Berlin – Blackout in Berlin! Hilflose Menschen, die Opfer des linksextremen Anschlags wurden, mussten in der Nacht in Notunterkünfte gebracht werden. Unter den Betroffenen des Stromausfalls war auch eine 97-Jährige. Schlimm: Die Schwerkranke musste auf einer Pritsche schlafen. „Eine Katastrophe“, wettert ihr entsetzter Sohn Carsten Esser (67), Rentner aus Berlin-Lankwitz.
Seine Mutter Ingeborg Esser wurde am Samstag von Rettungskräften aus ihrer Wohnung geholt und in eine Turnhalle im Stadtteil Dahlem gebracht.
BILD-Reporter im finsteren Berlin: Diese Menschen trifft der Blackout besonders hart
Quelle: BILD04.01.2026
„Wir als Familie wurden nicht informiert“
„Sie ist 97 Jahre alt, hat Pflegestufe 4 und liegt hier auf einem Feldbett. Sie hat hier kaum getrunken und gegessen. Ihr Zustand hat sich deutlich verschlechtert“, so der Sohn. „Wir als Familie wurden nicht informiert, wie sie hier untergebracht wird. Ich hätte sie ansonsten zu mir geholt.“
Warum – trotz geringer Auslastung der Notunterkunft am Hüttenweg – nicht versucht wurde, die Angehörigen der Seniorin zu erreichen, konnten weder Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) noch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) erklären. Beide besuchten am Sonntag die Turnhalle und sprachen mit Betroffenen sowie Einsatzkräften. Dabei bekam Wegner auch einiges von Esser zu hören. Bereits in der Vorhalle hatten sich die beiden Politiker einige Takte anhören müssen, warum Menschen mit hohem Pflegegrad eine Nacht in der Turnhalle verbringen mussten.

Bürgermeister Wegner und Senatorin Spranger am Feldbett der pflegebedürftigen Ingeborg Esser
Foto: Pressefoto Wagner
Am Sonntag bekam die alte Dame dann bessere Nachrichten: Ihre Wohnung im Stadtteil Lichterfelde ist mittlerweile wieder am Stromnetz. Ihr Sohn: „Wir fahren sie jetzt nach Hause.“
Nach Stromausfall fiel Beatmungsgerät aus
Weil er aus gesundheitlichen Gründen dringend Strom brauchte, ging Anwohner Andreas T. (65) über Nacht in eine Notunterkunft: „Ich leide an Schlaf-Apnoe und muss nachts beatmet werden.“
Samstagmorgen sei er wach geworden, weil das Beatmungsgerät zu piepen begann. Der Strom war weg. „Ich bin in einen Baumarkt gefahren und wollte einen Benzingenerator holen. Leider gab es aber keine passenden mehr.“

Andreas T. (65) verbrachte die Nacht in der Notunterkunft am Hüttenweg. Er muss nachts beatmet werden
Foto: Pressefoto Wagner
Geholfen wurde ihm dann am Infopunkt der Feuerwehr: „Die haben organisiert, dass ich in die Notunterkunft gebracht werde. Meine Frau ist mit den Hunden in der kalten Wohnung geblieben.“