DruckenTeilen
Die US-Regierung sieht sich wegen der Zölle in der Klemme. Führen die Rückzahlungsforderungen Donald Trump bald ins totale Chaos?
Washington, DC – Donald Trumps Zollpolitik geht Unternehmen auf der ganzen Welt gehörig gegen den Strich. Während viele Unternehmen die Zusatzkosten auf ihre Kunden abwälzen, zahlen andere Firmen bei Importen in die USA drauf. Auch der deutsche Sportartikelhersteller Puma musste im Zuge der Zölle heftige Marktverluste hinnehmen. Wie im Juli seitens des Unternehmens mitgeteilt wurde, senkte Puma seine Finanzprognose wegen schwächerer Umsetze und den Zöllen aus den USA, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.
Der Sportartikelhersteller klagt gegen Trumps Zölle. Damit ist er nicht allein. © Sven Hoppe/Alex Brandon/dpa (Montage)Klage gegen Trumps Zölle: Puma verlangt Rückzahlung von US-Regierung
In Zahlen ausgedrückt hätten die Zölle aus den USA den Bruttogewinn im Jahr 2025 um etwa 80 Millionen Euro gedrückt. Auch der Aktienkurs von Puma musste massive Rückschläge hinnehmen. Laut Reuters hatte der rund 44 Prozentpunkte verloren (Stand Juli 2025).
Jetzt will das Unternehmen Maßnahmen gegen die US-Zölle ergreifen. Einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge klagt Puma vor einem US-Bundesgericht gegen die Trump-Regierung und die US-Zollbehörde. Verlangt werde vom Unternehmen, dass die Rechtswidrigkeit der durch Exekutivverordnungen beschlossenen Zölle gerichtlich festgehalten wird. Außerdem sollen die bereits geleisteten Abgaben inklusive Zinsen zurückgezahlt werden.
Klagewelle gegen US-Regierung – Fast 100 Firmen verlangen Zölle zurück
Puma ist dabei nicht das einzige Unternehmen, dass die Zollkosten von der US-Regierung zurückverlangt. Vielmehr ist es eines von vielen. Wie die Onlinezeitung Oregon Live berichtete, sollen seit November beinahe 100 Unternehmen Klage gegen die Administration von Donald Trump erhoben haben. Auch sie verlangen eine Rückerstattung der geleisteten Zölle, sollte das Vorgehen vom Obersten Gerichtshof (Supreme Court) für illegal erklärt werden.
Zeitlinie: So hat Trump den Zoll-Krieg vom Zaun gebrochen
Fotostrecke ansehen
Der Handelsrechts-Experte Marc Busch erklärte gegenüber NPR: „Es ist das erste Mal, dass wir große Unternehmen sehen, die öffentlich den Kopf aus dem Sand nehmen.“ Für ihn stelle vor allem die Beteiligung großer Unternehmen wie Costco an den Klagen einen Wendepunkt im Umgang mit Trumps Zollpolitik dar. Ob die Regierung überhaupt in der Lage sein wird, die Kosten im Falle einer Rechtssprechung zurückzuzahlen, bleibt jedoch fraglich.
Richter zweifeln Trumps Befugnisse im Zollkrieg an – droht die große Rückzahlung?
Laut dem von Anwälten und Rechtswissenschaftlern geführten Blog „SCOTUSblog“, der sich mit Entscheidungen des Obersten Gerichtshof der USA beschäftigt, könnte die Klage der Unternehmen durchaus Erfolg haben. Die zuständigen Richter hätten bereits Zweifel daran geäußert, dass Trump überhaupt über die notwendigen Befugnisse verfügt, Zölle in diesem Ausmaß zu erlassen. Außerdem haben einzelne Gerichte das Vorgehen bereits für illegal erklärt.
Entsprechend habe die Supreme-Court-Richterin Amy Coney Barrett bereits Sorgen geäußert, was passieren würde, wenn der Staat die Zölle zurückzahlen muss. „Wie würde das Erstattungsverfahren ablaufen? Würde es ein komplettes Chaos geben? … Mir scheint, es könnte ein Chaos werden“, wird sie in dem Beitrag zitiert. (Quellen: Reuters, Wirtschaftswoche, Oregon Live, NPR, SCOTUSblog) (nhi)