Blick auf die Stadt Nuuk.

Stand: 04.01.2026 20:19 Uhr

Nach dem US-Angriff auf Venezuela postete die Ehefrau eines engen Trump-Beraters eine Grönland-Karte in Farben der US-Flagge – und versah sie mit dem Wort „SOON“. In Grönland und Dänemark sorgt das für Irritationen.

Grönland und Dänemark haben irritiert auf den Online-Post der Ehefrau eines wichtigen Beraters von US-Präsident Donald Trump reagiert. Katie Miller, die Frau von Vize-Stabschef Stephen Miller, hatte bei X eine Grönland-Karte in den Farben der US-Flagge geteilt, mit dem Kommentar „SOON“ („bald“) – und das kurz nach nach dem US-Angriff auf Venezuela, bei dem der venezolanische Staatschef Nicolas Maduro festgenommen worden war.

Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen bezeichnete das Bild in einer Stellungnahme bei Instagram als respektlos. Zugleich stellte er klar, es bestehe keinesfalls Grund zur Panik. „Unser Land steht nicht zum Verkauf, und unsere Zukunft wird nicht durch Beiträge in sozialen Medien entschieden.“

Zuvor hatte der dänische Botschafter in den USA, Jesper Møller Sørensen, bei X daran erinnert, dass die Vereinigten Staaten und Dänemark enge Verbündete seien. Grönland sei bereits Teil der NATO. Sein Land verlange „die uneingeschränkte Achtung der territorialen Integrität“ des Königreiches Dänemark, so Sørensen.

Wiederholte Übernahme-Drohungen Trumps

Grönland gehört zu Dänemark, ist aber weitgehend autonom. Kurz vor Weihnachten hatten die USA einen Sondergesandten für die Insel ernannt und damit in Nuuk, Kopenhagen und der EU für Empörung gesorgt.

US-Präsident Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit der Übernahme Grönlands durch die USA gedroht und dabei auch die Anwendung von Gewalt nicht ausgeschlossen. Auch heute bekräftigte er in einem Interview mit dem Magazin „The Atlantic“: „Wir brauchen in der Tat Grönland, absolut.“ Er argumentiert mit den Sicherheitsinteressen der USA und verweist auf die angebliche Präsenz Moskaus und Pekings rund um die Insel.

Im Boden Grönlands lagern wertvolle Rohstoffe, die bisher kaum genutzt werden. Durch neu eröffnete Seewege infolge des Klimawandels ist das geostrategische Interesse an der Arktis von Seiten der USA, Chinas und Russlands zuletzt deutlich gewachsen.

Mit Informationen von Jana Sinram, ARD Stockholm