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Tokio (Japan) — Ein einzelner Fisch, ein irrer Preis: Auf dem Toyosu-Fischmarkt in Tokio ging bei der ersten Auktion des Jahres 2026 ein 243 Kilogramm schwerer Blauflossenthunfisch für unfassbare 510 Millionen Yen über den Tisch. Umgerechnet sind das rund 2,8 Millionen Euro.

Rekordpreis auf dem Toyosu-Fischmarkt

Die Auktion am frühen Montagmorgen hatte einen klaren Gewinner. Den Zuschlag erhielt Kiyoshi Kimura, Betreiber der bekannten Sushi-Kette Sushi Zanmai. Kimura überbot mit seinem Gebot sogar sich selbst. Bereits 2019 hatte er mit 334 Millionen Yen (1,8 Mio. Euro) einen Rekord aufgestellt. Diesmal lag der Preis noch einmal deutlich höher. Später erklärte Kimura Reportern, er habe eigentlich gehofft, günstiger davonzukommen. Doch: „Der Preis schoss in die Höhe, ehe man sich versah.“

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Der Start der Auktion läuft immer mit dem gleichen Ritual ab, dem Läuten einer Glocke. Im Saal liegen die torpedoförmigen Thunfische dicht an dicht, die Schwänze abgeschnitten. So können die Bieter zwischen den Reihen umhergehen und Farbe, Textur und Fettgehalt des Fleisches prüfen. Hunderte Thunfische werden bei diesen frühen Auktionen täglich verkauft.

Bei der traditionellen Neujahrsauktion werden hunderte Thunfische versteigert

Bei der traditionellen Neujahrsauktion werden Hunderte Thunfische versteigert

Foto: AP

Oma-Thunfisch treibt die Preise

Der Rekord-Fisch stammt aus dem Meer vor der Küste von Oma in Nordjapan. Die Region ist bekannt für einige der besten Thunfische des Landes. Der Preis pro Kilo hatte es in sich: 2,1 Millionen Yen, umgerechnet etwa 11.500 Euro. Für Kimura ist der Fisch mehr als Ware. „Es ist zum Teil ein Glücksbringer“, sagte er. Und weiter: „Aber wenn ich einen gut aussehenden Thunfisch sehe, kann ich einfach nicht widerstehen. Ich habe ihn noch nicht probiert, aber er muss köstlich sein.“ Der Millionen-Fisch wird nun als Sashimi und Sushi in Kimuras Restaurants verkauft.

Der Pazifische Blauflossenthunfisch war wegen Klimawandel und Überfischung früher stark bedroht, doch sein Bestand erholt sich nach Angaben dank Naturschutzmaßnahmen.