Die Tech-Messe zeigt einen Branchenwandel: Hardware-basierter Datenschutz und lokale KI-Verarbeitung rücken in den Fokus, um strengere Regulierungen zu erfüllen und Verbrauchervertrauen zu gewinnen.

CES 2026 startet mit einer Trendwende: Statt reiner KI-Leistung steht „Privacy-by-Design“ im Fokus. Die größten Hersteller reagieren mit Hardware-Lösungen auf globale Regulierung und Verbraucherwunsch nach digitaler Souveränität. Die Messe in Las Vegas zeigt, dass Datenschutz zum fundamentalen Bauteil wird.

Quantensichere Verschlüsselung im Chip-Design

Samsung Electronics hat den Ton angegeben. Der Konzern stellte am Sonntag seinen neuen Sicherheitschip S3SSE2A vor, der bereits einen Innovationspreis erhielt. Die Besonderheit: Es ist der erste Embedded-Sicherheitsbaustein mit hardwarebasierter Post-Quantum Cryptography (PQC).

Das Ziel ist ambitioniert. Die quantenresistenten Algorithmen sollen Geräte gegen Angriffe absichern, die es heute noch nicht gibt, aber theoretisch unausweichlich sind. „Sicherheit durch Design“ wird damit vom Konzept zur realen Komponente in der Lieferkette. Die Knox-Plattform soll so biometrische und finanzielle Daten schützen – gegen heutige und zukünftige Bedrohungen.

Edge AI: Die KI bleibt im Gerät

Ein zweiter großer Trend ist die Verlagerung der KI-Verarbeitung von der Cloud an den „Edge“, also direkt ins Endgerät. Der Halbleiter-Designer Arm demonstrierte in Vorab-Briefings, wie selbst komplexe Sprachmodelle mit 120 Milliarden Parametern lokal laufen können – ohne Daten an externe Server zu senden.

Anzeige

Passend zum Thema EU‑KI‑Gesetz: Seit August 2024 gelten neue Regeln für KI‑Systeme, und viele Hersteller stehen noch vor offenen Fragen zu Risikoklassen, Kennzeichnungspflichten und umfangreichen Dokumentationsanforderungen. Das kostenlose E‑Book liefert einen praxisorientierten Umsetzungsleitfaden – kompakt zusammengefasst, welche Pflichten für Embedded‑KI, Edge‑AI und Geräte mit quantensicheren Sicherheitsfunktionen gelten und wie Sie Nachweise rechtssicher ablegen. Ideal für Entwickler, Produktmanager und Datenschutzverantwortliche. Jetzt KI‑Verordnung‑Leitfaden herunterladen

Diese Entwicklung adressiert ein Hauptproblem: das Misstrauen gegenüber der Cloud. Moderne Neural Processing Units (NPUs) ermöglichen Spracherkennung oder Bildgenerierung im physischen Gerät. Für Hersteller ist das ein doppelter Gewinn. Sie bieten KI-Assistenz, umgehen aber die regulatorischen Fallstricke der Cloud-Speicherung und senken zugleich deren immense Kosten.

Smart Home: Fühlen ohne zu sehen

Auch der Smart-Home-Sektor wandelt sich. Der Fokus liegt nicht mehr auf permanent aktiven Kameras, sondern auf „Presence Sensing“ mit Radar und LiDAR. Diese Technologien erfassen Bewegungen und Anwesenheit, ohne optische Bilder aufzunehmen.

Neue Geräte mit Matter 1.4-Standard setzen auf diese nicht-invasiven Sensoren. So kann etwa die Beleuchtung präzise auf die Position im Raum reagieren, ohne Videoaufnahmen zu machen. Diese Innovationen entsprechen der DSGVO, da sie die Sammlung personenbezogener Daten minimieren. Das Smart Home wird vorausschauend – aber anonym.

Physische Kontrolle: Der sichtbare Datenschutz

Datenschutz wird zunehmend haptisch. Das zeigt das neue Zubehör von Belkin. Ein USB-C-Hub verfügt über eine dedizierte „Monitor-Privacy-Taste“. Ein Druck unterbricht sofort das Videosignal an externe Bildschirme – ideal für Berufstätige in Shared Spaces.

Zugleich präsentierte das Unternehmen „Screen Skinz“. Diese Displayschutzfolien zeigen individuelle Designs nur bei ausgeschaltetem Bildschirm. Bei eingeschaltetem Display wirken sie als Sichtschutzfilter gegen Blicke von der Seite. Solche Hardware-Eingriffe bieten eine verlässlichere Absicherung als oft versteckte Software-Einstellungen.

Marktfolgen: Vertrauen wird zum Premium-Feature

Die Trends der Messe zeigen einen Reifeprozess der Tech-Branche. Nach Inkrafttreten des EU-KI-Gesetzes und strengeren US-Datenschutzgesetzen müssen Unternehmen Compliance in der Technik nachweisen, nicht nur in den Nutzungsbedingungen.

Marktbeobachter in Las Vegas sehen in „Vertrauen“ ein neues Premium-Merkmal. In einem gesättigten Markt können Hersteller höhere Preise rechtfertigen, wenn sie garantieren, dass Daten im Gerät bleiben oder quantensicher verschlüsselt sind. Die Ära des standardmäßig vernetzten Geräts weicht der des standardmäßig privaten.

Anzeige

PS: Diese Übergangsfristen der EU‑KI‑Verordnung betreffen bereits Markteinführungen und Produktupdates – prüfen Sie jetzt, ob Ihre Edge‑KI oder lokal laufende Modelle in eine höhere Risikoklasse fallen. Der Gratis‑Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Systeme korrekt klassifizieren, welche Kennzeichnungen nötig sind und welche Dokumentation Prüfer erwarten. So vermeiden Sie Bußgelder und können Ihre Hardware‑Lösungen DSGVO‑ und AI‑Act‑konform anbieten. Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung gratis herunterladen