator (AED) unentgeltlich auf dem Gelände der Freien evangelischen Gemeinde an der Kopfstraße. „Ein ziemlich zentraler Ort, wie wir finden“, sagt Heinz Thoma, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Bergrather Ortsvereine. Diese vereint sechs Vereine – die KG Prinzengilde, die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft, den SV Falke, den Spielmannszug, die Bergrath Singers und die Theatergesellschaft „Fröhlichkeit“ – sowie die Schulpflegschaft, die Freie evangelische Gemeinde und die Senioreneinrichtungen „Stöckli“ und „Et Schatüllche“.

Auch Daniel Büttgen-Conzen zeigt sich dankbar: „Wir sind froh, dass die Freie evangelische Gemeinde sich sofort bereit erklärt hat, den Defibrillator auf ihrem Gelände anzubringen.“ Das IG-Mitglied ist Intensivpfleger, lebt in Bergrath und zählt zu den qualifizierten Ersthelfern, die über die sogenannte Corhelper-App alarmiert werden. Bei einem Notruf benachrichtigt die lokale Rettungsleitstelle die App und damit Helfer im unmittelbaren Umkreis des Einsatzortes. Diese können den AED zur Einsatzstelle bringen und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit den Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Der Defibrillator analysiert den Herzrhythmus und gibt bei Bedarf einen lebensrettenden Elektroschock ab.
„Im Februar möchten wir Schulungen anbieten und darüber informieren, wie ein Defibrillator im Notfall bedient wird“, kündigt Thoma an. „Zudem möchten wir auch andere Stadtteile dafür sensibilisieren, solche lebenswichtigen Geräte anzuschaffen.“

Derzeit seien in Eschweiler drei Defibrillatoren in der App registriert, weiß Büttgen-Conzen. „Einer davon ist allerdings nicht rund um die Uhr zugänglich.“ Ziel sei eine flächendeckendere Verteilung der Geräte. Allerdings seien auch laufende Kosten zu berücksichtigen: „Die Pads müssen regelmäßig ausgetauscht werden, das Gerät jährlich gewartet, der Akku alle drei Jahre gewechselt und nach etwa zehn Jahren ein neues Gerät angeschafft werden“, erläutert Büttgen-Conzen. Künftig wird er als MPG-Beauftragter (Beauftragter für Medizinproduktsicherheit) dafür sorgen, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Teile des Verbrauchsmaterials würden von der Städteregion übernommen.

Irmi Röhseler