Handball-Bundestrainer Alfred Gislason (l.) im Gespräch mit Rune Dahmke

Stand: 04.01.2026 15:32 Uhr

Die EM-Vorbereitung von Deutschlands Handballern hat am Sonntag im verschneiten Hannover mit einigen Anlaufschwierigkeiten begonnen. Bei der Anreise des DHB-Teams kam es zu witterungsbedingten Verzögerungen.

Julian Köster musste im niedersächsischen Wunstorf spontan in eine S-Bahn umsteigen, Nils Lichtlein und Matthes Langhoff strandeten kurzzeitig in Wolfsburg und Rune Dahmke hing zunächst am Amsterdamer Flughafen fest. Bundestrainer Alfred Gislason, der bereits am Sonnabend an der Leine eingetroffen war, begrüßte am Sonntagnachmittag witterungsbedingt zunächst nur einen Teil seines 18-köpfigen Kaders im edlen Sheraton Hannover Pelikan Hotel. Bis zum ersten Training am Abend wurde aber die Ankunft aller Spieler erwartet.

„Der eine oder andere musste dem Wetter bei der Anreise Tribut zollen. Das ist ein bisschen ärgerlich. Aber solange alle zur ersten Trainingseinheit anwesend sind, wird es auch Alfred mit einem Lächeln nehmen können“, sagte Nationalmannschafts-Manager Benjamin Chatton elf Tage vor dem Turnierbeginn in Dänemark. „Der ICE fuhr nicht mehr weiter, aber zum Glück gab es noch eine S-Bahn, es hat dann ein bisschen länger gedauert, jetzt bin ich aber hier“, schilderte Köster nach seiner Ankunft. Sein Vorfreude-Level liege trotzdem bei „10 von 10“, versicherte der Gummersbacher.

Silber-Coup der Frauen als Vorbild

Die kleinen Anreiseschwierigkeiten sollen für Gislasons Team kein schlechtes Omen sein. Als Vorlage für das angestrebte Wintermärchen dienen vielmehr die deutschen Frauen mit ihrem Silber-Coup im vergangenen Monat. Genau wie Antje Döll, Emily Vogel und Co. wollen auch die DHB-Männer in vier Wochen über eine Medaille jubeln. „Die Frauen haben das gezeigt, wofür auch die Männer stehen: dass sie eine Turniermannschaft sind. Sie haben die richtige Stimmung gefunden, sich dann reingesteigert“, so Gislason: „Das ist natürlich etwas, das ich auch bei uns sehen möchte.“

Das Selbstverständnis, das die Mannschaft von Bundestrainer Markus Gaugisch während der WM-Wochen aufgebaut hat, dient den Männern als Blaupause. „Wir wollen das gerne kopieren, möglichst weit im Turnier kommen und möglichst viel von diesem Spirit, den sie hatten, auch für uns entwickeln“, erklärte Chatton.

Nur vier Einheiten bis zum ersten Härtetest

Der Grundstein dafür soll nun in der niedersächsischen Landeshauptstadt gelegt werden. Am Sonntag stand nach einer ersten Teamsitzung gleich der erste lockere Aufgalopp in der Halle an. „Wenn Alfred unter dem Weihnachtsbaum einen Fußball gefunden hat, dann wird es vielleicht auch eine kleine Runde Fußball zum Aufwärmen geben“, meinte Chatton. Anschließend werde aber der Handball im Vordergrund stehen. „Denn unterm Strich sind es nur vier Einheiten, bis wir unser erstes Vorbereitungsspiel haben.“

Am Donnerstag (20.30 Uhr, live bei sportschau.de) findet der erste von zwei Härtestes gegen Vizeweltmeister Kroatien in Zagreb statt. Drei Tage später (11. Januar/18.05 Uhr, live im Ersten) kommt es in Hannover im Rahmen der Generalprobe zum Wiedersehen mit den Kroaten. „Wir haben bewusst nach ganz oben im Regal gegriffen. Es gilt, sich möglichst schnell schon auf dieses Niveau hochzupimpen“, sagte Chatton: „Das wird bei dieser Europameisterschaft elementar sein. Wir dürfen uns keinen Ausrutscher erlauben.“

Bei der EM, die Deutschland komplett im dänischen Herning absolvieren wird, trifft Gislasons Team in der kniffligen Vorrundengruppe A auf Österreich (15. Januar), Serbien (17. Januar) und Spanien (19. Januar). Weitere Gastgeber des Turniers neben Dänemark sind Schweden und Norwegen.

Norddeutscher Rundfunk