Der deutsche Viererbob von Francesco Friedrich beim Sport

Stand: 04.01.2026 18:36 Uhr

Enger geht es kaum: Innerhalb von 0,06 Sekunden kamen die drei deutschen Bobs in der Vierer-Entscheidung in Winterberg ins Ziel. Der Schnellste war Rekord-Champion Francesco Friedrich.

Der nächste Dreifach-Erfolg der deutschen Bobs zauberte Bundestrainer René Spies am Sonntagabend (4. Januar 2026) in Winterberg ein Lächeln ins Gesicht. Dabei sind die Ergebnisse für den früheren Bob-Piloten vier Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele zweitrangig.

„Ich bin ganz ehrlich, meine Gedanken sind mittlerweile nur in Cortina. Es geht aktuell darum, dass alle gesund bleiben“, so Spies. Der Bundestrainer weiß genau: Wenn alle bei 100 Prozent sind, geht der komplette Olympia-Medaillensatz mit großer Wahrscheinlichkeit nach Deutschland. In dieser Saison fuhren die deutschen Schlitten im Zweier- und Viererbob mit zwei Ausnahmen immer geschlossen auf das Siegerpodest.

Friedrich vor Lochner und Ammour

Auch in Winterberg freuten sich die deutschen Fans über das nächste Schaulaufen der deutschen Starpiloten. Nach dem Dreifachsieg im Zweier am Samstag waren die Deutschen auch 24 Stunden darauf im Viererbob unschlagbar. Lediglich die Plätze wurden getauscht.

Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg) steuerte seinen Bob, angeschoben von Matthias Sommer, Alexander Schüller und Costa Laurenz, zum Sieg. 0,02 Sekunden war der Sachse nach zwei Durchgängen schneller als sein Dauerrivale Johannes Lochner. Auf den dritten Platz fuhr Adam Ammour (+0,06 Sekunden).

Die drei deutschen Bobs sind nicht nur in der Bahn auf Augenhöhe, sondern ticken auch außerhalb der Eisrinne gleich. Friedrich, Lochner und Ammour sprachen im ZDF unisono von „einem krassen Rennen“. Trotz der hauchzarten Niederlage schwärmte Lochner: „Mir macht es unfassbar viel Spaß, gegen Francesco zu fahren. Diese engen Entscheidungen machen unseren Sport aus und macht ihn so brutal interessant für mich.“

Ammour kommt immer näher

Friedrich und Lochner duellieren sich seit zehn Jahren, weitere Konkurrenz kommt seit geraumer Zeit aus dem eigenen Stall. Adam Ammour kommt dem Top-Duo immer näher. Am Sonntag verbesserte sich der 24-Jährige im zweiten Durchgang noch vom vierten auf den dritten Platz.

Adam Ammour kommt immer näher an Francesco Friedrich und Johannes Lochner heran.

Der junge Pilot, der für Eintracht Frankfurt startet, glänzte angeschoben von seinem Bruder Issam Ammour, Joshua Tasche und Alexander Schaller im zweiten Durchgang am Start. 5,04 Sekunden standen auf der Uhr – schneller war keine Crew in Winterberg.

Das Tempo am Start nahm Ammour mit in die Bahn, dazu blieb er nahezu fehlerfrei und schubste so den Briten Bradley Hall, nach dem ersten Lauf noch Dritter, noch vom Podest (+0,19 Sekunden auf Ammour). „Das nächste Mal muss es am Start zwei Mal so gut klappen, die Jungs machen das schon. Wir sind gut dabei“, freute sich Ammour, der hofft, dass nach vielen Tests von diversen Anschiebern „langsam Ruhe reinkommt“.