Unterschiedliche Preisvorstellungen verzögern Transaktionen

wü Paris

Die politische Ungewissheit in Frankreich fordert ihren Tribut. Obwohl der weltweite Private Equity-Markt stark wächst, sind die Investitionen von Private Equity-Fonds in Frankreich im letzten Jahr trotz einiger größerer Transaktionen eingebrochen. Mit 424 angekündigten Akquisitionen beliefen sie sich laut „Les Echos“ 2025 auf insgesamt 23,3 Mrd. Dollar. Zum Vergleich: Laut Daten einer von France Invest, der Vereinigung französischer Beteiligungsgesellschaften, und Grant Thornton jährlich veröffentlichten Studie betrugen die Private Equity-Investitionen 2024 insgesamt 26 Mrd. Euro. Die endgültigen Zahlen für das vorige Jahr von France Invest und Grant Thornton werden im März erwartet.

Unterschiedliche Preisvorstellungen

Angesichts des politisch volatilen Umfeldes könnten sich jetzt häufig Verkäufer und Käufer nicht über den Preis einigen, berichten französische Marktteilnehmer. An den unterschiedlichen Preisvorstellungen scheiterten in den vergangenen Monaten gleich mehrere Transaktionen. So verbleibt der Lebensmittelhygiene-Spezialist Kersia erstmal im Besitz von IK Partners. Der britische Finanzinvestor hatte eigentlich auf eine Bewertung Kersias zwischen 2 und 3 Mrd. Euro gehofft. Auch der von Astorg geplante Verkauf des mit 5 Mrd. Euro bewerteten Lebensmittelzutaten-Herstellers Solina fiel wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen flach. CVC, Cinven, KKR und Blackstone sollen zwar interessiert gewesen sein, jedoch Preisnachlässe gefordert haben. 

Wieder Bewegung bei Fusionen und Akquisitionen

Zu den größten Private Equity-Transaktionen in Frankreich gehörten voriges Jahr der Einstieg des Institut Mérieux beim mit rund 9 Mrd. Euro bewerteten Tiergesundheits-Spezialisten Ceva Santé Animale und der Verkauf des Lebensmittelgrossisten Prosol für rund 4 Mrd. Euro an Apollo. Ardian hatte bereits zuvor zwei Anläufe unternommen, Prosol zu verkaufen. Im August hat der französische Finanzinvestor seine Beteiligung am Versicherungsmakler Diot-Siaci (Bewertung 4,8 Mrd. Euro) erhöht. Währenddessen ist Warburg Pincus bei dem mit 5,3 Mrd. Euro bewerteten Medizindiagnostiker Sebia eingestiegen.

Bridgepoint wiederum hat den 2 Mrd. Euro schweren Versicherungsmakler Kereis an Advent verkauft. Nachdem er zu Beginn des Jahres 2025 ins Stocken geraten war, ist in den französischen Markt für Fusionen und Übernahmen inzwischen wieder Bewegung gekommen.