Stand: 05.01.2026 07:39 Uhr

Schnee und Eis hatten am Sonnabend den Kieler Nahverkehr kalt erwischt: Ab dem Nachmittag fuhr wegen Glätte kein Bus mehr – zum Ärger vieler Fahrgäste. Erst Sonntagvormittag ging es teilweise wieder los.

Nach etwa 18 Stunden Stillstand sind am Sonntagvormittag wieder die ersten Busse durch Kiel gefahren. Inzwischen haben laut Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) alle Linien ihren Betrieb wieder aufgenommen. Es gibt aber noch Einschränkungen: Die Haltestellen in Heikendorf, Mönkeberg und Laboe im Kreis Plön werden nach wie vor nicht angefahren werden. In den Gemeinden sind die Straßen noch glatt, sagte eine KVG-Sprecherin am Montag. Die Busse schaffen deshalb zum Beispiel nicht die Anstiege in Kitzeberg und Laboe.

In den sozialen Netzwerken ärgerten sich viele Fahrgäste darüber, dass in der Landeshauptstadt wegen des Schneefalls so lange keine Busse fahren konnten. In anderen Städten wie Lübeck oder Flensburg gab es offenbar kaum Probleme mit dem Busverkehr.

Ein Bus der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) fährt durchs winterliche Kiel.

Der Winter hat den Norden weiter fest im Griff. Voraussichtlich bis Mitte der Woche muss mit glatten Straßen und Störungen im Bahnverkehr gerechnet werden.

Zahlreiche Busse steckten fest

Am Sonnabendnachmittag hatten die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) und Autokraft witterungsbedingt ihren Busbetrieb eingestellt – die Straßen in der Landeshauptstadt seien durch den starken Schneefall zu glatt gewesen, so die KVG. Um die 30 Busse der KVG und auch mehrere Busse der Autokraft steckten im Stadtgebiet fest und mussten befreit werden.

Ein Bus steckt in Kiel im Schnee fest.

Überall im Kieler Stadtgebiet waren am Samstagabend Busse wegen der Glätte liegengeblieben.

„Dann war die Entscheidung auch relativ klar, dass wir den Linienbetrieb so nicht mehr bewerkstelligen können“, sagte der stellvertretende Betriebsleiter der KVG, Meik Otto. Trotz guter Vorbereitungen habe es keine andere Möglichkeit gegeben. „Wir müssen die Gegebenheiten so hinnehmen, wie sie sind“, sagt Otto.

Wenn der Schnee fällt und zu Eisplatten wird, dann können die Reifen noch so gut sein: Wir werden dann einfach nicht fahren können. Die Straßen haben es einfach nicht hergegeben.

Meik Otto, stellvertretender Betriebsleiter der Kieler Verkehrsgesellschaft

Selbst am Sonntagmorgen waren die Straßen vielerorts noch vereist. Deshalb mussten die Busse weiterhin im Depot bleiben. Die Straßen in Kiel seien seit Samstagabend regelmäßig begutachtet worden, erklärt Otto weiter. Gegen 10 Uhr teilte die KVG dann mit, dass die Straßen soweit geräumt waren, dass der Busverkehr langsam wieder anrollen konnte. Auch die Busse von Autokraft konnten dann wieder fahren.

Kalte Straßen lassen Schnee schnell gefrieren

Nach Angaben der Stadt war der Winterdienst des Abfallwirtschaftsbetriebs Kiel (ABK) seit Wintereinbruch ununterbrochen im Einsatz. Der feuchte Schnee und die niedrigen Temperaturen sorgten für eine geschlossene Eisdecke und spiegelglatte Straßen. Dies sei eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte gewesen.

Drei Stunden braucht der Winterdienst generell, um die wichtigen Hauptstraßen, Kreuzungen und Brücken in Kiel zu räumen. „Aber nach drei Stunden ist da, wo wir angefangen haben, schon wieder eine Menge Schnee gefallen“, so erklärt ABK-Werkleiter Christian Schmitt die Problematik. Er bittet um Verständnis für die schwierige Situation.

