Zoo will weiter züchten
Nach Tötungen: Neues Pavian-Baby im Tiergarten
Aktualisiert am 04.01.2026 – 16:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Paviane im Tiergarten Nürnberg (Archivbild): Im Juli hat die Einrichtung zwölf der Tiere getötet. (Quelle: Daniel Karmann/dpa/dpa-bilder)
Weil zu wenig Platz sei, hat der Tiergarten Nürnberg Paviane getötet. Jetzt kam erneut ein Baby zur Welt – warum der Zoo auch weiterhin züchten will.
Im Nürnberger Tiergarten ist ein Pavian-Jungtier zur Welt gekommen. Laut dem Zoo sei das Baby bereits am 30. November geboren. Wenige Monate zuvor, im Juli, hatte der Tiergarten zwölf Paviane wegen Platzmangel getötet.
Der Tiergarten will dennoch an der Zucht von Guinea-Pavianen festhalten. In den vergangenen 30 Jahren habe der Bestand der Guinea-Paviane in der Wildbahn wahrscheinlich bereits um 20 Prozent abgenommen, so der Tiergarten. „Daher möchten wir auf jeden Fall an der Haltung und auch der Zucht der Art festhalten.“
Es sei aus genetischen und gesundheitlichen Gründen wichtig, dass sich die Tiere vermehrten. Ebenso sei Fortpflanzung bedeutend für das Sozialleben der Tiere. Ziel sei eine sozial funktionierende, gesunde, vielfältige und fortpflanzungsfähige Gruppe. „Deshalb und wegen negativer Erfahrungen mit Verhütungsmitteln wird seit 2018 die Fortpflanzung nicht mehr unterbunden.“
Die Tötung der Paviane im Sommer hat heftige Reaktionen ausgelöst. In den sozialen Medien hatte es zahlreiche Hasskommentare gegeben, darunter auch Morddrohungen gegen Tiergartendirektor Dag Encke, seinen Stellvertreter und Beschäftigte des Tiergartens allgemein. Seither ermittelt die Polizei.
Tierschützer halten die Tötung der Paviane außerdem für rechtswidrig und haben Anzeige erstattet. Bei der Nürnberger Staatsanwaltschaft sind rund 350 Strafanzeigen gegen den Tiergarten wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingegangen.
Die Behörde prüft seitdem, ob nach Paragraf 17 ein vernünftiger Grund für die Tötung der Tiere vorlag. Der Tiergarten betonte, die Tötung einzelner Individuen bleibe eine Option, wenn keine geeigneten Abnehmer für überzählige Tiere gefunden würden. Zunächst werde aber die rechtliche Bewertung der Strafanzeigen abgewartet.
