Schwierige BVB-Monate 

Pascal Groß gibt Einblick in schwierige BVB-Monate und Kovac-Enttäuschung

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Nach eineinhalb Jahren, 66 Pflichtspielen und einem Tor im Trikot von Borussia Dortmund zog es Mittelfeldspieler Pascal Groß vergangene Woche zurück zum Ex-Klub Brighton & Hove Albion. Bereits beim 2:0-Sieg der Seagulls am vergangenen Samstag gegen Burnley feierte der 34 Jahre alte Routinier sein Comeback in East Sussex. Nun gab er Einblicke in seine Beweggründe für den Wechsel und seine emotionale Rückkehr in die Premier League.

Das habe er „so auch noch nie erlebt“, erzählte Groß dem „Kicker“ über den warmen Empfang der Brighton-Fans im Amex Stadium und schob ein nüchternes „coole Sache“ hinterher. 19 Minuten ließ Trainer Fabian Hürzeler den 16-fachen DFB-Spieler gegen die Clarets ran. Für den BVB hatte Groß zuletzt beim Jahresabschluss gegen Mönchengladbach auf dem Platz gestanden, war zuvor in der Endphase der Bundesliga-Hinrunde aber auch dreimal in Folge nicht von Trainer Niko Kovac eingesetzt worden. „Natürlich ist es für einen Vollblutfußballer wie mich nie einfach, wenn man weniger spielt, als man sich vorstellt. Das war sehr schwierig in den vergangenen Monaten. Aber es waren auch gute Momente dabei und die Lust am Fußball habe ich nie verloren. Natürlich freue ich mich, nun hoffentlich wieder mehr Einsatzzeiten zu haben, und hoffe, der neuen Mannschaft helfen zu können“, so Groß.

Mit Kovac sei er im Reinen auseinandergegangen, dennoch machte Groß auch klar: „Natürlich war ich nicht zufrieden. Aber der Fußball ist oft Meinungssache. Ein Trainer muss seine Entscheidungen treffen, ich als Spieler aber auch. Menschlich ist alles okay. Ich schaue jetzt nach vorn.“

Für Brighton hatte der gebürtige Mannheimer von 2017 bis 2024 insgesamt 228 Spiele bestritten und 76 Scorer beigesteuert. Zurück in England freue er sich nun auf die anstehenden „Highlights wie in Manchester, im Etihad, im Old Trafford. Das ist auch ein Grund, warum ich zurückging: Ich habe die Premier League stets verfolgt, ein ausgeglichener Wettkampf.“ Austausch mit den Seagulls über eine mögliche Rückkehr habe schon länger bestanden, attestierte Groß, der nach positiven Gesprächen auch auf einen zeitnahen Vollzug gedrängt habe. „Als ich in Dortmund nicht mehr so zum Zug kam, wollte ich wieder dahingehen, wo ich mehr Einfluss nehmen kann und öfter spiele, damit ich mich auch für die WM empfehlen kann. Mit Fabian (Hürzeler, d. Red.) war ich seit meinem Abschied immer im Austausch. Wir haben gesprochen und gegen Ende des Jahres haben sich dann auch die Klubs geeinigt. Das war mir wichtig, im Januar bereits zu spielen und nicht erst Ende Januar zu wechseln und einen Monat zu verlieren.“

Groß über BVB-Abschied: „Brighton war nicht die einzige Option“

Die mögliche WM-Teilnahme sei ein wichtiger Faktor gewesen. Er habe mit Bundestrainer Julian Nagelsmann in Kontakt gestanden, „auch, als ich zuletzt nicht eingeladen war. Die genauen Inhalte bleiben unter uns, aber grundsätzlich hat er jedem klargemacht, dass Spielzeit wichtig ist. Brighton war nicht meine einzige Option, aber hier kann ich am schnellsten Fuß fassen.“ Die Zeit bei den Westfalen will er rückblickend dennoch nicht missen. „Ich habe viele tolle Kollegen getroffen, viele tolle Menschen, ich habe Champions-League-Fußball gespielt. Und vor allem die Heimspiele sind etwas ganz Besonderes, auch mit Blick auf Europa.“

Dorthin könnte es auch mit Brighton kommende Saison wieder gehen, aktuell trennen die Hürzeler-Truppe in der Tabelle drei Punkte von den internationalen Plätzen. Groß geht optimistisch in die zweite Saisonhälfte: „Wir haben viele junge und erfahrene Spieler gleichermaßen. Wenn wir da eine gute Balance finden, können wir viele Spiele gewinnen. Wo wir landen, ist schwer abzuschätzen, aber ich bin zuversichtlich.“