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Wie soll die Stadt Frankfurt mit der boomenden Rechenzentren-Branche umgehen? Das bleibt umstritten. Die Industrie-und Handelskammer fordert einen liberalen Kurs.

Frankfurt – Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt fordert mehr Flächen für Rechenzentren. Nur so könne der Standort Frankfurt/Rhein-Main „seine Vorreiterrolle bei digitalen zukunftsweisenden Technologien sichern und seine Position als europäische Digitalisierungshauptstadt weiter ausbauen“, sagt IHK-Präsident Ulrich Caspar. Das Rechenzentrenkonzept der Stadt Frankfurt, das den Bau der Data Center räumlich begrenzt, kritisiert er als investitionshemmend und wirbt für den Abbau restriktiver Vorgaben.

Blick in ein Rechenzentrum von Equinix im Osten von Frankfurt.Blick in ein Rechenzentrum von Equinix in Frankfurt. © Renate Hoyer

Die Linke im Römer hat jüngst ein Moratorium für die Ansiedlung von Rechenzentren gefordert und das unter anderem mit deren hohen Stromverbrauch begründet. Nach Ansicht der IHK könnten Rechenzentren in Neubauquartieren dagegen mit ihrer Abwärme sogar „einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung und zum Klimaschutz leisten“. Caspar kritisiert deshalb die ablehnende Haltung der Stadt zu einem Rechenzentrenprojekt im Areal des künftigen „Stadtteils der Quartiere“ als „ökologisch und städtebaulich nicht nachvollziehbar“.

Studie zeigt: Branche ist klein, aber durchaus von Bedeutung

Eine Studie zur regionalökonomischen Bedeutung der Rechenzentrenbranche hat gezeigt, dass Frankfurt zumindest direkt kaum von den vielen Rechenzentren im Stadtgebiet profitiert. Diese belegen riesige Flächen, haben aber wenig Beschäftigte und tragen nicht viel zu den Gewerbesteuereinnahmen ein. Die IHK weist dagegen etwa auf „erhebliche indirekte Wertschöpfungseffekte“ hin und sieht Rechenzentren als „zentrale Bausteine für Innovation, Resilienz sowie digitale Transformation und Souveränität“. (Christoph Manus)

Das Unternehmen Firstcolo will zwei Rechenzentren in Frankfurt ausbauen. Der Haken: Der dafür benötigte Strom wird nicht vor 2035 vorhanden sein.