Dresden. Kann sich eine Großstadt, die in der schlimmsten Finanzkrise seit 30 Jahren steckt, die Ausrichtung der Bundesgartenschau (Buga) leisten? Ist die Buga 2033 nichts weiter als ein teures Prestigeprojekt des Oberbürgermeisters, das besser heute als morgen gestoppt werden sollte? Dresden muss Schulden machen, beim Öffentlichen Personennahverkehr sparen, kann keine Schulen bauen, aber 60 Millionen Euro eigene Mittel in eine Buga investieren? Passt das zusammen?

Weiterlesen nach der Anzeige

Weiterlesen nach der Anzeige

Fragen, die sich nur dann stellen, wenn man die Buga als eine bunte Blümchenschau sieht. Wer aber in die Buga als Klimaanpassungsprogramm für eine Großstadt versteht, wird die Investitionen anders bewerten. Günstiger wird Dresden das Wohnumfeld in Großsiedlungen wie Prohlis, Leuben und Reick nicht lebenswerter gestalten können. 60 Millionen Euro Fördermittel fließen für Vorhaben, von denen die Einwohner weit über 2033 hinaus profitieren. Endlich eine öffentliche Badestelle am Kiessee Leuben, endlich Verwendung für das riesige Areal der Rennbahn Seidnitz – nicht nur an den wenigen Renntagen im Jahr.

Die Hälfte kommt von Bund und Land

Die Buga bringt einen Mehrwert für die Stadt und ihre Einwohner. Mehr Grün in überhitzten Stadtteilen, mehr Erholungsgebiete für Menschen, die in Plattenbauten leben und keinen Garten vor ihrem Häuschen haben. Neue Rückzugsorte für heiße Tage, von denen es im Sommer viele geben wird. Das alles sind Investitionen, die Dresden ohnehin tätigen muss. Nur ohne Buga zahlt die Stadt aus der eigenen Kasse. So kommt die Hälfte der Kosten von Bund und Land – und zusätzlich gibt es noch Geld von Förderern. Der Immobilienkonzern Vonovia trägt nicht ganz uneigennützig eine namhafte Summe, das Unternehmen verspricht sich ein hochwertiges Wohnumfeld für seine Quartiere.

Weiterlesen nach der Anzeige

Weiterlesen nach der Anzeige

Auch wenn der Start in die heiße Buga-Phase ruckelig war mit einer zusammengeschusterten Broschüre, in der computergenerierte Menschen mit sechs Fingern auftauchten – wenn Dresden die Buga professionell in Angriff nimmt, ist die Schau eine Chance für die Stadt. Und auch ein Konjunkturprogramm für Landschaftsgestalter und Gartenbauunternehmen, die von der Großinvestition profitieren.

Dresden wirft das Geld nicht mit vollen Händen zum Fenster hinaus. Die Machbarkeitsstudie für die Buga hatte ein Preisschild von 240 Millionen Euro. Die Stadt hat das Konzept zusammengekürzt. Die Schauplätze befinden sich nur noch auf der Altstädter Seite. Aber das muss nicht so bleiben. Gelingt es den Buga-Machern, finanzstarke Unternehmen vom langfristigen Mehrwert der Buga zu überzeugen, könnte es auch einen Standort in der Nähe der Neustadt geben – wie in der Studie geplant.

DNN