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Die französische Generaldirektion für Rüstung (Direction générale de l’Armement, DGA) und das schwedische Rüstungsunternehmen Saab haben am 31. Dezember 2025 einen Vertrag über die Lieferung von zwei GlobalEye-Frühwarn- und Kontrollflugzeugen (Airborne Early Warning & Control, AEW&C) abgeschlossen. Der Vertrag schließt die Lieferung von Bodenausrüstung, die Schulung des Personals und Unterstützung im Betrieb ein. Im Juni 2025 hatten die DGA und Saab Absichtserklärung dazu abgegeben.

Nach Angabe von Saab beläuft sich der Auftragswert auf rund 12,3 Milliarden SEK (umgerechnet 1,14 Milliarden Euro). Die Aufklärungssysteme sollen zwischen 2029 und 2032 geliefert werden. Zudem sei eine Option auf den Erwerb zweier weiterer Flugzeuge vereinbart.
Das Frühwarn- und Kontrollsystem GlobalEye von Saab auf einer Global 6000 kann ohne Luftbetankung elf Stunden lang operieren. (Foto: Saab)

Primärsensor Erieye oberhalb der Kabine

„Der heutige Auftrag unterstreicht die robuste Partnerschaft zwischen Saab und Frankreich. Mit der Entscheidung für GlobalEye investiert Frankreich in eine hochmoderne und leistungsfähige Lösung für die Luftraumüberwachung und -kontrolle. Diese Entscheidung bekräftigt das Bekenntnis Frankreichs zur Souveränität und stärkt den Schutz Europas insgesamt, da sowohl Schweden als auch Frankreich GlobalEye einsetzen“, sagt Micael Johansson, Präsident und CEO von Saab.

Für GlobalEye hat Saab sein Erieye ER airborne early warning (AEW) Radar als Primärsensor oberhalb der Kabine des Trägerflugzeugs Global 6000 angebracht. Weitere Radare und Optronik ergänzen die Sensorausstattung. Leistungsfähige und robuste Kommunikationsverbindungen ermöglichen den Betrieb ohne Bediener an Bord. Als Reichweite des Hauptsensors wird bis zu 550 Kilometer angegeben bei eine Flughöhe von rund 12 Kilometern.

Deutschland und die NATO sind Interessenten für GlobalEye

Seit 2020 sind die Vereinigten Arabischen Emirate erster Betreiber von GlobalEye mit mittlerweile fünf Systemen. Schweden hat 2022 drei Systeme bestellt plus eins als Option. Weitere Interessenten sind Kanada, Dänemark und Finnland, Ägypten und Griechenland. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat im September 2025 das Interesses Deutschlands an GlobalEye öffentlich gemacht. Auch in der NATO hat GlobalEye Chancen, nachdem erste Anläufe zum Ersatz des alternden AWACS gescheitert sind. Saab hat der NATO das System bereits im Februar 2023 angeboten, war aber nicht zum Zug gekommen.

Gerhard Heiming