Hoffnungsschimmer

Die Gäste mussten irgendwie einen Plan haben um wieder ins Spiel zu finden und der kam prompt: Spencer Machacek brachte den Puck von der blauen Linie in Richtung Tor, nachdem Jacob Hayhurst den Schuss noch entscheidend abfälschen konnte, trudelte der Puck in Richtung Torlinie. Vor allen Nürnberger registrierte Tyler Gaudet am schnellsten die Chance und stocherte die Scheibe zum Anschluss über die Linie (22.).

Das 3:1 sollte jedoch nur ein kurzes Aufatmen darstellen: Evan Barratt behauptete das Spielgerät hinter dem Tor und spielte einen überragenden Pass an den langen Pfosten zu Samuel Dove-McFalls, dann war es nicht mehr die größte Aufgabe für den Deutsch-Kanadier die Scheibe zum 4:1 (25.) im Tor unterzubringen. Die Niedersachsen sahen es umgekehrt jedoch nicht ein die weiße Fahne zu schwenken: Robert Lynch spielte quer auf die linke Seite zu Matt White, der in letzter Instanz den Puck nur ans Lattenkreuz nageln konnte.

Wenn man zur Hälfte des Spiels einen Grund suchen würde für den bereits hohen Rückstand, würde man bei der Statistik der Torschusseffizienz fündig werden. Die Ice Tigers dominierten diese Quote mit 26,67 % während die Gäste gerade einmal knapp an den acht Prozent kratzten. Das sollte jedoch lediglich nur als kleiner Side-Fact zur Veranschaulichung der Nürnberger Kaltschnäuzigkeit in dieser Begegnung gelten.

Die Grizzlys wollten diese Quote ein wenig aufpolieren in eigener Überzahl: Die Scheibe lief gut durch die Reihen der Grizzlys, Robert Lynch und Justin Feser spielten auf der linken Seite dann einen schnellen Doppelpass den Lynch dann mit einem wuchtigen Direktschuss zum erneuten Anschluss zielsicher verwerten konnte (37.).

Kommt noch was?

Owen Headrick schätzte das Plexiglas wohl ein wenig zu hoch ein und bugsierte die Scheibe über das Erlaubte hinaus und saß damit verdientermaßen für zwei Minuten auf der Strafbank. Die Gäste aus Niedersachsen wussten mit dieser frühen Gelegenheit den Anschluss zu erzielen jedoch wenig bis gar nichts anzufangen und rannten gegen ein Nürnberger Bollwerk unzählige Male an.

Auch ohne Evan Barratt, welcher verletzt nach einem unnötig harten Check von Spencer Machacek das Spiel beenden musste, saßen die Franken sicher im Sattel und setzten die Gäste immer wieder durch einen aggressiven und starken Forecheck unter Druck. Wolfsburg versuchte es auf der anderen Seite mit den bewehrten Mitteln und bracht wirklich jede Scheibe zum Tor, denn wie ein bekannter Kanadier mal sagte: ,,You miss 100% of the shots you don´t take” zum Erfolg trug dies dennoch nicht bei.

Wolfsburg versuchte es in den letzten beiden Minuten nochmals mit den letzten Requisiten eine Coaches – Auszeit und Torhüter vom Eis. Die Zeit ging den Autostädtern dann gegen Ende aus, trotz einer Vielzahl an guten Einschussgelegenheiten sollte der Anschluss nicht mehr gelingen.

Eine muntere Eishockey-Partie mit dem besseren Ende für die Gastgeber: Nürnberg zeigte sich vor allem im ersten Abschnitt brutal effizient und stellte damit früh auf Sieg. Den Grizzlys kann man lediglich eben dieses erste Drittel vorwerfen, über die weiteren 40 Minuten zeigte man eine starke Auswärtspartie. Die Franken klettern somit in der Tabelle wieder auf den achten Platz, Wolfsburg muss auf der anderen Seite auf dem neunten verweilen.

Nürnberg Ice Tigers – Grizzlys Wolfsburg 4:2

Nürnberg Ice Tigers – Grizzlys Wolfsburg 4:2

Tore:
1:0|1.|Evan Barratt (Samuel Dove-McFalls, Cody Haiskanen)
2:0|14.|Julius Karrer (Charlie Gerard, Owen Headrick)
3:0|20.|Samuel Dove-McFalls (Charlie Gerard, Greg Meireles)
3:1|22.|Tyler Gaudet (Spencer Mahaceck)
4:1|25.|Samuel Dove-McFalls (Evan Barratt, Brett Murray)
4:2|37.|Robert Lynch (Justin Feser, Matt White)

Zuschauer:6853