Laboe. Ein Ortskern ohne Einkaufsmöglichkeit? Das gibt es in Laboe seit dem 15. Januar 2022. Kurz nach Silvester vor vier Jahren schloss überraschend der letzte Supermarkt im Unterdorf. Die Kritik aus der Einwohnerschaft dauert an, die Suche nach einer Lösung ebenfalls.
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Es ist die Wählerinitiative Laboe (WIP), die jetzt nochmal zum Angriff übergeht. „Wir brauchen eine kurzfristige Lösung, die unkompliziert ist“, sagt WIP-Vorsitzender Karl-Christian Fleischfresser.
Laboe: Wählerinitiative drängt auf kostenfreie ÖPNV-Lösung
Derzeit bestehe im Unterdorf nur eine „sehr eingeschränkte Lebensmittelversorgung“ schreibt die WIP-Fraktion in einem Antrag, den sie den Politikerinnen und Politikern in Laboe zuletzt zur Abstimmung vorgelegt hatte.
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In diesem schlägt sie vor, den Busverkehr innerhalb von Laboe für alle Nutzerinnen und Nutzer kostenfrei zu gestalten. Dies könnte die Haltestellen Brodersdorfer Weg, Ostlandstraße, Kirche und Hafen betreffen.
Hintergrund: Am Ortsrand von Laboe gibt es ein großes Einkaufszentrum mit Edeka und Aldi, das über die Haltestelle Brodersdorfer Weg direkt erreichbar ist. Die Menschen im Unterdorf rund um den Hafen und das Zentrum Laboes haben seit der Schließung von Rewe im Januar 2022 keine Einkaufsmöglichkeiten mehr für den täglichen Bedarf.
„Hafenliegern, Touristen und auch der Bevölkerung des Unterdorfs fehlt eine gute Anbindung an die gegebenen Einkaufsmöglichkeiten“, argumentiert die WIP. Sie sieht einen Bedarf auch in umgekehrter Richtung. Gleichzeitig könne mit einem kostenlosen Angebot die innerörtliche Auslastung des ÖPNV erhöht und eine „signifikante Entlastung vom Individualverkehr“ ermöglicht werden.
Meine Aktivität bezieht sich darauf, Leute, die Flächen haben, und potenzielle Versorger zusammenzubringen.
Heiko Voß (parteilos)
Bürgermeister von Laboe
Als Vorbild könnten, so berichtet es WIP-Vorsitzender Fleischfresser im Gespräch mit den Kieler Nachrichten, ähnliche Konzepte dienen. Etwa aus der Stadt Heiligenhafen, wo man den ÖPNV innerhalb des Ortes bereits kostenlos nutzen könne.
Die Idee für Laboe: Die Gemeinde zahlt eine jährliche Pauschale an einen ÖPNV-Betreiber. Infrage kämen die Kieler Verkehrsgesellschaft und die Verkehrsbetriebe Kreis Plön, die in Laboe Linien betreiben. Kann das funktionieren? Die Gemeindevertretung in Laboe fand zumindest in breiter Mehrheit (15 dafür, acht dagegen, zwei Enthaltungen), dass sich eine Prüfung nach Vorlage des WIP-Antrags lohne.
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Jetzt sollen die Rahmenbedingungen und Kosten für eine pauschale Abrechnung für eine innerörtliche kostenlose ÖPNV-Nutzung ermittelt werden. Dazu wurde Laboes Bürgermeister Heiko Voß (parteilos) beauftragt, Gespräche mit den ÖPNV-Betreibern zu führen.
WIP kritisiert fehlende Versorgung mit einem Vollsortimenter
„Erst mittels einer solchen Maßnahme kann für den innerörtlichen Pendelverkehr zu den Supermärkten am Ortseingang eine echte Nutzerakzeptanz geschaffen werden“, betont die WIP.
Die Wählergemeinschaft ist sicher, dass andere Lösungen, die in der Gemeinde für besseres Einkaufen angestrebt werden, keine echte Abhilfe sein werden: „Selbst bei Schaffung eines Minimalangebots zur Lebensmittelversorgung wird man im Unterdorf kein Vollsortiment vorfinden können.“
Laboes Bürgermeister Voß erklärt gegenüber den Kieler Nachrichten, dass er „im ständigen Dialog mit der politischen Gemeinde“ stehe, um mögliche öffentliche Flächen im Unterdorf für einen Lebensmittelmarkt zur Verfügung stellen zu können.
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Derzeit gebe es Leerstände und Bauprojekte im Ortszentrum am Probsteier Platz, hinter denen allerdings private Eigentümer stünden. „Meine Aktivität bezieht sich darauf, Leute, die Flächen haben, und potenzielle Versorger zusammenzubringen.“
KN