Kallas steht an einem Pult vor blauem Hintergrund mit den gelben EU-Sternen und spricht.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. (picture alliance / Anadolu / Dursun Aydemir)

Die Erklärung über den Onlinedienst X stammt von der EU-Außenbeauftragten Kallas und wird von den 26 Staaten mitgetragen. Darin heißt es, das Recht des venezolanischen Volkes, über seine Zukunft zu entscheiden, müsse respektiert werden. Die EU stehe in engem Kontakt mit den Vereinigten Staaten sowie regionalen und internationalen Partnern, damit unter der Führung der Venezolaner eine verhandelte, demokratische, inklusive und friedliche Lösung der Krise gefunden werden könne.

Aufruf zur Achtung des Völkerrechts

Kallas rief erneut dazu auf, das Völkerrecht zu achten. Zwar seien der Kampf gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität und den Drogenhandel wichtig. Diese Herausforderungen müssten aber durch eine nachhaltige Zusammenarbeit unter uneingeschränkter Achtung der territorialen Integrität und Souveränität angegangen werden.

Trump droht Rodriguez

Derweil drohte US-Präsident Trump Venzuelas Interims-Staatschefin Rodriguez mit einem zweiten Militärschlag, sollte die ‌verbliebene Führung in Caracas seine Bemühungen nicht unterstützen – Zitat – „das Land zu stabilisieren“. Rodriguez signalisierte inzwischen Kooperationsbereitschaft. Man lade Washington zur Erarbeitung einer gemeinsamen Agenda ein. Zuvor hatte Rodriguez Führungsansprüche der USA über ihr Land zurückgewiesen. Venezuela werde „nie wieder eine Kolonie“ sein.

Rodríguez war am Wochenende zum amtierenden Staatsoberhaupt ernannt worden, nachdem Präsident Maduro durch das US-Militär gestürzt und in die Vereinigten Staaten gebracht worden war, wo er vor Gericht gestellt werden soll. Der Militärschlag und der Sturz Maduros werden vor allem von Ländern in der Region als Verstoß gegen das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen kritisiert. Die 33 Staaten umfassende Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) einigte sich am Sonntag jedoch nicht auf eine gemeinsame Erklärung zu dem US-Angriff.

Diese Nachricht wurde am 05.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.