Insgesamt waren am Sonnabend und Sonntag laut ABK 120 Mitarbeitende mit 75 Räumfahrzeugen unterwegs, um die Straßen in Kiel von Schnee und Eis zu befreien. 70 Tonnen Salz und 70 Tonnen Sand seien gestreut worden.

ABK und KVG sehen sich gut aufgestellt

Der Busverkehr in Kiel läuft bei Schnee wieder an.

Für die kommende Woche erwartet Meik Otto von der KVG keine Probleme im Busbetrieb.

Für die kommende Woche sieht Schmitt den ABK gut aufgestellt. Auch Meik Otto von der KVG sieht den Busbetrieb in der Landeshauptstadt vorerst nicht gefährdet, vor allem auch, weil sich das Taumittel nun flächendeckend auf den Straßen befinde. „Das sollte bei der Wetterprognose eigentlich unkritisch bleiben.“ Fünf Zentimeter Neuschnee soll es in der Nacht zu Montag noch geben.

Auch bei den Elektrobussen gebe es seiner Meinung nach keine größeren Probleme. Auch sie könnten unterwegs ganz normal geladen werden. „Natürlich sind die Reichweiten ein bisschen beschränkt“, Ausfälle habe es aber aufgrund der E-Mobilität nicht gegeben.

Winter sorgt landesweit für Verkehrsprobleme

Währenddessen gibt es auch in anderen Landesteilen Probleme durch den Wintereinbruch. In der Nacht zur Sonntag gab es laut Polizei etwa 90 Glätteunfälle in Schleswig-Holstein – davon die meisten bei Kiel. Am Sonntag Nachmittag ist auf der A21 bei Tremsbüttel im Kreis Stormarn in Richtung Kiel ein Auto in der Leitplanke gelandet. Die Autobahn war kurzfristig gesperrt. Und auf der A7 Richtung Süden waren bei Schuby im Kreis Schleswig-Flensburg sechs Autos ineinander gefahren. Eine Person wurde nach Angaben der Polizei leicht verletzt. Zeitweise war nur eine Spur frei.

Und auch bei den Fern- und Regionalbahnen gibt es den ganzen Tag über Probleme. Immer wieder fallen Züge aus oder sind verspätet, teilten Deutsche Bahn, Nordbahn und Erixx mit. Oft seien kaputte Weichen und Signale das Problem. Zugreisende sollen sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindung informieren.

Herabfallende Äste und Bäume in Wäldern

Wegen der hohen Schneelast warnt das Amt Hohe Elbgeest im Kreis Herzogtum Lauenburg davor, den Sachsenwaldes im Süden des Landes zu betreten. Äste könnten herabfallen und Bäume umstürzen. Auch von einer Fahrt zum Rodelberg Bistal rät das Amt ab. Außerdem soll sich von Gebäuden ferngehalten werden, von denen sich Schneelawinen lösen könnten.

Die Leitstellen im Süden und Westen des Landes berichten am Sonntagnachmittag, dass rund um den Sachsenwald, bei Börnsen im Kreis Herzogtum Lauenburg und Trittau im Kreis Stormarn, Einsatzkräfte der Feuerwehren unterwegs sind, um die Wälder zu kontrollieren. In Wedel und Seester im Kreis Pinneberg mussten Einsatzkräfte laut Feuerwehr zwei Dächer von Schnee befreien.

Ein Auto liegt neben der Straße auf der Seite.

Häufig blieb es bei Blechschäden. Nördlich des NOK wird heute Neuschnee erwartet.

"Zug fällt aus" steht auf einer Anzeigetafel im Hauptbahnhof.

Auch Anfang 2026 kommt es in Schleswig-Holstein zu Zugausfällen und Ersatzverkehr. Diese Strecken sind betroffen.

Stau auf der Autobahn.

Der ADAC empfiehlt, mehr Zeit einzuplanen und ausreichend Abstand zu halten. Auch die Fähren sind nahezu ausgebucht.