
Vor der lettischen Ostseeküste ist erneut ein Unterseekabel beschädigt worden. Die Behörden befragen die Besatzung eines unter Verdacht stehenden Schiffes. Es ist bereits der zweite Vorfall auf der Ostsee innerhalb weniger Tage.
Erneut ist ein Unterseekabel in der Ostsee beschädigt worden – diesmal vor Lettland. „In der Ostsee nahe Liepaja wurde ein Schaden an einem Glasfaserkabel eines privaten Unternehmens entdeckt“, teilte die lettische Ministerpräsidentin Evika Silina auf der Plattform X mit.
Nach Angaben der lettischen Polizei handelt es sich bei dem mutmaßlichen Verursacher des Schadens um ein Schiff. Die genauen Umstände des Vorfalls, der sich am 2. Januar in lettischen Hoheitsgewässern ereignet habe, seien noch unklar.
Nach Auswertung von Informationen der lettischen Marine soll das Schiff zunächst über ein inaktives Kabel gefahren sein und anschließend seinen Kurs auf das nun beschädigte Kabel geändert haben, teilte die Polizei mit. Das Schiff, das gegenwärtig im Hafen von Liepaja liegt, sei nicht festgesetzt worden, die Besatzung kooperiere mit den Ermittlern, teilte die lettische Polizei mit.
Zweiter Vorfall binnen einer Woche
Die Beschädigung des Unterseekabels ist der zweite Vorfall innerhalb einer Woche in der Ostsee. An Silvester wurde ein Datenkabel zwischen Estland und Finnland beschädigt. Unter Verdacht steht ein Schiff, das von den finnischen Behörden mit heruntergelassener Ankerkette angetroffen und festgesetzt wurde.
Auch zuvor hatten sich mehrfach ähnliche Vorfälle ereignet. Verdächtigt werden Schiffe der russischen Schattenflotte, also Tanker und andere Handelsschiffe, die Russland nutzt, um westliche Sanktionen infolge des Angriffs auf die Ukraine zu umgehen.