In Düsseldorf haben nach Angaben der Polizei am Sonntag rund 250 Menschen gegen den Angriff der USA auf Venezuela demonstriert. Überwiegend hatten sich Mitglieder linker Gruppen und Parteien auf dem Oberbilker Markt versammelt. Sie zeigten Plakate, auf denen beispielsweise „Heute Venezuela, morgen Grönland und übermorgen die ganze Welt“ oder „Free President Maduro“ stand. Den Sturz des venezolanischen Staatspräsidenten durch das US-Militär verurteilten sie aufs Schärfste.

Donald Trump sei aus ihrer Sicht wie ein Gauner vorgegangen, sagte Annette Stirnberg. „Ich finde es sehr wichtig, jetzt zu demonstrieren und zu zeigen, dass wir als Europäer mit einem solchen Raubüberfall nicht einverstanden sind.“ Stirnberg ist Mitglied des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) und war extra aus dem Raum Dortmund in die Landeshauptstadt gereist.

Insgesamt hatte sich die Ankündigung zur Demonstration über die sozialen Medien offenbar schnell verbreitet – so waren viele Menschen nicht nur aus Düsseldorf selbst, sondern auch aus der Region dabei. Und es kamen deutlich mehr Teilnehmer als erwartet: Angemeldet worden waren zunächst lediglich 20 Personen.

Nach einer rund halbstündigen Kundgebung am Oberbilker Markt zog die Menge lautstark skandierend in Richtung des Bertha-von-Suttner-Platzes. Zuvor war in Redebeiträgen unter anderem betont worden, mit dem US-Angriff sei weltweit eine neue Eskalationsstufe erreicht worden. „Trump äußert offen, worum es ihm geht – um Bodenschätze und Einfluss“, sagte ein Redner. „Wir sind nicht auf der Straße, um Maduro zu verteidigen“, hieß es weiter. Der entmachtete Präsident hatte das südamerikanische Land autoritär regiert.

Zu den Rednern gehörten beispielsweise Mitglieder der sozialistischen Jugend. Fahnen und Plakate wurden etwa geschwenkt von der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) oder der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). Mit dabei waren auch Vertreter des Friedensforums Düsseldorf. Eine der wenigen anwesenden Venezolanerinnen erklärte im Gespräch mit unserer Redaktion, es enttäusche sie, wenn sie andere Menschen aus der Diaspora feiern sehe. „Unser Land hat viel um Unabhängigkeit gekämpft“, sagte sie. „Die Geschichte wiederholt sich.“

Zu den Schlachtrufen der Menge in Düsseldorf gehörten unter anderem „Lass die Finger von Venezuela“ oder auch „Hoch die internationale Solidarität!“. Besonders laut wurden die Demonstranten, als sie über ein kleines Stück der Willi-Becker-Allee zogen – an der Straße befindet sich das amerikanische Generalkonsulat. Die Veranstaltung sei insgesamt störungsfrei verlaufen, so die Polizei.