Berlin – Der Blackout im Berliner Südwesten – warum half niemand den Schwächsten? In einem Pflegewohnheim sollen etwa 300 Bewohner die Nacht bei Kälte und Dunkelheit verbracht haben. Seit Samstagmorgen gab es im Heim keinen Strom. „Es wird immer kälter, es gibt kein Wasser mehr und die alten Leute haben Angst“, berichtete die Tochter einer Bewohnerin.
Erst am Sonntagnachmittag, kurz bevor die BILD-Reporter die Heimbewohner besuchten, ging auch dort der Strom wieder. Warum die Einrichtung nicht evakuiert wurde, blieb unklar. Die Heimleitung war auf Anfrage für BILD nicht erreichbar. Einzig das Pflegepersonal habe sich liebevoll um die Bewohner gekümmert, berichten diese.
„Meine Fingerkuppen waren taub“
„Seit Sonnabendmorgen hatten wir keinen Strom und keine Heizung. Es war hier stockduster. Wir haben keine Taschenlampen oder Kerzen bekommen, und einige sind durch die dunklen Flure geirrt“, berichtet Heimbewohnerin Eveline W. (84). Nachts sei es so kalt gewesen, dass ihre Fingerkuppen taub geworden seien. „Zum Glück habe ich eine zweite Decke bekommen. Ich glaube, die Pfleger haben ihr Bestes gegeben, um uns in der Situation zu helfen. Die können auch nichts dafür.“

Heimbewohnerin Christel Knobel (91) macht den Pflegern keine Vorwürfe
Foto: Pressefoto Wagner
Am schlimmsten sei die Dunkelheit gewesen, erzählt Heimbewohnerin Christel Knobel (91). „Ich war schon wach, als gegen 6 Uhr plötzlich das Licht ausging. Taschenlampen haben wir leider nicht bekommen. Das wäre schon nötig gewesen. Kalt war es auch, aber ich habe mich den ganzen Tag im Bett eingekuschelt. Das ging dann schon. Den Pflegern kann ich aber keinen Vorwurf machen“, sagt sie.