Kritik an Angela Merkel

Herbert Grönemeyer: „Das ist eine Unverschämtheit“

05.01.2026 – 08:57 UhrLesedauer: 2 Min.

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Herbert Grönemeyer: Er feiert in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag. (Quelle: IMAGO / Bernd Elmenthaler)

Was seine politischen Ansichten angeht, so nimmt Herbert Grönemeyer in der Regel kein Blatt vor den Mund. Jetzt kritisiert er Angela Merkel für ihre fehlende Kommunikation – generell, aber besonders 2015.

Musiker Herbert Grönemeyer hat sich angetan mit Blick auf die Willkommenskultur 2015 in Deutschland geäußert – und gleichzeitig die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Kommunikation mit der Bevölkerung während dieser Zeit scharf kritisiert.

Im Gespräch mit der Journalistin Anja Caspary sagte Grönemeyer in der Reihe „Berlin Sounds Inside“: „Ich glaube, dass wir uns manchmal gar nicht bewusst sind, […] was das für eine enorme humanistische Leistung war von Deutschland. […] Das muss man einfach mal klarstellen.“ Der in Berlin lebende Sänger sagte weiter: „Ich finde, dass die Gesellschaft in Deutschland auch bis heute noch eine unglaubliche Kompaktheit hat und eine wirklich bürgerlich zentrale Haltung und eine menschliche Haltung, eine erwachsene Haltung.“ Er halte es für beachtenswert, wie viele Menschen sich vor zehn Jahren um Geflüchtete gekümmert, sich für sie eingesetzt hätten und wie viele dies auch heute noch tun würden.

Doch natürlich dürfe man auch die Probleme der damaligen Zeit und deren Folgen, die bis heute anhalten, nicht außer Acht lassen. Diese seien insbesondere entstanden, weil „Frau Merkel nie kommuniziert hat“. Man hätte ununterbrochen kommunizieren müssen, so Grönemeyer: „Was sind die Probleme? Was haben wir geschafft? Wie weit sind wir?“ Dann hätte die Gesellschaft sich verstanden und als Teil des Ganzen gefühlt. Doch es habe immer nur geheißen, es kommen weitere Geflüchtete und weitere Geflüchtete. „Dann fingen die ersten Menschen natürlich an, Beklemmungen zu kriegen und dann rückten natürlich die Populisten nach“, so der 69-Jährige. Diese hätten dann ihre Chance genutzt. „Das ist ja bis heute so.“