Stand: 05.01.2026 07:26 Uhr

Nach der Bergung mehrerer tonnenschwerer Güterwaggons bei Elze beginnen heute die Reparaturen an der Strecke. Die Bahn spricht von massiven Schäden, die Arbeiten könnten Wochen dauern.

Auf rund fünf Kilometern müssten mehrere Tausend Schwellen sowie Oberleitungsmasten, Signale, Kabel und drei Weichen ersetzt werden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Die Strecke bleibe daher bis Anfang Februar gesperrt. In dieser Zeit müssen Pendler zwischen Barnten und Banteln auf Busse umsteigen.

Spezialkräne bergen tonnenschwere Waggons

Am Wochenende wurden bereits die jeweils rund 20 Tonnen schweren Waggons geborgen und abstransportiert. Die Bahn hatte dafür zwei Kräne aus Sachsen und Nordrhein-Westfalen nach Elze bringen lassen. Das Eisenerz aus den Waggons war auf der gesamten Strecke verteilt, zudem lagen die Wagen teilweise quer über den Gleisen. Bei einem Waggon war eine Schiene verkeilt. Mithilfe eines Baggers konnte diese jedoch schnell entfernt werden. Zwei andere Wagen hingen so stark zusammen, dass sie mit einem Schweißgerät voneinander getrennt werden mussten.

Güterzug entgleist: Schienen bei Elze gesprengt

Die Schienen am Unfallort wurden am 28. Dezember gesprengt. Die Maßnahme diente „der zügigen Instandsetzung sowie der schnellstmöglichen Wiederfreigabe der Strecke“, wie die Polizei mitteilte. Die Gleise hatten demnach unter mechanischer Spannung gestanden und wenn Menschen per Hand daran gearbeitet hätten, hätte jemand verletzt werden können, sagte ein Polizeisprecher dem NDR Niedersachsen. Nur wenige Menschen mussten kurzzeitig ihre Häuser wegen der Sprengung verlassen, teilte ein Sprecher des Technischen Hilfswerks in Elze mit.

Video:
Nach Entgleisung bei Elze: Schienen gesprengt (1 Min)

Aktuelle Reisemöglichkeiten im Regionalverkehr zwischen Hannover und Göttingen

Seit dem 30. Dezember fahren laut dem Eisenbahnverkehrsunternehmen Metronom die Ersatzbusse zwischen Nordstemmen und Banteln nach einem festen Fahrplan. Dieser sei zunächst bis einschließlich 11. Januar 2026 gültig. Zudem haben Fahrgäste, die von Hannover nach Göttingen reisen möchten, folgende Möglichkeiten:

  • ab Hannover Hauptbahnhof alle zwei Stunden (Abfahrt ’36) mit dem Metronom RE2 über Sarstedt nach Nordstemmen, dort weiter mit dem Bus über Elze nach Banteln
  • ab Hannover Hauptbahnhof stündlich mit der S4 (Abfahrt ’19) über Bismarckstraße, Messe/Laatzen, Rethen (Leine) und Sarstedt nach Barnten, dort weiter mit dem Bus über Nordstemmen und Elze nach Banteln
  • in beiden Fällen anschließend von Banteln aus stündlich (Abfahrt ’05) mit dem Metronom RE2 weiter nach Göttingen, mit allen planmäßigen Halten

Reisemöglichkeiten im Regionalverkehr zwischen Göttingen und Hannover

Ab Göttingen Hauptbahnhof können Reisende stündlich mit dem Metronom RE2 bis nach Banteln fahren – mit allen planmäßigen Halten. In Banteln geht es weiter mit dem Busnotverkehr:

  • bis Nordstemmen: dort Umstieg in den alle zwei Stunden (Abfahrt ’09) fahrenden Metronom RE2 über Sarstedt nach Hannover Hauptbahnhof
  • bis Barnten: Umstieg in die stündlich fahrende S-Bahn-Linie S4 (Abfahrt ’17) nach Hannover Hauptbahnhof mit Halt in Sarstedt, Rethen (Leine), Messe/Laatzen und Bismarckstraße
  • bis Barnten: Umstieg in die außerplanmäßig stündlich in Barnten haltende Erixx-Linie RE10 (Abfahrt ’53) über Sarstedt nach Hannover Hbf

Ein abgerissener Strommast liegt auf den Gleisen.

Grund ist ein entgleister Güterzug. Die Strecke ist voraussichtlich bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag gesperrt.

Reisende müssen mit längeren Fahrzeiten rechnen

Dem Unternehmen Metronom zufolge kann es nicht nur auf der betroffenen Strecke, sondern auch auf der Strecke Hamburg-Hannover zu „einzelnen Verspätungen“ kommen. Reisende sollen sich vor Fahrtantritt per Website, App oder WhatsApp über die aktuelle Lage informieren. Metronom weist darauf hin, dass es durch geänderte Zugnummern in den elektronischen Fahrplanauskünften zu Anzeigefehlern kommen kann. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn ist von dem Unfall nicht betroffen.

Waggons entgleist: Bundespolizei untersucht Unfallursache

Zug entgleist bei Elze, die Strecke teils gesperrt: Ein Bahnsteig voller Menschen vor einem Zug.

Fahrgäste müssen vorerst – wie hier in Banteln – teils auf Busse umsteigen.

Der Unfall hatte sich am 23. Dezember ereignet. Laut Bundespolizei war ein Waggon eines Güterzuges aus den Gleisen gesprungen. Kurz darauf seien dann weitere Waggons entgleist und umgekippt. Auf einer Strecke von vier Kilometern wurden dadurch Betonschwellen beschädigt und auch ein Strommast wurde mitgerissen. Ein entgegenkommender Güterzug wurde den Angaben zufolge leicht beschädigt – verletzt wurde niemand. Der zweite Zug sei – im Gegensatz zu früheren Angaben – nicht entgleist, hieß es von der Bundespolizei. Die Unfallursache werde nun untersucht.

27.12.2025 18:18 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes las es sich so, als könne man mit dem Metronom von Göttingen bis nach Barnten fahren. Nach Barnten kommt man allerdings nur mit dem Busnotverkehr, in den man in Banteln umsteigt. Wir haben diese Passage im Text jetzt klarer formuliert.

Entgleiste Güterwaggons in Elze werden geborgen.

Der Zug war in der Nähe von Elze zwischen Hannover und Göttingen entgleist. Die Arbeiten werden wohl Wochen dauern.

Sachsenross in Hannover vor der Leibniz Universität

Was in Niedersachsen wichtig ist, hören Sie in den Nachrichten von NDR 1 Niedersachsen.

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Das Bild zeigt einen Metronom im Bahnhof.

Seit Montag gilt ein sogenannter Stabilisierungsfahrplan. Dieser soll bis Mitte Dezember mehr Verlässlichkeit schaffen.

Ein Zug der Metronom Eisenbahngesellschaft steht auf einem Gleis im Bahnhof.

Eine heiß gelaufene Bremse soll für den Qualm verantwortlich gewesen sein. Drei Menschen wurden verletzt.