Die Energie- und Wärmewende ist ein zentrales Thema der Klimapolitik, besonders in Städten wie Hamburg. Dort wächst die Nutzung von Wärmepumpen deutlich. Entscheidend ist, wie viele Anlagen es gibt und welche Faktoren diese Entwicklung beeinflussen.

In der deutschen Klimapolitik hängt wohl kaum ein Thema dermaßen hoch wie die Energie- und explizit die Wärmewende. Gerade in Ballungsgebieten und Metropolen wie Hamburg spielen sie eine große Rolle. Während in den vergangenen Jahren nationale Ziele zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors debattiert wurden, zeigt sich in der Hansestadt ein deutliches Wachstum bei der Nutzung von Wärmepumpen. Aber wie viele Wärmepumpen gibt es in Hamburg wirklich und welche Entwicklungen haben diese Zahlen überwiegend beeinflusst?

Registrierte Wärmepumpen und Meldepflicht

Allein innerhalb der letzten Monate ist die Zahl der installierten Wärmepumpen in Hamburg sehr deutlich gestiegen. Nach Angaben des Senats wurden zwischen Anfang September und Ende November 2025 mehr als 500 neue Wärmepumpen bei den Hamburger Energienetzen angemeldet. Im Vergleich dazu wurden im gleichen Zeitraum des letzten Jahres lediglich 227 Wärmepumpen registriert. Diese Zunahme um mehr als das Doppelte verdeutlicht, dass der Ausbau der Wärmepumpentechnik auch in der Hansestadt voranschreitet und die Energiewende auch in Hamburg in vollem Gange ist.

Bis Ende November 2025 waren bei den Hamburger Energienetzen in Summe etwa 7.800 Wärmepumpen registriert. Obwohl es sich hierbei um eine wichtige Messgröße im Vergleich zu anderen Städten sowie der innerstädtischen Entwicklung handelt, liegt die tatsächliche Anzahl der installierten Wärmepumpen vermutlich deutlich höher. Ausschlaggebend hierfür ist der Umstand, dass die Meldepflicht gemäß des Energiewirtschaftsgesetzes erst seit Januar 2024 besteht. Sämtliche Wärmepumpen, die bereits davor eingebaut und nicht rückwirkend registriert wurden, fallen somit aus der Statistik.

Wichtig zu wissen ist, dass Hamburg keine offizielle Unterscheidung hinsichtlich der Nutzungsarten der Wärmepumpen führt. Aus diesem Grund gestaltet es sich schwierig, zu unterscheiden, ob ein Großteil der Anlagen auf private Nutzung oder auf Unternehmen zurückzuführen ist. Allerdings deuten die großen Zuwächse darauf hin, dass sowohl Privatpersonen für Einfamilienhäuser als auch Unternehmen und die Wohnungswirtschaft zunehmend auf diese Technologie setzen.

Warum steigt die Zahl der Wärmepumpen?

Um den deutlichen Zuwachs in Hamburg zu erklären, bedarf es einer gründlichen Betrachtung. Denn allein der technische Fortschritt reicht als Erklärung nicht aus. Ein wesentlicher Grund dürfte die zunehmende Förderung seitens der Politik sein, da Interessenten sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene durch finanzielle Anreize sowie Beratungsangebote unterstützt werden. Allein in Hamburg wurden im Jahr 2025 mehrere Millionen Euro an Fördermitteln bewilligt – deutlich mehr, als noch vor einem Jahr. Parallel dazu gibt es immer mehr Beratungsangebote für Wärmepumpen, die wie die Hamburger Energielotsen Eigentümer mit wichtigen Tipps und Informationen rund um das Thema Wärmepumpe versorgen. Hierzu zählen unter anderem Ratschläge mit Blick auf die richtige Wärmepumpenart und welche Förderung das meiste Potenzial besitzt. Die Resonanz in Hamburg für etwaige Angebote ist außerordentlich groß. So geben die Hamburger Energielotsen an, dass zwischen Mai und Oktober mehr als 4.000 Anfragen gestellt wurden.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor, in dem sich Hamburg deutlich von anderen Großstädten in Deutschland unterscheidet. Denn in der Hansestadt hat die gesellschaftliche Debatte über Klimaschutz und Energiepreise neue Dimensionen erreicht. Umfragen sowie politische Initiativen der jüngeren Vergangenheit zeigten klar, dass sich eine Mehrheit der Hamburger Bürger für ambitionierte Klimaziele ausspricht. So gesehen ist es also nicht überraschend, dass die Anzahl der Wärmepumpen in Hamburg aktuell rasant steigt

Hamburgs technische Vielfalt: von Einfamilienhaus bis Fernwärme

Hamburgs Wärmepumpenlandschaft lässt sich nicht auf einen einzigen Nutzungstyp reduzieren. Zwar dominieren in Wohngebieten klassische Luft-Wasser-Wärmepumpen für einzelne Häuser, doch auch größere Projekte tragen zum Wärmepumpenausbau bei.

