„Das war für uns schon ein Wagnis am 3. Januar mit der ersten ‚Lachende’ Kölnarena‘ zu beginnen. Aber unser Publikum hat das gut angenommen. Knapp 14.000 Jecken sind heute bunt verkleidet nach Deutz gekommen und sind mit vollem Herzen dabei. Nur so war es bei der sehr kurzen Session und fünf Konzerten mit dem Rapper Apache 207 möglich, wieder 15 Termine anzubieten, zu denen wir mehr als 200.000 Gäste hier erwarten. Beim Umbau zwischen den verschiedenen Terminen stehen wir jetzt aber schon vor einer großen Herausforderung”, sagt Arena-Chef Stefan Löcher kurz vor Beginn der Veranstaltung.

Währenddessen steuern die letzten Jecken gut bepackt mit Stoffbeuteln, Kühltaschen und prall gefüllten Rucksäcken die Arena an. Auch winterliche Verhältnisse mit Schnee und eiskaltem Wind hindern sie nicht daran. „Wir kommen aus Bad Neuenahr und sind schon zum zehnten Mal da. Die Stimmung hier ist einfach einzigartig. Wir sind mit Sekt, Aperol, Käsewürfeln und Brezeln auch gut gerüstet“, sagt Karin Held, bevor sie mit ihren Begleiterinnen stilvoll in Sektgläsern aus Plastik anstößt.

Beim ersten Besuch gibt es
den Blick aus der ersten Reihe

Richtig Glück hatten Silvia und Theo Nolden und ihre Gruppe aus Alfter, die bei ihrer Arenapremiere direkt Sitzplätze in der ersten Reihe im Innenraum erwischt haben. „Wir erwarten heute Abend gute Unterhaltung mit bester kölsche Musik. Essen haben wir reichlich dabei. Zum Trinken besorgen wir uns jetzt noch ein Pittermännchen“, sagt Theo Nolden.

Ihre Wurzeln im Westerwald hat eine Gruppe, die gerade die Gelegenheit für Selfies in der Arena nutzt. „Inzwischen leben wir gut verteilt in Deutschland. Ein Teil der Gruppe kommt vom Bodensee, andere aus dem Rheingau und aus Frankfurt. Wir werden heute in Köln übernachten und dann morgen wieder die Heimreise antreten. Zur Stärkung gibt es Würstchen, Käsewürfel und andere Snacks. Für unsere Jacken haben wir zwei große Müllsäcke dabei. So stellen wir sicher, dass alles sauber bleibt“, berichten die sechs Jecken mit dem langen Anfahrtsweg.

Seit 25 Jahren kommt Andrea Mayer von Niederaußem mit 18 Freunden und Bekannten zum Feiern nach Köln. „Wir waren früher schon in der Lachenden Sporthalle und sind dann in die Arena gewechselt. Wir genießen hier einfach die großartige Stimmung. In der Kühltasche haben wir zum Beispiel Mettwürste dabei. Dazu gibt es ein Schnäpschen und andere Getränke.“

Unter den Gästen bei der Arenapremiere ist auch der langjährige Veranstalter Eberhard Bauer-Hofner, der jetzt im Ruhestand die Sitzung genießt: „An dieser Veranstaltung hängen so viele schönen Erinnerungen, deshalb zieht es mich immer wieder zurück in die Arena. Es ist auch schön, die ganzen Künstler einmal wiederzusehen. So zwei- bis dreimal bin ich deshalb immer in Deutz dabei. Für mich ist das wie nach Hause zu kommen. Ich kann mich noch gut an die erste Veranstaltung in der Arena erinnern. Da haben wir uns gefragt, ob das in so einer Halle wirklich funktioniert. Heute sehen wir, dass es bestens geklappt hat. Ein Grund dafür ist auch, dass wir die Selbstverpflegung beibehalten haben.“

In den 61. Jahren Sporthalle und Arena gab es aber auch immer wieder Neuerungen. Das gilt auch in diesem Jahr. So haben die Veranstalter um Stefan Löcher sowie Nathalie Drmota und Michael Burgmer von der Konzertdirektion Hofner einen neuen Contest für die musikalischen und tänzerischen Nachwuchs ins Leben gerufen, die sich zum Auftakt der Sitzung präsentieren können. In diesem Jahr sind das die Musikbands 47 Kölsch, Mätropolis, Kölle Anja und Bohei. Wer den Wettbewerb gewinnt, darf am Karnevalssamstag noch einmal auf die Bühne. Insgesamt gab es mehr als 45 Bewerbungen für den Contest.

Gefeiert wurde am Samstagabend nicht nur in Deutz, sondern auch in der Wolkenburg. Dort ging die Damenparty der Stattgarde Colonia Ahoj unter dem Motto unter dem Motto „Candyland – vom Candygirl bis zum kölschen Knallbonbon“ an den Start. „Die überwiegende Farbe ist heute Abend hier eindeutig Pink. Auch ich habe mich mit der entsprechenden Haarfarbe als Chefhostess Beatrice angepasst“, sagt Präsident und Kapitän Dieter Hellermann bestens gelaunt.

Er konnte sich am Abend über besonders kreative und farbenfrohe Mottokostüme freuen, die vom quietschbunten Bonbon oder der frechen Praline auf zwei Beinen bis zur Candy-Verkäuferin und der süßen Wundertüte reichten. Erstmals gab es in der Schaafenstraße ab Mitternacht im Exile und ExCorner eine exklusive Aftershow-Party für die Gäste, wo bis zum Morgengrauen gefeiert werden konnte.

Im Wartesaal am Dom gab es derweil schon das erste Treffen eines Kölner Traditionskorps. Dort kam die Bürgergarde blau-gold zu ihrem traditionellen Beförderungsappell zusammen. Am Abend konnte Präsident Markus Wallpott elf neue Mitglieder auf der Bühne vereidigen. Geehrt wurde am Abend der langjährige Schriftführer Marcel Krahforst, der 1999 als Tanzoffizier zur Bürgergarde gekommen war. Schon mit sieben Jahren hatte er seine tänzerische Karriere bei der Kinder- und Jugendtanzgruppe der Ehrengarde gestartet. Als Schriftführer wird er jetzt vom aktuellen Tanzoffizier Christopher Wallpott abgelöst.

Neben der Auszeichnung durch die eigene Gesellschaft mit der Verdienstspange in Gold gab es für Krahforst vom Festkomitee, dessen Vorstand in großer Zahl in den Wartesaal gekommen war, mit dem Verdienstorden in Silber. Eine weitere Verdienstspange in Gold überreichte der Präsident auch ein seinen Schatzmeister Markus Marx, der seit 30 Jahr bei der Bürgergarde aktiv ist. Auch er kam als Tänzer zur Bürgergarde.