Berlin – Dieser Text wird Politiker besonders interessieren. Er ist quasi ein Zeugnis, bevor überhaupt gearbeitet wurde. Denn unsere Redaktion fragte die Deutschen, welche Politiker sie im neuen Jahr gern stärker in der Verantwortung sehen möchten und welche politischen Themen ihnen besonders wichtig sind. Über die führenden Köpfe der Politik urteilen die Bürger hart.
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Einzig für Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) wünschen sich die Deutschen mehr Verantwortung (43 Prozent) – trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Vorjahr. Alle übrigen Top-Politiker sollen 2026 nach Mehrheitsmeinung weniger Einfluss haben.
Nach Pistorius folgen Bayern-MP Markus Söder (37 Prozent, -1 zum Vorjahr), AfD-Vorsitzende Alice Weidel (35 Prozent, +4) und Ex-BSW-Chefin Sahra Wagenknecht (30 Prozent, – 2). Bundeskanzler Friedrich Merz dagegen muss deutlich Federn lassen: Nur 29 Prozent wünschen sich mehr Einfluss für ihn, drei Punkte weniger als 2025. Krass: 59 Prozent sprechen sich gegen Merz aus – vier Punkte mehr als im Vorjahr. Den größten Zuwachs im Jahresvergleich verzeichnet Innenminister Alexander Dobrindt (25 Prozent, +11 Prozent). Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann (21 Prozent, +5) und Vizekanzler Lars Klingbeil (27 Prozent, +4) verbessern ihre Werte.
Die rote Laterne hält Jens Spahn: Mit 64 Prozent Ablehnung wünschen sich die Deutschen für niemanden weniger politische Verantwortung als für den Unionsfraktionschef. Ebenfalls kaum Vertrauen bekommen Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang und der Thüringer AfD-Landesfürst Björn Höcke – beide kommen wie Kanzler Merz auf 59 Prozent Nein-Stimmen.
Gleichzeitig wächst der Druck auf die Regierung durch ungelöste Probleme, die viele Menschen verunsichern.
Rente bereitet den Deutschen die größte Sorge
Ganz oben auf der Sorgenliste steht die Sicherung des Rentensystems. Für 57 Prozent der Befragten ist sie das dringendste Thema – drei Punkte mehr als im Vorjahr. Dahinter drängen die Themen bezahlbarer Wohnraum (48 Prozent) und die Wirtschaftskrise (46 Prozent). Auch Migration (43 Prozent), Pflege (40 Prozent) sowie der Kampf gegen Extremismus und Terrorismus (39 Prozent) bleiben relevant.
Die Probleme platzen in das Superwahljahr. Fünf Landtags- und drei Kommunalwahlen stehen an – und könnten Deutschland in ein politisches Chaos-Jahr stürzen, warnt Politikwissenschaftler Oliver Lembcke (56, Uni Bochum). Er sagt BILD: „Den Parteien der demokratischen Mitte droht 2026 der Verlust der Gestaltungsmacht, weil sie aus den Wahlen keine funktionsfähigen Mehrheiten herausbekommen.“