180 Galerien aus 18 Ländern präsentieren sich auf der Kunstmesse Art Karlsruhe, 30 Prozent kommen aus dem näheren oder fernen Ausland, wie die Organisatoren mitteilen. 18 Galerien sind zum ersten Mal in Karlsruhe vertreten, darunter auch Verkaufshäuser aus dem Iran, den USA, aus Japan und Korea. Während unter den Künstler einige aus der Pfalz stammen, findet sich unter den Galeristen wieder nur einer: Werner Lauth aus Ludwigshafen (H1, B19).
Mit dem Angebot hält die Messeleitung an ihrem Konzept einer Verschlankung fest. Die neuen Messe-Chefs, Projektleiterin Olga Blaß und Beiratsvorsitzender Kristian Jarmuschek, wollen erklärtermaßen mehr auf Klasse statt Masse setzen. Wurden vor ihrem Amtsantritt noch über 200 Aussteller zugelassen, waren es 2024 nur noch 177 und im vergangenen Jahr ebenfalls 180 Galerien.
Impression von 2025Foto: Carlotta Roob
Unter den Künstlern finden sich Stars wie Ernst Ludwig Kirchner, Andy Warhol, Max Beckstein, Gerhard Richter und Georg Baselitz. 60 von ihnen werden mit sogenannten One-Artist-Shows von ihren Galerien besonders in Szene gesetzt. 18 Skulpturenplätze lockern nach Auskunft der Organisatoren die Korridore der Ausstellungskojen auf.
Besonders geehrt wird auf der Art Karlsruhe Markus Lüpertz zu dessen bevorstehendem 85. Geburtstag. Der bekannte Karlsruher Künstler und treue Art-Besucher ist bei den Galerien Reitz (Frankfurt am Main), WOS (Düsseldorf) und Art Affair (Regensburg) vertreten – letztere eröffnet im Januar eine neue Dependance in München und präsentiert dort Lüpertz’ Entwurfszeichnungen zur Oper „Rheingold“, die er am Staatstheater Meiningen inszeniert.
Foto: Jürgen Rösner
Einige Teilnehmer stammen aus der Süd- und Vorderpfalz. Der bekannteste ist Dominik Schmitt, 1983 in Neustadt geboren. Er lebt und arbeitet in Landau. Der studierte Künstler (Universität Landau) ist Universalist und in so verschiedenen Bereichen wie Malerei, Video, Plastik, Zeichnung, Musik und Lyrik produktiv. Schmitt hat für sein Werk bereits mehrere Preise und Stipendien erhalten. Auf der Art Karlsruhe wird er von der Overhead Gallery (Münster) in Halle 1 (C27) vertreten.
Benjamin Burkard, 1986 in Kandel geboren, wartet einmal mehr mit einer One-Artist-Show auf. In Halle 2 (G01) ist die exklusive Präsentation seiner großformatigen Gemälde bei der Galerie Art Affair (Regensburg) zu finden. Der Südpfälzer, der sein Abitur am Europa-Gymnasium Wörth gemacht hat und Kunst sowie Biologie an der Universität Landau studierte, ist Gewinner mehrerer Kunstpreise. Vor wenigen Monaten erst erhielt er den renommierten Strabag Artaward. Sein Atelier hat Benjamin Burkard in Bad Bergzabern.
Fotos: Carlotta Roob
Der gebürtige Landauer Matthias Göhr (Jahrgang 1968) wird von der Galerie Luzia Sassen (Hennef) in der „dm-Arena“ (Halle 4, L06) vertreten. Der Maler mit Atelier mitten in Landau ist bekannt für seine Ansichten von Menschen und Tieren, deren Umrisse oftmals mit ihrer Umgebung zu verschmelzen scheinen.
Bei der Galerie Commeter (Hamburg) können Besucher in der Halle 1 (B02) der Art Karlsruhe Arbeiten des Landauer Fotografen Steffen Diemer (Jahrgang 1966) entdecken. Er verfolgt einen „poetischen und intimen Ansatz zur Erfassung der Essenz der Natur“, wie der Künstler sein Wirken selbst beschreibt. Diemer macht seine Fotografien – vorwiegend von Pflanzen – mit großen Balggenkameras im historischen Nass-Kollodium-Verfahren auf Glas.
Foto: Carlotta Roob
Der gebürtige Heidelberger René Burjak alias Buja (Jahrgang 1978) hat sich einen Namen für seine großformatigen Gemälde in der Tradition der Pop Art gemacht. Seine Motive findet Buja – wie sein Vorbild Andy Warhol – in der Alltagskultur: in Film, Fernsehen oder auf Verpackungen von Konsumgütern. Seit mehr als zehn Jahren hat er sein Atelier in Dudenhofen bei Speyer und ist vor allem in dieser Region mit Ausstellungen präsent. Bei der Art Karlsruhe zeigt die Galerie Petra Kern (Heidelberg) in der „dm-Arena“(H4, L15) Werke von Buja, der Kunst in Heidelberg studiert hat.
Mehrere Sonderausstellungen sind 2026 auf der Karlsruher Kunstmesse zu sehen: die Sammlungspräsentation der LBBW unter dem Titel „Digital Traces“, die Sonderausstellung zum Werk des Karlsruher Künstlers Rolf Behm unter dem Titel „Farbe, Form, Fabelwesen“, das Nachwuchsformat academy:square und die private Sammlung des Kulmbacher Unternehmers Dietmar Kohlrusch. Ihr Profil liegt auf der Pop Art und vereint zentrale Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler aus 70 Jahren wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Alex Katz, Tom Wesselmann, Heiner Meier, und Keith Haring. Gezeigt wird eine von Marwin Ackermann kuratierte Auswahl.
Termin
Art Karlsruhe vom 5. bis 8. Februar: Do-Sa, 11 bis 19 Uhr, So 11-18 Uhr. Infos online unter art-karlsruhe.de.