Als eines der prominentesten Beispiele für den Ausbau der erneuerbaren Energie lässt sich die große Wärmepumpe am Klärwerk Dradenau anführen, die im nächsten Jahr ihren Betrieb aufnehmen soll. Sie nutzt Wärme aus dem Abwasser, um diese dann in das Fernwärmenetz einzuspeisen. Aktuell geht die Stadt davon aus, dass die riesige Wärmepumpe mit einer Leistung von 60 Megawatt in der Lage sein wird, bis zu 39.000 Haushalte mit klimafreundlicher Wärme zu versorgen.

Auch im Bereich Quartiersversorgung gibt es Beispiele, bei denen Wärmepumpen nicht nur einzelne Gebäude, sondern ganze Wohnkomplexe oder öffentliche Einrichtungen mit Wärme versorgen. Solche Systeme finden sich zunehmend in Neubaugebieten oder bei energetischen Quartierssanierungen, die im Rahmen kommunaler Wärmeplanung realisiert werden.

Förderung und praktische Orientierung

Aus Sicht von Eigentümern gibt es in der Regel zwei wesentliche Aspekte, die bei der Überlegung mit Blick auf die Anschaffung einer Wärmepumpe von großer Bedeutung sind. Einerseits handelt es sich dabei um technische Fragen, andererseits selbstverständlich auch um finanzielle Überlegungen. Denn obgleich Wärmepumpen wesentlicher Bestandteil der Energiewende sind, ist deren Anschaffung und Installation mit Kosten im fünfstelligen Bereich verbunden. Hamburg geht diesbezüglich einen vorbildlichen Weg und lobt nicht nur Fördergelder abseits des Bundes aus, sondern hat auch zahlreiche Beratungsangebote auf die Beine gestellt, um die hohe Nachfrage seiner umweltbewussten Bürger stillen zu können.

Klimaziele treffen auf Herausforderungen

Hamburg ist sicherlich eine der deutschen Städte, die als Vorbild im Bereich der Energiewende genannt werden müssen. Zugleich bleiben aber auch Herausforderungen bestehen, vor denen auch die Hansestadt nicht gefeit ist. Beispielsweise gestaltet sich der Einbau von Wärmepumpen in älteren Gebäuden schwierig, da deren Hitzeverteilung sowie Dämmung meist suboptimal sind. Und gerade in Hamburg gibt es noch zahlreiche Stadtteile, in denen viele ältere Gebäude stehen. Somit gibt es bislang gewisse Grenzen, die den Ausbau einschränken. Zudem sind Anpassungen im Stromnetz, Schallschutzfragen bei Luft-Wärmepumpen und eine ausreichende Zahl an Dienstleistern entscheidende Faktoren, die sich signifikant auf den Ausbau auswirken. Insbesondere in Großstädten konnte in den letzten Monaten beobachtet werden, dass Installateure mit der Anzahl der Anfragen schlicht überfordert waren und Termine für die Installation mitunter monatelang auf sich warten ließen.

Zugleich gilt es zu bedenken, dass die Förderungen bisher zwar ein essenzieller Treiber waren, diese in Zukunft jedoch auf wackeligen Beinen stehen. So gibt es auf Bundesebene bereits seit Längerem Diskussionen darüber, wie die staatlichen Förderungen langfristig gestaltet und aufrechterhalten werden sollen. Sollte es künftig zu Reduzierungen im Bereich der Förderungen kommen, ist auch mit einem Rückgang der neu installierten Wärmepumpen zu rechnen.

Für Hamburg selbst bleibt der Ausbau der Wärmepumpen Teil eines klar formulierten Klimaziels. So strebt Hamburg weiterhin eine schrittweise Dekarbonisierung des Gebäudesektors an, in dem fossile Heiztechnologien nach und nach verschwinden und erneuerbare Wärme an Bedeutung gewinnt.