
AUDIO: Mehrere Unfälle auf glatten Straßen in Schleswig-Holstein (1 Min)
Stand: 05.01.2026 11:23 Uhr
Schneefälle und Eisglätte behindern auch zum Wochenstart den Straßen- und Bahnverkehr in Norddeutschland. In der Nacht und am Morgen ereigneten sich einige Unfälle. Heute soll es vor allem nördlich des Nord-Ostsee-Kanals erneut kräftig schneien.
Ein Verkehrschaos blieb am Montagmorgen in den norddeutschen Bundesländern zwar aus, wie die Polizei meldete. Dennoch kam es zu Unfällen. Auf der B199 zwischen Dorfstraße und Schafflund (Kreis Schleswig-Flensburg) rutschte am Montagmorgen ein Linienbus in den Straßengraben. Der Bus war mit 21 Passagieren besetzt, sechs Mitreisende wurden leicht verletzt. Auf der A7 zwischen Tarp und Schleswig-Schuby rutschte in der Nacht ein Auto bei einem Überholversuch in die Mittelleitplanke. Auch zwischen Lägerdorf und Münsterdorf im Kreis Steinburg verlor ein Autofahrer die Kontrolle über seinen Wagen und rutschte in den Straßengraben.
Bis zu zehn Zentimeter Neuschnee in SH möglich
Für die kommenden Tage sagte Wetterexperte Frank Böttcher im NDR Fernsehen weitere Schneefälle in Teilen von Norddeutschland voraus. Nach einer erneut kalten Nacht mit Tiefstwerten bis minus fünf Grad bleibe es in Niedersachsen bei leichtem Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt. In Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wird demnach mehr Schnee erwartet.
In Schleswig-Holstein dürfte es heute nördlich des Nord-Ostsee-Kanals besonders kräftig schneien, bis zu 25 Zentimeter Neuschnee werden dort erwartet. Am Mittwoch sehe es nach länger andauernden Schneefällen mit Höhen von fünf bis 15 Zentimetern aus – und auch das kommende Wochenende könnte laut Böttcher weiß werden.
Nach wie vor Einschränkungen im Bahnverkehr
Im Bahnverkehr kann es nach wie vor zu Einschränkungen kommen: Im Regionalverkehr in Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg soll es laut Bahn voraussichtlich noch bis Mittwoch zu Verspätungen kommen. So fahren etwa auf den Strecken zwischen Hamburg und Kiel und zwischen Hamburg und Flensburg weniger Züge, wie NDR 1 Welle Nord berichtet. Auch im Fernverkehr kann es verspätete Züge oder Ausfälle geben.
Video:
Schnee und Glätte im Norden (10 Min)
Appell an Autofahrer: Vorsichtig fahren!
Nach den kräftigen Schneefällen am Samstag hatte es auch in der Nacht zu Sonntag in vielen Teilen Norddeutschlands weiter geschneit. Besonders betroffen waren Hamburg und der Süden Schleswig-Holsteins. Der Deutsche Wetterdienst und die Polizei appellieren an Autofahrer, auch zu Wochenbeginn besonders vorsichtig zu fahren. Zwar sind Autobahnen und viele Hauptverkehrsstraßen inzwischen vom Schnee befreit, aber für viele andere Bereiche gilt das nicht. Der Busverkehr sollte zum Schulstart nach den Weihnachtsferien heute überall normal anlaufen, hieß es.
Fallende Äste und Bäume – Vorsicht vor dem Betreten von Wäldern
Wegen der hohen Schneelast warnen Leitstellen mancherorts vor dem Betreten von Wäldern wegen fallender Äste und Bäume, so zum Beispiel im Sachsenwald im Süden Schleswig-Holsteins. Feuerwehren sind bereits zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt – auch um vorsorglich Schnee von den Bäumen zu entfernen, damit weniger Last auf die Äste drückt.
Busse stellten Verkehr am Wochenende ein
Bis in den Sonntagmorgen hatte die Kieler Verkehrsgesellschaft (KGV) ihren Busbetrieb witterungsbedingt eingestellt. Erst im Laufe des Vormittags fuhren die Busse wieder langsam aus den Depots. Auch in Hamburg verkehrten in der Nacht zu Sonntag keine Busse, in den frühen Morgenstunden nahm der HVV den Betrieb dann wieder auf. Anders in Hannover: Erst am Sonntagnachmittag lief der Betrieb wieder langsam an.

