Berlin – Es ist ein eisiger Wettlauf gegen die Kälte: Noch immer bibbern zehntausende Menschen in ihren Wohnungen oder suchen Zuflucht in Notunterkünften. Und ganz Berlin blickt auf die wichtigsten Knotenpunkte im Blackout-Drama.

Im Mittelpunkt steht das Umspannwerk an der Argentinischen Allee, wo ein Kabel-Bypass verlegt werden soll. Bauarbeiter heben hier seit Sonntag eine Grube aus. „Derzeit sind drei Bagger im Einsatz, um eine 14 Meter lange und jeweils vier Meter breite und tiefe Grube zu graben“, so Henrik Beuster von Stromnetz Berlin. In dieser Grube soll der Bypass gelegt werden.

Dafür braucht es speziell ausgebildete Experten, Plusgrade, eine rund 14 Meter tiefe Baugrube und eine möglichst staubfreie Umgebung. Um diese Bedingungen zu schaffen, sollen Zelte über der Grube aufgebaut und beheizt werden. Am Donnerstag soll wieder Strom fließen. Immerhin: Die Reparaturen sollen hier deutlich schneller gehen als dort, wo das Blackout-Drama seinen Lauf nahm.

Die Kabelbrücke am Teltowkanal

Hinter einem Container an der Kabelbrücke am Heizkraftwerk Lichterfelde hatten die flüchtigen Täter am frühen Samstagmorgen Feuer gelegt und nach eigenen Angaben auch Kurzschlüsse ausgelöst.

Die brennenden Starkstromkabel nach der Feuer-Attacke

Die brennenden Starkstromkabel nach der Feuer-Attacke

Foto: Stromnetz Berlin

Fünf 110.000-Volt-Hochspannungskabel und zehn sogenannte Mittelspannungskabel mit jeweils 10.000 Volt wurden von den Flammen zerstört. Der massive Schaden löste den großflächigen Stromausfall aus. Berlins Energiesenatorin Franziska Giffey (52, SPD) sprach von einem „akuten, sehr, sehr großen Schaden“. Henrik Beuster von Stromnetz Berlin bestätigte gegenüber BILD, die Kabelbrücke soll langfristig repariert werden, doch die Arbeiten sind aufwendig. Die beschädigten Kabel müssen komplett erneuert werden.

Die Baustelle an der Osdorfer StraßeBauarbeiter in der Osdorfer Straße

Bauarbeiter in der Osdorfer Straße

Foto: Michael Ukas/dpa

Rund 14.000 Haushalte und 500 Gewerbekunden haben inzwischen wieder Strom. Der Grund: Das schnelle Eingreifen des Netzbetreibers. Etwa in der Osdorfer Straße wurden Ersatzleitungen verlegt. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine provisorische Lösung.

An mehreren Stellen in der Stadt sind Mittelspannungskabel miteinander verbunden worden. Dadurch konnten zum Beispiel auch alle vier vom Ausfall betroffenen Krankenhäuser wieder mit Strom beliefert werden.