Tag vier im FC-Trainingslager in La Nucia (Spanien): Es schüttet in Strömen. Lukas Kwasniok (44) nutzte die kurze Einheit am Montagvormittag trotzdem, um eine der größten Baustellen des 1. FC Köln anzugehen: Standards! Zum ersten Mal im Camp ließ der Coach ausführlich Ecken trainieren.
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Rund 30 Minuten probte die Mannschaft verschiedene Varianten: flach, hoch, auf den ersten Pfosten, in den Rückraum – alles dabei. Nur eins passierte nicht: Kein einziger Ball landete im Tor!
Kein Wunder, dass Kwasniok irgendwann der Kragen platzte. „Da ist doch keine Überzeugung dahinter!“, brüllte der Trainer über den Platz. Kurz darauf mischte er selbst mit, zeigte seinen Spielern, wie man sich im Strafraum durchsetzt und wie man richtig einläuft.
Die Wut des Trainers hat Gründe: Der FC ist in dieser Kategorie Liga-Schlusslicht. Nur zwei Tore nach ruhendem Ball – kein Team der Bundesliga traf so seltener. Der Anteil der Standardtreffer liegt bei mageren 9 Prozent. Und nach einer Ecke wartet Köln sogar noch immer auf sein erstes Saisontor. Insgesamt gab nur St. Pauli weniger Kopfball-Abschlüsse ab, gleichzeitig kassierte kein Team mehr Kopfball-Gegentore als Köln (6). Insgesamt kassierte der FC 13 Gegentore nach Standards – ebenfalls Ligahöchstwert.
In La Nucia wurde sichtbar, warum das so ist: Die Abläufe haken, die Wucht fehlt.
Auch der Präsident schaut zu
Trotz des miesen Wetters ließ es sich FC-Präsident Jörn Stobbe nicht nehmen, bei der Einheit vorbeizuschauen. Der 60-Jährige kam am Vormittag in Spanien an, besitzt in der Nähe ein Domizil. Auf dem Platz sprach er lange mit Vizepräsident Ulf Sobek (53/bereits seit Samstag vor Ort) und Sportdirektor Thomas Kessler (39).

Präsident Jörn Stobbe (60/Mitte) mit seinen Vize-Bossen Jörg Alvermann (55/l.) und Vize Ulf Sobek (53)
Foto: Federico Gambarini/dpa
Am Nachmittag wird Stobbe außerdem das Testspiel gegen den FC Lugano verfolgen – in der Hoffnung, dass die einstudierten Ecken dort besser sitzen als im Regen-Training vom Vormittag.