Weltmeister, Top-Models, Herzensmenschen – wer alles im vergangenen Jahr im Kreis Esslingen Interesse erregte oder die Gemüter bewegte.
Zahlreiche Menschen aus dem Kreis Esslingen machten Schlagzeilen im vergangenen Jahr. Hier stellen wir einige vor. Bei diesen Menschen handelt es sich um höchst unterschiedliche Persönlichkeiten – jede auf ihre Weise ist besonders.
Daniela Djokic aus Ostfildern ist in nur wenigen Wochen eine deutschlandweit bekannte Persönlichkeit geworden. Einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat sie auch. Die Lehramtsstudentin aus Ostfildern hat die Casting-Show „Germany’s Next Topmodel“ mit der Model-Showmasterin Heidi Klum gewonnen. Zum Finale war sie im eigenen Fanbus gefahren, den ihr die Firma Schlienz aus Kernen zur Verfügung gestellt hatte.
Im Vorab-Interview mit unserer Zeitung hatte sich die 21-Jährige zu ihrem Beziehungsstatus bedeckt gehalten. Über männliche Kollegen meinte sie: „Es sind halt Models.“ Nach dem Sieg war publicityträchtig bekannt gemacht worden, sie sei mit GNTM-Teilnehmer Samuel Dohmen zusammen. Inzwischen wird über ein Liebes-Aus spekuliert. Alles nur eine PR-Masche?
Mehr als nur Schönheit: Daniela Djokic aus Ostfildern. Foto: Lichtgut Grillkönig Ralf Ahrens: „Das ist ein Ritterschlag“
Der deutsche Grillkönig 2025 kommt aus dem Kreis Esslingen, genauer genommen von den Fildern: Ralf Ahrens heißt er und hat im Sommer des vergangenen Jahres mit seinem Team „Die Brandstifter“ die Deutsche Grillmeisterschaften gewonnen. „Das ist der Ritterschlag“, sagt Ahrens, der aber auch ausdrücklich sein Team lobt: „Was die geleistet haben, ist der Wahnsinn.“
Im Grund genommen ist Ahrens ein Profi, denn das Grillen gehört zu seinem Beruf. Mit den „Brandstiftern“ aus Neuhausen macht Ahrens Catering für Hochzeiten, Geschäfts- und Familienfeiern sowie Grillkurse. Es soll nicht seine letzte Meisterschaft gewesen sein. Für ihn nach der Meisterschaft vor der Meisterschaften: In diesem Jahr will er den Titel verteidigen.
Busfahrer Isil Aksoy: Aushängeschild des öffentlichen Nahverkehrs
Busfahrer wollte Isil Aksoy schon als Kind werden. Inzwischen lebt er diesen Beruf: „Jeder Arbeitstag ist eine Freude“, sagt der 57-Jährige im Brustton der Überzeugung. Diese Leidenschaft spüren die Fahrgäste – und wählten den Bissinger deshalb zum „Busfahrer des Jahres 2025“.
Er war einer von 15 Nominierten im Kreis Esslingen und gilt nun offiziell als „Aushängeschild des ÖPNV“. Auf die Auszeichnung, die der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) alljährlich vergibt, ist Isil Aksoy mächtig stolz. Seit rund 20 Jahren schon bringt er Menschen sicher an ihr Ziel – und immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen. Aktuell fährt er für das Busunternehmen Weissinger auf den Linien 173, 175, 176 und 177.
Super-Azubi Elsa Wenzel: bundesbeste Modeschneiderin
Elsa Wenzel hat geschafft, was nur ganz wenige Stars erreicht haben: Die 21-Jährige aus Nürtingen ist jüngst mit ihrem zweiten Stern auf dem „Walk of fame“ gewürdigt worden. Allerdings nicht auf dem Hollywood Boulevard in Los Angeles, sondern in der Jägerstraße in Stuttgart. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart zeichnet seit 2016 jedes Jahr Super-Azubis und ihre Betriebe mit dieser besonderen Ehrung aus – inzwischen pflastern 63 Sterne den Weg zum IHK-Gebäude.
Elsa Wenzel ist dort die Einzige mit zwei Sternen. Bereits im Vorjahr wurde die Mitarbeiterin der Hauber-Gruppe als Textil- und Modenäherin geehrt, in diesem Jahr wurde sie „bundesbeste“ Modeschneiderin. Ihr Können bringt sie beim Modelabel Luisa Cerano ein.
Zweifach geehrt: Elsa Wenzel. Foto: Ines Rudel Salvatore Marrazzo und die „nervige Eigenart“ der Deutschen
Mit einer klaren Ansage an die Gäste spaltet ein Esslinger Gastronom die Nation. Salvatore Marrazzo, Betreiber des italienischen Restaurants Accanto, lehnt das getrennte Bezahlen kategorisch ab. Er hat eigenem Bekunden nach genug von stundenlangen Diskussionen am Tisch. Die würden den Betriebsablauf erheblich stören, begründet er seine Initiative.
Gegen diese „nervige Eigenart“ der Deutschen wehrt sich der Gastronom Marrazzo. Und sieht sich dabei klar im Recht: „Wir als Restaurant dürfen bestimmte Zahlungsmodalitäten festlegen.“ Seine strikte Regel sorgte für Debatten – deutschlandweit. Die Reaktionen reichten von „kleinkariert“ bis „richtig so“.
Mag den Kunden nicht mehr die Rechnung auseinanderklamüsern: Salvatore Marrazzo. Foto: Markus Brändli Jürgen Burkhardt – der Mann mit dem schönsten Bart der Welt
Er hat den schönsten Bart der Welt: Seine Bartpracht bescherte Jürgen Burkhardt im vergangenen Jahr den sechsten Titel. Mit einer Spannweite von 1,80 Meter ist der 68-Jährige amtierender Bartweltmeister. Um seinen Bart in Form zu bringen, braucht Burkhardt schon mal einige Stunden. Die nimmt er gerne in Kauf, bringt ihn doch sein Bart nicht nur in die USA, sondern quer um die Welt.
In jungen Jahren war sein Vorbild Salvador Dali. Aber Burkhardt ging noch einen Schritt weiter als der Maler und ließ sich Motive wie den Eiffelturm oder eine elektrische Gitarre für seine Bart einfallen. Ans Aufhören denkt der Bartweltmeister noch lange nicht. Er wirkte an einem Bart-Song mit und ist jedes Jahr auf dem Filderkrautfest in Leinfelden-Echterdingen präsent. Und schielt natürlich in Richtung Weltmeister-Titel Nummer sieben.
Sein Bart ist Kult: Jürgen Burkhardt. Foto: Bernd Weißbrod/dpa Der 100-jährigen Hedwig Abzieher fliegen die Herzen zu: „Es ist mir egal, was kommt“
Mit fast drei Millionen Aufrufen ging sie viral. Keine angesagte Influencerin, sondern eine lebenskluge Seniorin mit Herz und Humor aus Esslingen: Hedwig Abzieher, die mit ihren 99 Jahren beim seit 15 Jahren bestehenden Esslinger Bewegungstreff aktiv ist, hat die Sympathie vieler User gewonnen. Unter anderem die überregionale Wochenzeitung „Die Zeit“ und auch unsere Zeitung stellte sie vor.