Nach einer vorläufigen Auswertung sollen Gewaltdelikte in Hamburg gegenüber dem Vorjahr um gut sieben Prozent gesunken sein. Besonders stark rückläufig sind Raubtaten sowie Delikte unter Einsatz von Messern oder Schusswaffen.
In Hamburg ist die Zahl der Gewalttaten im vergangenen Jahr zurückgegangen – zumindest nach den vorläufigen Zahlen der Polizei für den Zeitraum Januar bis November 2025. Knapp 7.900 Gewaltdelikte registrierten die Beamtinnen und Beamten in der Hansestadt, rund sieben Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2024. Das geht aus einer ersten Auswertung der polizeilichen Kriminalstatistik hervor, über die der NDR berichtet. 
Zum Bereich der Gewaltdelikte zählen unter anderem Tötungsdelikte, gefährliche und schwere Körperverletzungen sowie Raubstraftaten. Besonders ins Auge fällt der Rückgang bei den Raubtaten: Rund 2000 Fälle zählte die Polizei – ein Minus von mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch bei der schweren oder gefährlichen Körperverletzung ist ein Rückgang zu erkennen: Rund 5.500 Fälle wurden in den ersten elf Monaten des Jahres verzeichnet. Bei den vorsätzlichen Tötungsdelikten, also Mord und Totschlag, weist die vorläufige Statistik 55 Fälle aus.
Auf den ersten Blick wirkt die Entwicklung positiv: Weniger registrierte Gewalttaten bedeuten zunächst, dass statistisch gesehen das Risiko sinkt, Opfer eines solchen Delikts zu werden. Gleichzeitig ist klar: Hinter jeder einzelnen Zahl stehen konkrete Taten und Betroffene. Und: Es handelt sich um eine Momentaufnahme – die endgültige Kriminalstatistik für das Jahr 2025 liegt noch nicht vor.
Weniger Messer, weniger Schusswaffen
Besonders aufmerksam verfolgt wird in Großstädten wie Hamburg seit Jahren der Einsatz von Messern und Schusswaffen bei Straftaten. Hier meldet die Polizei nun einen deutlichen Rückgang. Insgesamt 530 Taten, bei denen Messer oder Schusswaffen eine Rolle spielten, wurden von Januar bis November erfasst – etwa ein Drittel weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 
Ob dieser Rückgang ein dauerhafter Trend ist oder eher ein kurzfristiges Zwischenhoch, lässt sich bislang nicht seriös beurteilen. Eine Rolle könnten die verschärften Waffenverbote in Verkehrsmitteln und bei Großveranstaltungen spielen, die in den vergangenen Jahren eingeführt und ausgeweitet wurden.
Die Polizei selbst bleibt hier vorsichtig: Laut Bericht ist bislang unklar, ob genau diese Verbote tatsächlich die entscheidende Ursache für die sinkenden Zahlen sind. Klar ist allerdings, dass die Kontrolldichte hoch ist. Rund 30.000 Menschen hat die Polizei im Rahmen von Waffenkontrollen überprüft – das Risiko, mit einem Messer oder einer Schusswaffe erwischt zu werden, ist entsprechend hoch.
Komplette Bilanz im Februar
Die jetzt vorliegenden Zahlen stammen aus einer vorläufigen Auswertung der polizeilichen Kriminalstatistik; die vollständige Bilanz für das Jahr 2025 will die Polizei Mitte Februar vorstellen. Dann werden auch andere Deliktsbereiche wie Diebstahl, Einbruch oder Sexualdelikte detailliert ausgewertet. Diese Bereiche waren 2024 noch deutlich angestiegen. 
Genau hier wird sich entscheiden, ob Hamburg insgesamt tatsächlich sicherer geworden ist – oder ob sich die Kriminalität eher verlagert hat: weg von klassischer Gewaltkriminalität und hin zu Eigentums- und Sexualdelikten, Cybercrime oder Betrugsmaschen, die häufig erst mit Verzögerung angezeigt und statistisch erfasst werden. Auch die Frage, wie sich das Anzeigeverhalten der Bevölkerung entwickelt, spielt eine Rolle. Wenn etwa mehr Menschen Übergriffe melden, kann die Statistik steigen, obwohl sich das tatsächliche Risiko kaum verändert hat.
dfe