Schnee und Glätte hatten den Busverkehr in der Landeshauptstadt am Wochenende lahmgelegt. Kritik kam von Fahrgästen.
Zahlreiche Unfälle in SH – in den allermeisten Fällen nur Blechschäden
Aus allen Bundesländern im Norden sind seit dem Wintereinbruch am Freitag zahlreiche Unfälle gemeldet worden. Dabei blieb es nach Polizeiangaben in den allermeisten Fällen bei Blechschäden. In Schleswig-Holstein kam es in der Nacht zum Sonntag zu rund 80 Unfällen aufgrund der Glätte – am meisten davon rund um Kiel. Laut Leitstelle Mitte wurde dabei niemand verletzt.

In Kiel herrscht seit Samstagnachmittag Stillstand im Busverkehr. Der hält auch noch am Sonntag an. Insgesamt spricht die Polizei aber von einer entspannten Einsatzlage.
Stillstand und Unfälle in Niedersachsen
Allein in Oldenburg meldete die Polizei seit Samstag mehr als 80 wetterbedingte Unfälle, in und um Hannover waren es sogar mehr als 100. Meist blieb es demnach bei Blechschäden. Auch auf den Autobahnen kam es seit Samstag immer wieder zu wetterbedingten Verkehrsunfällen. Nach Angaben der Autobahnpolizei Ahlhorn ereigneten sich zehn Unfälle auf der A1, zwei auf der A29 und einer auf der B75. Demnach blieb es auch hier bei Blechschäden.

Heute soll es vielerorts weiter schneien. Das könnte besonders den Regionalverkehr beeinträchtigen.
Schwerverletzte Autofahrerin nach Glätteunfall bei Anklam
Im Landkreis Vorpommern-Greifswald kam eine 32-Jährige am frühen Sonntagmorgen auf der Bundesstraße 110 bei Anklam im Landkreis Vorpommern-Greifswald mit ihrem Wagen auf winterglatter Fahrbahn ins Schleudern, prallte gegen einen Baum und rutschte in einen Straßengraben. Wie die Polizei mitteilte, wurde die Frau in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Der Rettungsdienst brachte sie mit schweren, aber nicht lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus.

Knapp 70 Unfälle mit knapp einer halben Million Euro Schaden: Auch in den kommenden Tagen wird Glatteis erwartet.
Feuerwehr in Hamburg im Dauereinsatz
In Hamburg hatten die Feuerwehrleute auch am Sonntag die meiste Arbeit mit der Schneelast auf Bäumen und Hausdächern: Mehr als 70 Mal waren die Einsatzkräfte deshalb seit dem Morgen vor Ort, teilte das Lagezentrum der Feuerwehr mit. Beispielsweise in Blankenese – dort musste eine mehr als 15 Meter hohe Kiefer komplett abgesägt werden. In Langenhorn stürzte ein Baum auf ein Haus und einen Wohnwagen.
Am Neuengammer Hausdeich kam ein Linienbus von der Straße ab und rutschte an eine Leitplanke. 15 Menschen wurden im Bus eingeschlossen und mussten von Feuerwehrleuten befreit werden. Verletzt wurde niemand. Auch der Rettungsdienst hatte gut zu tun. Mehr als 100 Mal mussten Sanitäter am Wochenende wegen Glätte-Unfällen ausrücken.
Niedersachsen: Ski-Betriebe geöffnet
Das Winterwetter sorgt allerdings nicht nur für Behinderungen, sondern auch für Begeisterung bei Rodelfans und Wintersportlern. Mittlerweile liegen hier schon bis zu rund 40 Zentimeter Schnee, wie der DWD am Sonntagmorgen mitteilte. In den kommenden Tagen werden bis zu 20 Zentimeter weiterer Neuschnee erwartet. Bereits zum Jahreswechsel war in den Wintersportorten im Harz Schnee gefallen. Ski- und Rodellifte haben ihren Betrieb aufgenommen. Insgesamt spricht der Betriebsleiter der Wurmbergseilbahn, Fabian Brockschmidt, von idealen Bedingungen.

Nach den Schneefällen lagen im Harz am Sonntag bis zu 40 Zentimeter Schnee. Das zog viele Wintersport-Fans in die Region.

Nur in den Höhen um die 1.000 Meter kämpften die Pistenbetreiber noch mit starken Verwehungen, sagt Fabian Brockschmidt auf NDR Info..

Laut Meteorologe Kent Heinemann droht vor allem in den Morgenstunden extreme Glätte. Die Nächte werden kalt, das bedeutet: Der Schnee bleibt erst mal liegen.

Scheefall sorgt im Harz und im Nordosten Niedersachsens für glatte Straßen. An der Nordsee gibt es Sturmflut-Warnungen.

In Schwerin waren die Rodelpisten nach einer Stunde Schneefall schon besetzt. Auf den Straßen kamen Autos in Rutschen.

Es gab mehrere Unfälle. Auf der A7 zwischen Schnelsen-Nord und Quickborn stießen ein Lieferwagen und ein Sattelzug zusammen.

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