Der Ortsausschuss feiert Geburtstag. Gegründet 1951, bringt er seither mit viel Erfolg die Vereine in Menden unter einen Hut. Um den 75. Ehrentag gebührend zu begehen, stellt er das närrische Dreigestirn, das im Haus Menden proklamiert wurde.
Zunächst hieß es Abschied nehmen vom bis dahin immer noch – zumindest in Menden – amtierenden Prinzenpaar. Prinz Klaus II und Prinzessin Augustina Nicole I. Schumacher wurden mit allen Ehren verabschiedet. Die KG Essele hatte das Prinzenpaar, das in der Session 2023/2024 für die gesamte Stadt Sankt Augustin närrische Zuständigkeit bewies, immer sicher durch die Mendener Säle geführt. Nur widerwillig gab Prinz Klaus den Schlüssel zurück in die Hände von Ortsvorsteher Karl-Heinz Baumanns.
Bürgermeister Leitterstorf proklamierte das neue Dreigestirn
Begleitet vom 1. Jugend Tambour-Corps Blau-Weiß Menden entpuppte sich das Haus Menden als der „kleinste aber schönste Gürzenich außerhalb von Köln“. So bezeichnete jedenfalls Prinz Oliver I. Roth begeistert die Stimmung, die ihn und seine Ortsausschussfreunde Bauer Christoph Kley und Jungfrau Caroline Karsten Staeck getragen habe.
Bürgermeister Max Leitterstorf fiel traditionell die Aufgabe zu, das neue Dreigestirn zu proklamieren. Und weil er wusste, dass alle drei in dieser Session ihren 55. Geburtstag feiern, stimmten sie folgerichtig das Lied „Echte Fründe stonn zesamme“ an. Alle drei haben sie bereits Erfahrung in närrischen Dreigestirnen, gleichzeitig sind sie im Ortsausschuss tätig. Prinz Oliver I. ist Schriftführer, wäre aber lieber, so Leitterstorf, Wortführer. Er wisse, dass Oliver früher Autos verkauft und erst dann erst aufgehört habe zu reden, wenn sein Gegenüber überzeugt war.
Über jeden wusste er eine Anekdote zu erzählen. So etwa über Bauer Christoph, der, bekannt für seine gute Stimme, im Kirchenchor auch solo zu hören ist. Für Jungfrau Caroline stimmte der Saal „Sweet Caroline“ an. So war klar, dass mit dieser Super-Stimmung die Session für das neue Dreigestirn und seinem 30-köpfigen Gefolge ein Erfolg werden könne. Immer wieder gab es – besonders von Familienangehörigen und Freunden der närrischen Herrscher – Beifall und spontane Gesangseinlagen.
Mit dem weiteren Programm läuteten die Mendener das Party-Wochenende ein. Einem Auftritt von J.P. Weber folgten Darbietungen der Ehrengarde, der Drumaholiks, der Tanzgarde der Essele, der Meindorfer Tanzgarde und der Prinzengarde Kasbach. Den Abschluss bildete die Kölner Band Tacheles.
Proklamation auch in Siegburg
Gefeiert wurde auch in Siegburg. Im Rhein-Sieg-Forum wurden Prinz Helmut IV. (Meis) und Siegburgia Elke I. (Drescher) ebenfalls am 3. Januar proklamiert. Jörg Sola Schröder, dem Präsidenten und Geschäftsführer des Siegburger Karnevalskommitees zufolge lief die Proklamation reibungslos und planmäßig ab. Mit dem Datum sei man so früh wie nie zuvor gewesen, so Sola Schröder. Um so schöner sei es, dass die Veranstaltung ein voller Erfolg war und auch trotz des frühen Datums gut bei den Gästen ankam.
Gefeiret wurde bis viertel vor eins, so der Präsident. Für ihn ist die Proklamation jedes Jahr ein Highlight. „Die Stimmung war bombastisch, wir hatten ein tolles Programm“, sagt er. So standen verschiedene Größem des Karnevals auf der Bühne. Unter anderem sorgten Miljö, Kasalla, die Rabaue oder die Räuber für Stimmung. Und dass auch die Band Druckluft zu Gast war, freute Sola Schröder besonders. „Die Karnevalsmaus hat für sensationelle Stimmung gesorgt“, sagt er.